Patrick Linnemann bestimmt weiter die Geschicke an der Seitenlinie des SuS Olfen. © Jura Weitzel
Meinung

Trainerverlängerung beim SuS Olfen: Überraschung ist geglückt, birgt aber Risiken

Der SuS Olfen macht auch in der kommenden Saison mit Trainer Patrick Linnemann weiter – unabhängig von der Liga. Das ist ein starkes Zeichen, gleichzeitig geht der SuS Risiken ein, meint unser Autor.

Der Zeitpunkt der Verlängerung mit Patrick Linnemann war selbst in der kuriosen Situation noch kurios: Nicht nur, weil der SuS Olfen kurz nach einer Niederlage beschloss, mit dem Trainer weitermachen, sondern vor allem deswegen, weil der Fußball-Bezirksligist ausgerechnet dann auf den Coach zuging, als dieser das erste Mal die Mannschaft öffentlich kritisierte. Das ist überraschend, aber nicht ohne Risiko.

Was passiert bei einem Abstieg des SuS Olfen?

Denn eines werden sich alle Beteiligten – Trainer Linnemann ebenso wie die Sportlichen Leiter Christian Brüse und Norbert Sander – gleichermaßen überlegt haben: Was passiert, wenn der SuS Olfen wirklich den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten muss?

Denn Anfang Juni, wenn der letzte Spieltag in der Bezirksliga ansteht, und der SuS Olfen dann Gewissheit haben sollte, eine Klasse tiefer antreten zu müssen, könnte das Stimmungsbild ein anderes sein. Was, wenn Teile der Mannschaft nicht bleiben wollen? Oder sich die Laune an der Hoddenstraße wegen ausbleibender Erfolge eintrüben sollte? Wäre dann ein sauberer Schnitt auf sportlicher Ebene nicht sinnvoller?

Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass der SuS Olfen diesen Schritt geht, allerdings würden in diesem Fall die aktuell bewiesene Loyalität wie ein Lippenbekenntnis wirken. Geht er ihn nicht, wirkt das wie eine Schicksalsgemeinschaft, was selten eine gute Idee ist.

Verein sendet ein starkes Signal

Der SuS Olfen sendet durch die Trainer-Verlängerung dennoch ein starkes Signal aus. Immerhin hatte der Verein in Person von Norbert Sander angekündigt, den eingeschlagenen Weg konsequent gehen zu wollen – selbst wenn am Ende der Abstieg stünde. So viel Rückhalt können sich andere Trainer, auch im Amateurfußball, nur wünschen.

In jedem Fall ist dem SuS Olfen die Überraschung geglückt. Und der Verein setzt ein starkes Zeichen – ganz so wie Sander es sich gewünscht hatte.

Linnemann selbst betonte zuletzt, weiter vom Klassenerhalt überzeugt zu sein. Dem SuS Olfen ist dieser sehr zu wünschen. In dem Fall wären auch alle Fragen nach dem „Was wäre, wenn“ hinfällig.

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel