7000 Kilometer von Zuhause entfernt: Warum ein Olfener drei Monate in Afrika verbringt

rnOlfener in Afrika

Der Olfener Marius Eckmann (25) verbringt die nächsten Monate weit weg von seiner Heimat - nämlich im fernen Tansania. Die Gründe für seine Reise sind vielfältig.

Olfen

, 06.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade erst hat Marius Eckmann sein Studium der Sonderpädagogik abgeschlossen. Doch statt nun in sein Referendariat zu starten, hat sich der 25-Jährige für ein besonderes Abenteuer entschieden: drei Monate Afrika. Gründe für seine Reise hat der Olfener gleich mehrere.

Morgens um 6.45 Uhr ging sein Flieger am Mittwoch, 2. Oktober. Über den Umweg Zürich landete Marius Eckmann in Daressalam, der größten Stadt Tansanias. „Knapp drei Monate werde ich dort sein“, erzählte er nur wenige Stunden vor dem Start seiner Reise.

Marius Eckmanns Bruder ist auch in Afrika

Mit auf seine Reise nahm der Olfener zwei Koffer und ein Handgepäck. Eine Menge Platz haben dabei schon die vielen Gastgeschenke des Sonderpädagogen eingenommen. „Ich möchte den Menschen eine Freude machen“, sagte er. „Ich bin dankbar, dass ich dahin darf.“

Den ersten Monat werde er in einer Grundschule verbringen, den zweiten dann an einem Internat. Und den letzten Monat werde er nutzen, um „noch ein bisschen durch das Land zu reisen“. Die Reise nach Tansania tritt er alleine an. Ein Familienmitglied wird ihm aber dennoch näher als alle anderen sein.

Denn sein Bruder Tobias Eckmann ist gerade ebenfalls in Afrika unterwegs - im Sudan. „Er arbeitet da vor allem mit Flüchtlingen, die sich gerade auf den Weg machen“, erzählt Marius Eckmann über seinen 27-jährigen Bruder. Ob sie sich treffen werden, stehe allerdings noch nicht fest. „Aber wenn, dann in Tansania.“

Aufenthaltsgenehmigung kann online beantragt werden

Seit vier Monaten steht für Marius Eckmann fest, dass er einige Monate in Afrika verbringen wird. Zeit genug, um sich ausreichend auf die Reise vorzubereiten. Doch so kompliziert sei die ganze Planung und Organisation gar nicht gewesen.

7000 Kilometer von Zuhause entfernt: Warum ein Olfener drei Monate in Afrika verbringt

Marius Eckmann hat viele Gastgeschenke für seine Reise nach Afrika gesammelt. © Pascal Albert

„Das Gute war, dass ich die meisten Impfungen schon hatte“, sagte er. Einzig eine Typhus-Impfung habe noch gefehlt. Auch um ein Visum für seine Zeit in Tansania habe er sich rechtzeitig gekümmert - allerdings „ist es seit diesem Jahr relativ einfach“, eine solche Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen.

„Das ist online möglich“, erzählte er. Innerhalb von drei Tagen habe er dann schon eine Antwort erhalten. Daher sei das ganze Prozedere „ganz entspannt“ gewesen. Hilfe habe er auch von einigen vor Ort lebenden Mitgliedern des Ordens der Theresienschwestern erhalten. Im Vorfeld „habe ich viel mit ihnen kommuniziert“.

Olfener haben bereits eine Entbindungsstation finanziert

Ein paar der Schwestern waren schon zweimal in Olfen. Der Kontakt wurde durch den Familienkreis Kunterbunt hergestellt, dessen Mitglieder ebenfalls schon zweimal in Tansania waren. Der Familienkreis unterstützt dort seit längerem schon eine Krankenstation. „Es wird ganz spannend sein, zu sehen, wie das da läuft“, sagte Eckmann.

Für ihn werde es vor allem auch interessant sein, mit eigenen Augen zu sehen, „was die Menschen in Olfen geschafft haben, dass es den Leuten da besser geht“. Mit Spenden von vielen Olfenern sei zum Beispiel eine Entbindungsstation eingerichtet worden. Auch eine Photovoltaikanlage gebe es dort dank der Spenden bereits.

Vier Fächer stehen auf Marius Eckmanns Stundenplan

Außerdem „möchte ich Erfahrungen sammeln“, erklärte er. Zudem wolle er sehen, wie in anderen Ländern unterrichtet wird und wie beispielsweise in Tansania mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen umgegangen werde.

Darüber hinaus wolle er auch sein Englisch verbessern, gab er zu. Das werde er nämlich genauso wie Mathe, Biologie und Physik unterrichten. Vor allem die beiden letztgenannten Fächer, so vermutete er, werden auf Englisch „herausfordernd“.

Er werde allerdings „nicht direkt zu 100 Prozent eingesetzt“. Erst mal wolle er den dort arbeitenden Lehrern ein wenig über die Schulter schauen und dann „Stück für Stück mehr machen“.

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