34 Olfener Kinder erhalten Absage für Dattelner Schule

Teilstandort der Wolfhelm-Schule

Riesig ist die Freude bei allen Verantwortlichen, dass die Olfener Gesamtschule in diesem Sommer einen Teilstandort in Datteln bekommt und damit ihre Zukunft mittelfristig sichert. Doch nicht alle können in diesen Chor einstimmen.

Olfen

, 10.02.2018, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Man kannes drehen wie man will: Die Wolfhelm-Gesamtschule bekommt im Sommer 2018 einen Teilstandort in Datteln. Doch damit ist das Hauptproblem der vergangenen Jahren nicht behoben.

Man kannes drehen wie man will: Die Wolfhelm-Gesamtschule bekommt im Sommer 2018 einen Teilstandort in Datteln. Doch damit ist das Hauptproblem der vergangenen Jahren nicht behoben. © Foto Thomas Aschwer

Wenn in einer Woche die Briefe der Schule bei den Familien zugestellt werden, wird bei 34 Familien die Stimmung auf den Tiefpunkt sinken. Sie haben eine Ablehnung bekommen und müssen sich jetzt kurzfristig für eine andere Schulform entscheiden. Der stellvertretende Schulleiter Robert Adam fühlt mit Eltern und vor allem Kindern. „Das eigentliche Ziel des Teilstandorts, keine Kinder mehr abweisen zu müssen, ist nicht erreicht worden. Wieder müssen wir Familien enttäuschen. Das ist nicht schön.“ Rumms. Das sitzt.

Nervöse Eltern

Vorbei war es in der Pressekonferenz am Donnerstag mit der gerade von den Stadtspitzen verbreitetenden guten Laune. Olfens Bürgermeister versucht, die positiven Dinge wieder in den Vordergrund zu rücken. „Vorher hatte die Gesamtschule 116 Plätze, jetzt sind es mit dem Teilstandort Datteln 174.“ Es gebe halt Grenzen. Betroffen sind Eltern aus dem gesamten Anmeldegebiet. Schulleiterin Anne Jung weiß, welche Folgen dieser Überhang hat. „Es gibt jetzt 208 nervöse Eltern.“

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Wer leistungsstarke Kinder hat, kann sich entspannen. In den Lostopf 3 – und damit in der Gefahr, am Ende nicht angenommen zu werden – kommen die leistungsschwächeren Kinder. „Nicht die Empfehlung der Grundschule entscheidet, sondern die Durchschnittsnote der Hauptfächer“, erläutert Anne Jung das Verfahren. Das habe sich in den vergangenen Jahren bewährt. Und, was nicht zu unterschätzen ist, es ist nach Einschätzung der Stadt auch rechtssicher. Deshalb werde das Verfahren auf den Teilstandort Datteln übertragen.

Lostopf für Standort

Damit ist klar, es gibt einen Lostopf für den Standort Datteln und einen für Olfen. Und wie wäre es, ähnlich wie die Stadt Lüdinghausen bei der Sekundarschule, eine zusätzliche Klasse zu bilden? Aus Sicht der Stadtverwaltung Olfen kein Erfolg versprechender Weg. Es sei sehr schwierig, eine Genehmigung für eine zusätzliche Klasse zu bekommen. Bürgermeister Sendermann lehnt diese Option auch aus einem anderen Grund ab. „Es besteht die Gefahr, das die konzeptionelle Ausrichtung der Schule verwässert wird.“ Was Sendermann damit sagen will? Wenn die Schule zu viele leistungsschwächere Schüler aufnimmt, kann sich das später negativ auf die Bildung der Oberstufe auswirken. Es könnte die Gefahr bestehen, dass (zu) viele Schüler mit der Mittleren Reife die Schule verlassen.

„Wofür Sekundarschulen?“


Echte Probleme für die abgelehnten Schülerinnen und Schüler sieht Wilhelm Sendermann nicht. „Wofür haben wir denn die Sekundarschulen in der Region?“ Dass das Thema kontrovers diskutiert werden kann, macht eine Aussage von Schulleiterin Anne Jung deutlich. Sie berichtete auf der Pressekonferenz von einem Schüler, der mit einer Hauptschul-Empfehlung zur Wolfhelm-Gesamtschule kam und später ein „super Abi gemacht hat“. Diese Empfehlung der Grundschule ist an der Wolfhelm-Gesamtschule aber ohnehin kein Kriterium dafür, in welchen Leistungstopf welches Kind kommt. Sie orientiert sich an den Hauptfächern.

Es gibt andere Gesamtschulen, die den Notenschnitt insgesamt als Kriterium für die Einstufung in die verschiedene Töpfe als Grundlage nehmen. Am Ende ist das Verfahren immer für die Eltern unbefriedigend, deren Kinder abgelehnt werden.

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