Fußball

Was Derby-Matchwinner Tim Kortenbusch vom SuS Olfen zum Erfolg verhilft

Tim Kortenbusch wurde im Derby zwischen Union Lüdinghausen und Olfen für den SuS durch seine beiden Tore zum Matchwinner. Der Stürmer hat ein ganz simples Erfolgsgeheimnis.

Eigentlich schien das Spiel schon gelaufen. Bis kurz vor dem Ende lag der SuS Olfen im Fußball-Bezirksliga-Derby bei Union Lüdinghausen mit 0:2 hinten. Als nur noch Sekunden zu spielen sind, gelingt Tim Kortenbusch der Anschlusstreffer zum 1:2. In der Nachspielzeit wirft der SuS noch einmal alles nach vorne und erhält, als auch die Extra-Zeit eigentlich schon abgelaufen ist, noch einen Elfmeter. Kortenbusch schnappt sich den Ball und verwandelt den Strafstoß zum überschwänglich gefeierten Ausgleich.

SuS Olfen nutzt seine Chancen zunächst nicht

„Wir liegen 0:2 hinten und wandeln das Spiel dann noch zu einem Unentschieden, das war ganz cool“, freute sich Kortenbusch nach dem Spiel, allerdings weiß der Stürmer auch: „Insgesamt war es nicht das, was wir spielen wollten.“

Diese Analyse deckte sich auch mit dem, was Patrick Linnemann sagte. „Lüdinghausen wollte in den ersten 80 Minuten mehr. Sie haben die Zweikämpfe entschlossener geführt. Erst danach waren wir bissiger und haben an uns geglaubt“, meinte der Trainer des SuS Olfen, der außerdem bemängelte, dass seine Mannschaft die Chancen, die sie sich erspielte, nicht konsequent genug nutzte.

Tatsächlich hatte allein Kortenbusch zwei weitere Chancen, die der Stürmer liegen ließ. Im ersten Durchgang konnte Kortenbusch einen Ball aus kurzer Distanz nicht im leeren Tor unterbringen. Allerdings wurde die Flanke für den sich in der Vorwärtsbewegung befindlichen Kortenbusch in den Rücken gespielt, sodass der Stürmer keine Chance hatte, den Ball über die Linie zu drücken.

Kurz nach der Pause nahm der Youngster dann technisch höchst anspruchsvoll eine Flanke per Brust an, legte sich den Ball zurecht und zog ab. Lüdinghausens Torwart Manuel Pietczak lenkte den Ball mit einem starken Reflex über die Latte und verhinderte den Ausgleich.

Für Kortenbusch war das nur Ansporn, jetzt erst recht sein Tor zu machen. Mit dem Anschlusstreffer in der 90. Minute gelang ihm das schon – zufrieden gab sich der Angreifer aber nicht damit. „Nach meiner Chance hatte ich noch etwas gutzumachen. Da dachte ich mir beim Elfmeter: ‚Dann nehm ich mir den!‘“ Der Rest war Jubel.

Tim Kortenbusch zeigt keine Nerven

Der Teenager war erst im Sommer aus der A-Jugend in die Bezirksliga-Mannschaft aufgerückt. Dennoch scheute sich Kortenbusch nicht, die Verantwortung zu übernehmen. Aber empfand er kein Nervenflattern angesichts des Drucks, mit der letzten Aktion des Spiels entweder einen wichtigen Punkt zu sichern oder eine bittere Derby-Niederlage hinnehmen zu müssen? „Nö“, antwortete Kortenbusch, „ich habe da keine Nerven.“

Die Erklärung dafür folgte sogleich: „Ohne Selbstvertrauen geht das natürlich nicht“, meinte Kortenbusch, „aber das habe ich mir in der Vorbereitung und im Spiel erarbeitet.“ Der SuS Olfen dürfte froh sein, einen so unbedarften Spieler in seinen Reihen zu haben. Am Sonntag aber interessierte das niemanden: Im Vordergrund stand der Gewinn des kaum noch für möglich gehaltenen Derby-Punkts.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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