Patrick Linnemann muss längere Zeit auf einen seiner Spieler beim SuS Olfen verzichten. © Matthias Henkel
Fußball

„Wir sind Kummer gewohnt“: Hiobsbotschaft für den SuS Olfen vor Derby gegen FC Nordkirchen

Schon vor dem Derby gegen den FC Nordkirchen ereilen den SuS Olfen schlechte Nachrichten: Ein Leistungsträger verletzt sich schwer, fällt länger aus und vergrößert das SuS-Lazarett zusätzlich.

Dass der SuS Olfen das Fußball-Bezirksliga-Derby gegen den FC Nordkirchen verlieren würde, war einigermaßen erwartbar, immerhin spielte der Tabellenletzte bei einem der Liga-Favoriten. Allerdings erreichte den SuS schon vor dem 1:4 eine Hiobsbotschaft: Das ohnehin schon gut gefüllte Lazarett erweitert sich um einen weiteren Leistungsträger, für den das Fußball-Jahr gelaufen ist.

„Ich wollte im Training einen Richtungswechsel machen und bin dann weggeknickt“, erzählt Florian Olbrich. Zunächst nimmt er noch an, dass alles nicht so schlimm ist. „Ich dachte erst, dass etwas gerissen ist und habe dann erst mal mit dem Training aufgehört. Ich bin dann sogar noch mit dem Auto nach Hause gefahren. Am nächsten Tag habe ich noch eine Klausur geschrieben und war dann am Samstag im Krankenhaus.“

Mittelfuß ist bei Florian Olbrich gebrochen

Dort gab es dann die Diagnose: Der Mittelfuß ist gebrochen. Olbrich muss zwei Wochen in Gips laufen, dann bekommt er einen Spezialschuh, zwei bis drei Monate muss er mindestens aussetzen. Wie lange genau die Leidenszeit andauern wird, ist noch nicht sicher.

Florian Olbrich (l.) hat sich den Mittelfuß gebrochen und fällt längere Zeit aus.
Florian Olbrich (l.) hat sich den Mittelfuß gebrochen und fällt längere Zeit aus. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

„Die beiden Ärzte im Krankenhaus waren unterschiedlicher Meinung. Einer bevorzugte eine Operation, der andere nicht“, berichtet Olbrich. Es bestünde demnach die Möglichkeit, dass ein Spalt im Knochen bleibe. Mit einer OP sei die Wahrscheinlichkeit geringer. Nun will Olbrich noch eine dritte Meinung einholen und erst im Anschluss über die weitere Behandlung entscheiden.

Für den SuS Olfen ist der neuerliche Ausfall besonders ärgerlich. Immerhin benötigen die Grün-Weißen im Bezirksliga-Abstiegskampf jeden einzelnen Spieler. Seit Saisonbeginn gibt es immer wieder zahlreiche Verletzungseinschläge, sodass das personelle Gesamtbild an der Hoddenstraße einer Kraterlandschaft gleicht. Patrick Linnemann könnte mit seinen Ausfällen eine ganze Stammelf bilden.

SuS Olfen verliert seinen Motor im Zentrum

„Es hört einfach nicht auf“, meint der SuS-Trainer daher auch genervt. „Florian wird uns sportlich und menschlich auf dem Platz fehlen. Er hat es geschafft, wirklich direkt der Motor im Zentrum zu werden.“

In Olbrich verliert Linnemann zudem einen seiner pflegeleichtesten Spieler. „Mir persönlich tut es natürlich auch unfassbar leid für den jungen Kerl. In jedem Training und auch in jedem Spiel sieht man seine Spielfreude und diese werde ich als Trainer aber vor allem als Mensch sehr vermissen“, kommentiert der SuS-Coach.

Auch wenn Linnemann weiter sagt, Olbrich nicht gleichwertig ersetzen zu können, schaut er weiter nach vorne, so wie er es in den vergangenen Wochen trotz aller Rückschläge fast durchgängig getan hat. „Das Team wird auch diesen Rückschlag hinnehmen und das Beste daraus machen“, meint Linnemann und ergänz: „Mittlerweile sind wir Kummer gewohnt.“

Olbrich hat eine Vergangenheit beim FC Nordkirchen

Auch für Olbrich war es nicht besonders einfach, mit anzuschauen, wie seine Mannschaftskollegen gegen Nordkirchen das Derby verloren, besonders weil es für ihn selbst ein sehr besonderes Spiel gewesen wäre: „Man würde schon gerne helfen, vor allem gegen Nordkirchen, schließlich komme ich hier aus der Jugend. Das ist schon hart.“

Den Mut verliert der Mittelfeldspieler deswegen aber nicht. Auch wenn die sportliche Situation der Olfener augenblicklich schlechter kaum sein könnte, ist Olbrich zuversichtlich, dass seine Mannschaft die Trendwende schaffen kann. „Wenn wir alle wieder fit sind und wir endlich in den Rhythmus kommen, können wir eine kleine Serie starten“, meint Florian Olbrich, „daran glaube ich.“

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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