Matthias Potthoff ist nicht unbedingt zufrieden mit der aktuellen Situation. © Sebastian Reith
Fußball

„Der Mannschaftsrat hat signalisiert, dass er gerne mit Jupp Ovelhey weiter gearbeitet hätte“

Es war ein Paukenschlag am Mittwoch: Jupp Ovelhey und der SuS Olfen gehen ab Sommer getrennte Wege. Der spielende Co-Trainer Matthias Potthoff äußert sich deutlich zur Situation.

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Am Mittwoch gab der Fußball-Bezirksligist SuS Olfen bekannt, dass der Verein die Zusammenarbeit mit Trainer Jupp Ovelhey ab dem Sommer beendet. Sportliche Differenzen wurden als Grund genannt. Nun äußert sich auch Matthias Potthoff, spielender Co-Trainer des SuS.

Es ging um die Planung für die kommende Saison in der Bezirksliga

„So richtig greifbar war es für mich zugegeben nicht“, sagt Potthoff zum Abschied des Cheftrainers. Dennoch kann er noch ein bisschen detaillierter auf die Gründe eingehen: Es gab ja einige Videokonferenzen, wo die Meinungen in unterschiedliche Richtungen gehen.“

Konkret sei es dabei um die Planungen für die kommende Saison gegangen. „Als Trainerteam wünscht man sich da natürlich irgendwann auch einen Ausblick auf die neue Saison“, erklärt Potthoff. „Der Verein ist dem mit einer abwartenden Tendenz entgegengetreten.“

Das sei nicht immer einfach gewesen. „Es steht und fällt ja unter anderem auch mit der Mannschaft, ob man weitermacht oder nicht“, sagt der spielende Co-Trainer. „Und wenn man dann sieht, dass die Vereine im Umfeld alle aktiv werden, ist es schon schwierig. Aber: Die konkrete Ursache für die Trennung kenne ich nicht.“

Auch in der Mannschaft habe die Kaderplanung für Sorgen gesorgt, berichtet Matthias Potthoff. „Wir hören uns natürlich in regelmäßigen Abständen und tauschen uns aus mit dem Team“, sagt er. „Da merkt man schon auch die Unzufriedenheit, weil einfach Planungssicherheit fehlt.“

Potthoff nennt dafür sogar ein konkretes Beispiel.

„Wir hatten ja schon in dieser Saison einen kleinen Kader. Natürlich hatten wir im Winter das Glück, einige Neuzugänge zu bekommen“, berichtet er. „Aber jetzt haben fünf Spieler wieder ihren Abschied verkündet. Und wenn du dann den Trainingsbetrieb teilweise nur mit zehn Leuten hast, ist das natürlich nicht erstrebenswert.“

Die Mannschaft habe aber immer einen guten Draht zum Trainer gehabt. „Natürlich war man hier und da mal unterschiedlicher Meinung, aber das ist ja normal“, so Potthoff. „Am Ende hat der Mannschaftsrat ganz klar signalisiert, dass er gerne mit Jupp Ovelhey weiter gearbeitet hätte.“

Ob er auch nächste Saison in Olfen an der Seitenlinie steht, weiß der spielende Co-Trainer noch nicht.
Ob er auch nächste Saison in Olfen an der Seitenlinie steht, weiß der spielende Co-Trainer noch nicht. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Auch über seine eigene Zukunft als spielender Co-Trainer des Bezirksligisten ist Matthias Potthoff aktuell noch unsicher. „Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen“, sagt er. „Aber ich tendiere aktuell eher dazu, nicht mehr weiterzumachen.“

Was Matthias Potthoff aber wichtig ist: „Meine Entscheidung hängt nicht mit dem Abschied von Jupp Ovelhey zusammen.“ Viel mehr sei die lange Fahrt für ihn nicht so einfach. „Ich habe, je nach Verkehrslage, 45 Minuten bis eine Stunde Fahrt hin und zurück. Wenn das sportliche Ziel dann nur ist, irgendwie die Klasse zu halten, muss man sich überlegen, ob sich das noch lohnt.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening