240 Erkrankte nach Badebesuch in Olfen

Magen-Darm-Infektion

Die Stadt teilt mit, dass die Zahl der Krankmeldungen nach einem Besuch im mittlerweile geschlossenen Olfener Naturbad nochmals deutlich gestiegen ist. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Nach der Magen-Darm-Infektionswelle im Naturbad Olfen geht es einigen Erkrankten langsam besser.

OLFEN

, 30.08.2016, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
240 Erkrankte nach Badebesuch in Olfen

Das Naturbad in Olfen.

240 Meldungen an zwei Tagen: Die Olfener Stadtverwaltung schaltete Montagmorgen um auf Krisen-Management, telefonierte mit besorgten Eltern, sammelte Rückmeldungen ein, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Nun gehen bei vielen die Krankheitssymptome zurück.

Dreimal schwer erbrochen, hohes Fieber, alles tut weh: So schilderten Eltern das Krankheitsbild gegenüber unserer Redaktion. „Seit Montagabend geht es bergauf“, so eine Mutter. Eine andere: „Fieber ist weg und Essen bleibt drin. Nur der Kreislauf will noch nicht.“ Laut Daniela Damm berichteten die Betroffenen von ähnlichen Symptomen. „Erfreulich ist, dass viele Betroffene wieder gesund bzw. auf dem Wege der Besserung sind.“

Meldungen werden an Gesundheitsamt weitergeleitet

Bei den 240 Meldungen handele es sich „um die Zahl der Meldungen, die telefonisch und per E-Mail eingegangen sind“, so die Stadt in einer Mitteilung am Dienstagnachmittag. „Die Zahl ist als vorläufig zu betrachten, da noch nicht alle Anrufe beantwortet werden konnten. Mittlerweile gehen aber kaum noch Meldungen ein“, so Daniela Damm, kaufmännische Betriebsleiterin des Naturbades.

„Die eingegangenen Meldungen werden an das Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld weitergeleitet“, teilte Damm weiter mit. Das Gesundheitsamt und die Stadt Olfen arbeiteten weiter eng zusammen. 

Laborergebnisse stehen noch aus

Bei den Proben, von denen man sich wertvolle Erkenntnisse verspricht, handelt es sich aber nicht um die Proben aus dem Wasser des Freibades. Die würden zwar parallel auch untersucht, aber in erster Linie hoffe man auf Erkenntnisse aus den Stuhlproben erkrankter Kinder. Diese wurden von den Ärzten am Montag und Dienstag eingeschickt, soweit vorhanden. „Wenn daraus Ergebnisse vorliegen, kann man erst gezielt weiter suchen“, Dr. Heinrich Völker-Feldmann, Leiter des Gesundheitsamtes und selbst Mediziner.

Suche nach dem Erreger in Zusammenarbeit mit der Stadt

Die Wasserprobe habe diesbezüglich keine richtige Aussagekraft. „Wir suchen bei der Wasserprobe ja nicht nach einem speziellen Erreger“, erklärte er. „Nur wenn wir gezielt suchen, kommen wir da weiter“, so der Arzt. Bis dahin könne aber nichts weiter passieren: „Das liegt daran, dass wir zusammen mit der Stadt schnell reagiert haben: Die offenbar entscheidende Kontaktquelle haben wir damit unterbunden.“ Ob es sich dabei um das Wasser des Schwimmbades, das des Naturspielplatzes davor oder eine mögliche Verunreinigung am Imbiss war, ist offen.

„Wir stehen immer im Austausch, von Anfang an“, so Heinrich Völker-Feldmann. „Wir haben die Hygiene-Aufsicht im Kreis Coesfeld, werden die Ergebnisse gemeinsam mit der Stadt Olfen auswerten und die Konsequenzen gemeinsam beschließen.“ Bis dahin steht in jedem Fall fest: Das Bad bleibt – auch bei gutem Wetter – zur Vorsicht geschlossen. Ob es in diesem Jahr noch mal öffnet, steht nicht fest.

Das Schwimmwasser im Naturbad Olfen wird alle 14 Tage ohnehin einer großen Probe unterzogen, die in einem Labor untersucht wird – häufiger als bei konventionellen Schwimmbädern, in denen Chemie als Wasserzusatz eingesetzt wird. Dort nimmt der Badbetreiber dafür häufiger selbst Wasserproben. Die untersucht er aber nur auf den Chlorgehalt. Ist der hoch genug, können Keime sich nicht ausbreiten, sondern werden sogar abgetötet.

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