Alexander Höring stand auf dem Feld, als das Spiel abgebrochen werden musste. © Matthias Henkel
Fußball

Nach Schockmoment: Schiedsrichter bricht Spiel in der Kreisliga ab

Nicht einmal ein Viertel des Spiels ist absolviert, als eine Partie in der Kreisliga C abgebrochen werden muss. Im Mittelpunkt steht der Schiedsrichter.

Für alle Beteiligten war es eine außergewöhnliche Situation: Gerade einmal 20 Minuten dauerte die Partie zwischen dem VfB Waltrop II und Westfalia Vinnum II in der Fußball-Kreisliga C, dann war die Partie beim Stand von 0:0 beendet.

Schiedsrichter Öner Calik brach das Spiel der beiden C-Ligisten ab, nachdem der Referee über Schmerzen im Arm und Kopfschmerzen klagte. Es bestand der Verdacht eines Herzinfarkts.

Zum Glück gibt es mittlerweile Entwarnung: „Ich habe noch am Sonntag mit ihm telefoniert“, berichtete Harald Woller, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses. „Eine umfangreiche Untersuchung habe ergeben, dass er topfit ist. Er sagte auch, dass es ihm gut gehe“, sagte Woller.

Alexander Höring von Westfalia Vinnum erlebt die Situation vor Ort

Auch Alexander Höring erlebte mit, was am Sonntagmittag geschehen war. Der Westfalia-Spieler, der normalerweise in der Ersten aufläuft, sammelte Spielpraxis in der Vinnumer Reserve. „Eigentlich ging alles relativ schnell“, beschreibt Höring die Situation. „Beim Versuch zu pfeifen hat der Schiedsrichter die Hand gehoben, sich aufs Herz gefasst und angezeigt, dass nichts mehr geht. Wir haben dann bei ihm nachgefragt und ihn vom Platz begleitet. Es ging alles relativ zügig und es war nicht zu erkennen, was es war.“

Harald Woller berichtete, dass der Schiedsrichter erst einmal nicht pfeifen wird.
Harald Woller berichtete, dass der Schiedsrichter erst einmal nicht pfeifen wird. © Archiv © Archiv

Anschließend wartete Calik am Seitenrand auf den von den Waltropern herbeigerufenen Notarzt und Rettungswagen. Im Krankenhaus gab es dann Entwarnung. Calik wird aber erst einmal eine Pause einlegen müssen. „Wir haben eine Fürsorgepflicht. Deshalb werde ich ihn erst wieder berücksichtigen, wenn eine Bescheinigung über seine Sporttauglichkeit vorliegt“, erklärt Woller.

Auch Höring ist froh, dass das Spiel abgebrochen wurde: „Uns war klar, dass wir nicht weiterspielen wollen. Vernünftigerweise wird das Spiel auf einen kommenden Tag gelegt. Die Gesundheit steht im Vordergrund. Da waren wir froh, dass wir das Spiel abbrechen konnten.“ Das Spiel wird neu angesetzt. Möglicherweise könnte es schon am Donnerstag nachgeholt werden.

Für Höring war dieser spezielle Abbruch eine neue Erfahrung. Zwar erlebte er bereits schwerwiegende Verletzungen durch Fouls, „aber in dieser Form habe ich das noch nicht erlebt“, sagt er und fügt an: „Und beim Schiedsrichter sowieso nicht. Es war schon ein kurzer Schockmoment.“

Spieler kollabierte in Nordkirchen

Weiter erzählt er: „Wir haben alle gehofft, dass es nicht so gravierend ist und dass der Schiedsrichter schnell wieder auf die Beine kommt.“ Die Entwarnung gab es glücklicherweise bereits. „Ich bin froh, dass es ihm wieder gut geht“, sagt Höring.

Dass ein Spiel wegen gesundheitlicher Probleme abgebrochen werden musste, ist nicht der erste Fall hierzulande. Erst vor einigen Wochen musste ein Spiel der Kreisliga B in Nordkirchen abgebrochen werden, weil ein Gästespieler kollabiert war.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel
Redakteurin Waltrop
1969 in Koblenz geboren, begann sie 1991 das Volontariat beim Bauer-Verlag. Noch während der Oberstufenzeit wurde ihr von den Lehrern im Rheinland ein grausiges Bild des Ruhrgebiets vermittelt. Doch sehr schnell lernte sie die Region und die Menschen schätzen - und lieben. Längst hier verwurzelt, lebt sie seit 1993 in Waltrop, mit Mann und zwei Töchtern. Ob im Sport oder im Lokalen sind es die erzählten Geschichten, die sie so sehr an ihrem Beruf schätzt.
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