Timo Tetzlacht (r.) ist mit dem Saisonstart seiner Mannschaft höchst zufrieden. © Jura Weitzel
Fußball

Westfalia Vinnums Oldie-Abwehr hält: „Da ist richtig Feuer drin“

Westfalia Vinnum feierte am vergangenen Sonntag mit dem 2:0 über GW Erkenschwick einen Start nach Maß. Grund dafür waren vor allem die älteren Hasen in der Verteidigung.

Es war durchaus ein großes Ausrufezeichen, dass Fußball-Kreisligist Westfalia Vinnum da am Wochenende an die Konkurrenz schickte. Gegen die Spieler von GW Erkenschwick, denen sicher ein Platz unter den ersten Fünf zuzutrauen ist, zeigte die Mannschaft von Dennis Gerleve ein abgeklärtes Spiel und gewann völlig verdient mit 2:0. Gerade die Verteidigung wusste dabei zu glänzen.

„Es war ja unter Nachti (Ex-Trainer Michael Nachtigall, Anm. d. Red.) unser großes Problem, dass wir immer viel zu viele Gegentore bekommen haben. Wir haben das in der Defensive nie so richtig in den Griff bekommen, doch unter Gerle ist das anders. Da ist jetzt richtig Feuer drin, da kommt kaum noch einer durch“, freut sich Timo Tetzlacht, Teil des Abwehrbollwerks hinten drin bei der Westfalia.

Dabei wusste die Nummer 3 lange gar nicht so richtig, ob sie sich für eine weitere Saison in der Kreisliga motivieren kann. Schließlich ist Tetzlacht vor Kurzem schon 42 Jahre alt geworden. „Eigentlich wollte ich erstmal locker anfangen und in der Vorbereitung mal gucken, wie viel überhaupt noch geht. Irgendwann ist es dann eben auch an der Zeit aufzuhören und da ich nicht wirklich der Typ bin, der während so einer langen Pause viel laufen geht, wusste ich nicht, wie es nach Corona sein wird.“

Timo Tetzlacht ist für Westfalia Vinnum wieder aktiv. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Doch es schien gut zu laufen und so gehört er beim A-Ligisten aus dem Fußballkreis Recklinghausen zum Stamminventar in der Verteidigung – zusammen mit Helmut Stolzenhoff und Spielertrainer Gerleve, den beiden anderen Oldies im Team. Ist das nicht ein Problem, wenn dann die 19-jährigen Jungspunde aus den anderen Mannschaften auf der anderen Seite stehen? „Bisher noch nicht“, sagt Tetzlacht lachend. „Die jungen Spieler sind dann vielleicht noch etwas nervös und wir machen es mit Erfahrung weg. Solange es funktioniert, scheint es noch zu reichen.“

Auch beim Saisonauftakt gegen GW Erkenschwick waren da einige Spieler beim Gegner, die dann eben an der Vinnumer Mauer hinten drin abgeprallt sind. „Zum Beispiel gab es da Ertan Temel, der eigentlich richtig gut kicken kann, aber dann eben einfach nicht die Leistung auf den Platz gebracht hat. Wir waren einfach besser. Gerle hat dafür gesorgt, dass wir alle für dieses Spiel brennen, dass wir um jeden Preis gewinnen wollen.“

Bei Westfalia Vinnum brennt jeder auf dem Platz

Gerade dies sei auch vielleicht der große Unterschieds zu Gerleves Vorgänger Michael Nachtigall: „Nachti war ein toller Mensch, aber er hat einfach nicht mit der Mannschaft zusammen gepasst. Das gibt es in jeder Liga und in jedem Verein. Bei Gerle sind wir eine Einheit. Jeder möchte für den Anderen kämpfen und er selbst macht das auch auf dem Platz vor. Das macht es irgendwie besonders. Da ist ein ganz anderer Spirit im Team.“

Am kommenden Sonntag steht für die Westfalia nun auch schon das nächste Spiel an. Gegen SW Meckinghoven kommt es aber vor allem zum Wiedersehen mit Ex-Vinnum-Torwart Dennis Apitzsch und da hat Timo Tetzlacht noch eine Rechnung offen: „Er hat uns im Sommer ganz still und heimlich verlassen, ohne sich vernünftig zu verabschieden, ohne etwas zu sagen. Das macht man einfach nicht“, kritisiert der 42-Jährige. Deshalb würden ein paar Tore gegen den Ex-Kollegen natürlich besonders gut tun.

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Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier