Patrick Fechner, Sportlicher Leiter bei Westfalia Vinnum, holte einst einen Spieler, der sich schnell beim A-Ligisten etablierte. © Matthias Kerk
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Vinnums Sport-Chef: „Von den Sprüchen her können wir alle Champions League spielen“

Wer waren die besten Verpflichtungen der Sportlichen Leiter? Patrick Fechner von Westfalia Vinnum holte einen Spieler, der schnell überzeugte, aber manchmal über seinen Wechsel nach Vinnum flucht.

Patrick Fechner muss nur kurz überlegen. In seinen beiden Jahren, seitdem er Sportlicher Leiter bei Westfalia Vinnum ist, ist die Anzahl an Spielern, die Fechner verpflichtet hat, sicher überschaubar. Trotzdem nimmt sich der Sportliche Leiter des A-Ligisten einen kurzen Augenblick, als er gefragt wird, welcher Spieler überraschend gut bei der Westfalia funktionierte.

Entwicklung bei Frederik Forsmann war nicht abzusehen

„Bei Frederik Forsmann konnte man nicht absehen, wie die Entwicklung ist, als er aus der A-Jugend aus Olfen kam“, erzählt Fechner. Nach der langen Corona-Pause und den wenigen Spielen der beiden vergangenen Jahre war Forsmann „schnell in der Startelf und war schnell nicht mehr wegzudenken“, so Fechner. „Das hätte ich so nicht unbedingt gedacht.“ Schließlich ist der Sprung zu den Senioren kein kleiner und verläuft selten so reibungslos wie bei Forsmann.

Frederik Forsmann entwickelte sich bei Westfalia Vinnum besser als erwartet.
Frederik Forsmann entwickelte sich bei Westfalia Vinnum besser als erwartet. © Matthias Henkel © Matthias Henkel

Im ersten Training, das der Abwehrspieler an der Borker Straße absolvierte, hatte Fechner auch noch einige Zweifel, ob der Bruder von Arndt Forsmann eine Verstärkung für den A-Ligisten sein könnte: „Ich war gespannt, wie er sich im Fünf-gegen-zwei schlägt. Er ist sehr schlaksig, da dachte ich, ihm fehlt die Koordination.“

Selbst wenn Forsmann nicht so geschmeidig ist, wie einige seiner Mannschaftskameraden, überzeugt der Abwehrspieler durch andere, wichtige Qualitäten. „Im Spiel und besonders im Zweikampf zeigt er absoluten Willen“, sagt Fechner. „Er jagt jedem Fall hinterher und ist sich nicht zu schade, hinterherzugehen. Das ist in seiner Altersklasse gar nicht so verkehrt.“

Forsmann sei zudem in der Mannschaft ein beliebter Spieler, wenn er auch zu den ruhigeren Charakteren gehöre. „Frederik ist ein Top-Typ. Er hat aber immer einen lockeren Spruch“, erzählt Fechner. „Dabei ist er oft sehr sarkastisch unterwegs. Von den Sprüchen könnten wir alle Champions League spielen und Frederik ist ganz vorne bei mit den Sprüchen.“

Forsmann verdient sich unfreiwillig Fleißkärtchen bei Westfalia Vinnum

Zudem berichtet der Sportliche Leiter, dass Forsmann zu denen gehöre, die immer mit anpackten – wenn auch nicht ganz freiwillig. „Er mäkelt etwas rum, weil er Sachen schleppen muss. Aber durch die Schule muss jeder“, sagt Fechner mit einem Lachen. „Wenn etwas getragen werden muss und jemand fragt: ‚Wer ist jung?‘ steht er schon auf.“

Teamkollege Moritz Wendel ärgere sich daher auch, wenn Forsmann fehle. Dann ist nämlich Wendel erster Kandidat für unliebsame Aufgaben. „Moritz ist schon mal am Fluchen, wenn ‚der Lange‘ nicht da ist. Zu Frederik habe ich mit einem Augenzwinkern gesagt: ‚Hol doch jüngere ran‘“, so Fechner. Frederik Forsmann hat die Lösung für das Problem also selbst in der Hand. Die Champions-League-reifen Sprüche werden aber sicher bleiben.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel