Norbert Sander (l.), einer der Sportlichen Leiter beim SuS Olfen, freut sich über die Verlängerung mit Trainer Patrick Linnemann. © Henkel
Fußball

„Gehen den Weg konsequent“: So kam die überraschende Trainer-Verlängerung beim SuS Olfen zustande

Patrick Linnemann und der SuS Olfen gehen den gemeinsamen Weg weiter. Von außen scheint das überraschend, aus Sicht der sportlichen Leitung ist dieser Schritt nur konsequent.

Was der SuS Olfen am frühen Donnerstagnachmittag mitteilte, kam durchaus überraschend. Der Fußball-Bezirksligist gab bekannt, dass Trainer Patrick Linnemann bis zum Sommer 2023 an der Hoddenstraße bleibt. Die Sportliche Leitung um Norbert Sander und Christian Brüse gehen diesen Schritt aber bewusst.

„Wir wollten in der prekären Situation ein Zeichen setzen und in eine Richtung gehen, die ungewöhnlich ist“, begründet Sander den Schritt des Vereins. Ungewöhnlich ist die Situation deshalb, weil der SuS sich sportlich gerade auf eine Talfahrt befindet. Die Linnemann-Elf holte lediglich einen Punkt aus den ersten sieben Spielen in der Bezirksliga.

SuS Olfen plagen massive Personalsorgen

Diese Situation ist allerdings auch der personellen Lage beim SuS Olfen geschuldet. Seit Saisonbeginn plagen den Bezirksligisten massive Verletzungsprobleme, es gab keine Woche, in der Linnemann auf seine Mannschaft nicht umbauen musste, geschweige denn konnte er mit seiner ersten Elf spielen – im Gegenteil: Mit den Ausfällen könnte der Trainer ein Team bilden, das in der Bezirksliga sicher mehr als den einen Zähler eingefahren hätte.

Laut Sander sei nicht der Trainer für diese Verletztenmisere verantwortlich: „Der Ausfall von Leon Westrup am Sonntag ist erst der zweite durch eine Muskelverletzung. Alles andere ist nicht auf das Training zurückzuführen“, sagt Sander und fügt an: „Patrick hat einfach die Seuche. In über 30 Jahren habe ich noch nie so eine verrückte Situation erlebt, wie sie Patrick in Olfen vorgefunden hat.“

Linnemann könne man zudem nicht vorwerfen, die Mannschaft nicht zu erreichen. Zwar hatte der Trainer nach dem 0:5 gegen Teutonia SuS Waltrop erstmals sein Team öffentlich kritisiert, beim Derby gegen den FC Nordkirchen zeigten die Olfener aber wieder ihr kämpferisches Gesicht und hielten trotz der auf dem Papier deutlichen 1:4-Niederlage über weite Strecken gut mit.

Stimmung ist positiv beim SuS Olfen

„Christian und ich sind sehr nahe dran“, berichtet Sander. „Wir haben uns in der Mannschaft umgehört und es gibt nicht eine kritische Stimme, obwohl wir gerade stehen, wo wir stehen. Es liegt nicht am Trainer, im Gegenteil: Er macht tolles Training, bei dem tolle Stimmung herrscht.“

Auch der andere Sportliche Leiter beim SuS Olfen, Christian Brüse, ist von Patrick Linnemann überzeugt.
Auch der andere Sportliche Leiter beim SuS Olfen, Christian Brüse, ist von Patrick Linnemann überzeugt. © Matthias Henkel © Matthias Henkel

Demnach wüsste Linnemann durch den Inhalt der Einheiten sowie die Mannschaftsansprache zu überzeugen, was auch so beim Team ankäme: „Es gibt keine Gruppen mehr in der Mannschaft. Es gibt niemanden, der querschießt. Auch die Spieler, die häufiger auf der Bank sitzen, haben sich positiv geäußert.“

Freude habe es demnach auch bei Linnemann gegeben, vor allem in das in ihn gesetzte Vertrauen. Dieses bringt die Sportliche Leitung dem Trainer auch konsequent entgegen. Selbst wenn der SuS Olfen nach der Saison den Gang in die Kreisliga A antreten müssen sollte, wird der Coach in der neuen Saison Patrick Linnemann heißen.

Verein und Trainer gehen Weg konsequent

„Wenn wir den Weg gehen, dann auch konsequent“, kommentiert Sander. „Wenn wir überzeugt sind, kann es nicht sein, dass die Zusammenarbeit liga-abhängig ist.“

Die Überzeugung habe sich Linnemann auch dadurch verdient, dass die Entwicklung vieler junger Spieler abzusehen sei. Die Ausdehnung der Zusammenarbeit scheint daher konsequent, die Situation aber ungewöhnlich. „Wir wollten zu einem Zeitpunkt ein Zeichen setzen, als keiner damit gerechnet hat“, formuliert es Norbert Sander.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel