Dennis Gerleve (l.) und Westfalia Vinnum setzten sich gegen Sebastian Fricke (r.) und RW Erkenschwick durch. Am Ende wurde es dabei unschön. © Nico Ebmeier
Fußball

„Kein Kommentar“: Spätes Frustfoul bei Westfalia Vinnum und RW Erkenschwick überschattet Duell

Das Spiel zwischen Westfalia Vinnum und RW Erkenschwick ist lange Zeit enger, als es der Verlauf vermuten lässt. Am Ende gewinnt der Favorit dann aber doch souverän.

Auf dem Weg zum Fußballplatz vom Kreisligisten Westfalia Vinnum war schon viele Meter vorher laute Schlagermusik zu hören. Bei Tönen der Kult-Band „Die Flippers“ feierte die zweite Mannschaft ausgiebig ihren Erfolg vom Vormittag. Nach einem harten Kampf gegen RW Erkenschwick konnte sich dann auch später die erste Mannschaft aus Vinnum dazu setzen.

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Westfalia Vinnum – Rot-Weiß Erkenschwick 3:1 (1:1)

Dabei hatten die Gäste aus Erkenschwick den durchaus favorisierten Westfalia-Spielern lange Paroli geboten. Gerade in der ersten Halbzeit versuchte die Mannschaft von Thomas Sliwa immer wieder Nadelstiche zu setzen und war damit auch durchaus erfolgreich. Belohnt wurden die Rot-Weißen dann per Elfmeter, nachdem Patrick Fechner im Vinnumer Tor im griechisch-römischen Stil Marcel Melis runterrang. RWE-Kapitän Emre Odabas ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte in der linken Ecke zum zwischenzeitlichen 1:1 (39.).

„Wenn der Schiri das sieht, war es absolut ein Elfmeter. Aber davor schubst er mich nach unten und deswegen hätte es eher einen Freistoß für uns geben müssen“, erinnerte sich Fechner nach dem Spiel an den Strafstoß-Pfiff.

Abgefälschter Freistoß eröffnet Torreigen

Letztendlich war es dann aber auch die einzige richtig gefährliche Aktion, die die Gäste an diesem Sonntagnachmittag zeigen. Vinnum dagegen spielte durchaus regelmäßig munteren Offensivfußball und hatte da dann auch das Glück des Tüchtigen. Bei der 1:0-Führung zum Beispiel nahm sich Robin Hagenmeyer einen Freistoß aus etwa 30 Meter und sein Schuss wurde so gefährlich abgefälscht, dass er ins Erkenschwicker Tor kullerte.

Mitten in der Jubeltraube freut sich Justin Helmig über sein erstes Seniorentor.
Mitten in der Jubeltraube freut sich Justin Helmig über sein erstes Seniorentor. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

„Es war wieder ein absolutes Kampfspiel, aber wir hatten sie über weite Strecken ganz gut im Griff. Es war superwichtig, dass wir das Ding gewonnen haben und nun sieben Punkte Vorsprung auf Erkenschwick haben“, zieht Vinnums Spielertrainer Dennis Gerleve nach dem Duell ein erstes Fazit.

Denn in der zweiten Halbzeit war es ein Doppelschlag, der Westfalia auf die Siegerstraße manövrierte. Erst war es Gerleve, der mit echter Urgewalt den Ball nach einer Cengiz-Vorlage in das RWE-Netz zimmerte (71.) und zwei Minuten später spitzelte Justin Helmig eine Flanke von Robin Hagenmeyer mit etwas Pfostenglück zum 3:1-Endstand.

Westfalia Vinnum dreht gegen RW Erkenschwick in der zweiten Halbzeit auf

Spätestens ab dieser 73. Minute schien das Spiel dann entschieden und dennoch wurde es noch einmal richtig unschön. Sekunden vor dem Abpfiff räumte ein Erkenschwicker an der Seitenlinie völlig unnötig Arnd Forsmann mit der Schulter ab. Das regte Gerleve und die halbe Vinnumer Mannschaft so sehr auf, dass es zu einigen Rudelbildungen kam.

„Das ist unterste Schublade, dazu kann ich nichts mehr sagen. Kein Kommentar“, regte sich der Erkenschwicker Thomas Sliwa nach dem Abpfiff offensichtlich immer noch so sehr darüber, dass er nicht mal mehr eine Stimme zum Spielgeschehen davor gab.

„Ich finde, Foulspiele können passieren, aber die Reaktionen gehören sich einfach nicht. Da haben die anderen sogar drüber gelacht, das geht einfach nicht“, erklärte Trainer-Kollege Gerleve die Situation aus seiner Sicht.

Vinnum: Fechner, Wessels, F. Forsmann, Stolzenhoff (61. Helmig), Cengiz, A. Forsmann, Beck, Asemann, Dzierzega (11. Diekmann), Gerleve, Hagenmeyer

RWE: Waaga, Herrmann (63. Weisser), Tophoven, Ed Damirhi, Grüneberg, Breilmann, Fricke, Ortmann, Maatouk, Odabas, Melis (79. Horst)

Tore: 1:0 Hagenmeyer (19.), 1:1 Odabas (39. Foulelfmeter), 2:1 Gerleve (71.), 3:1 Helmig (73.)

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Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier