90 Jahre: Frauenhilfe Olfen feiert mit Theater-Tipps und Foto-Rückblick

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Die Frauenhilfe Olfen wird 90 Jahre alt und feiert das mit einem Festgottesdienst. Dabei bekommt die Gruppe Hilfe von Theaterleuten und blickt auf eine wandelvolle Geschichte zurück.

Olfen

, 29.08.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was haben der Bau des neuen Dortmund-Ems-Kanals Anfang der 1930er-Jahre und die Frauenhilfe der evangelischen Christus-Kirchengemeinde Olfen gemeinsam? „Der Bau des Kanals machte es möglich, eine eigene Frauenhilfe in Olfen zu etablieren“, erklärt Pfarrer Thorsten Melchert. Am Sonntag (30. August) wird das 90-jährige Bestehen in der Christuskirche gefeiert.

Damit diese Feier einen ansprechenden Rahmen erhält und informativ wird, haben die Mitglieder der Frauengemeinschaft geprobt - und bekommen Hilfe von einem Theater. Sie werden die Geschichte der Olfener Frauengemeinschaft und die gegenwärtigen Aktivitäten in einigen Sätzen vortragen. Viele Fotos werden die Texte begleiten. Mit Leinwand und Beamer ist das auch kein Problem.

Tipps vom Theater

Für den Vortrag wandelt sich die Kirche zu einer Art Theaterbühne. Wer, wenn nicht Rabea Dorweiler von Theater pur Olfen hätte da besser mit Rat und Tat zur Seite stehen können? „Ich habe ein wenig im Theaterfundus gestöbert“, sagte sie. Doch die Laienschauspielerin hatte noch andere Aufgaben: „Ich helfe, den roten Faden zu behalten“. Sie gab Tipps für freies Reden, achtete auf Lautstärke, Mimik und Gestik. Gudrun Schlaphorst, Presbyterin, freute sich über die Zusammenarbeit.

Mit der Entwicklung der Frauenhilfe in Olfen befasst sich ein Abschnitt in der Chronik „Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Olfen – Festschrift zum 60-jährigen Bestehen der evangelischen Christuskirche“ von 2013. Vor dem Krieg gab es nur wenige Protestanten im Münsterland. Die Frauen, die sich 1930 trafen, waren Frauen von Kanalarbeitern bzw. preußischen Beamten, die für den Kanalbau nach Olfen gekommen waren. Zur Zeit der Gründung der Frauenhilfe gab es dann aber ein reges Gemeindeleben in Olfen, heißt es in der Chronik.

Großer Zulauf in den 1950er-Jahren

Eine Kirche gab es noch nicht, die Frauen trafen sich im Hotel Niermann am Marktplatz. Nach dem Krieg stieg dann die Zahl der evangelischen Bürger durch den Zuzug der Vertriebenen aus den Ostgebieten. Die Frauenhilfe tagte im Leohaus. In den 50er-Jahren hatte sich die Zahl der Olfener Protestanten verzehnfacht und 1952 wurde dann mit dem Bau der Kirche begonnen. Die Frauenhilfe konnte nach der Einweihung im August 1953 die neue Kirche für ihre Zusammenkünfte nutzen. Die Olfener Gemeinde wuchs weiter, Evangelische zogen aus dem Ruhrgebiet und später aus Russland zu. Die Frauenhilfe hatte dadurch ständigen Zulauf, heißt es in der Chronik.

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Heute hat die Frauenhilfe 18 Mitglieder. Sie treffen sich 14-tägig mittwochs am Nachmittag im Gemeindehaus. Seit Kurzem gibt es eine weitere Frauengruppe, das interkulturelle Frauencafé. Fatbardha Rade wird auf der Jubiläumsfeier darüber berichten. Gabriele Schütz informiert über die Aktivitäten der Frauenhilfe. Bei den Treffen werden zwar noch immer Kaffee und Kuchen verzehrt, aber niemals über Küche und Haushalt gesprochen. „Wir interessieren uns für ganz viele Themen“, berichtet sie.

Festgottestdienst am Sonntag, 10 Uhr, in der Christuskirche

Dazu laden sich die Frauen Fachleute ein, die über Bankgeschäfte oder Krankenkassen informieren. Einmal im Jahr gibt es einen Tagesausflug. Die Adventsfeier für Senioren, die Karnevalsfeier mit dem Dreigestirn oder das Café Gute Laune machen allen viel Spaß - auch wenn viel Vorbereitungsarbeit dahinter stecke, bemerkt Schütz. „Die Geselligkeit steht bei allem im Vordergrund“.

Der Festgottesdienst findet am Sonntag, 30. August, um 10 Uhr in der Christuskirche in Olfen, von-Vincke-Straße, statt. Anschließend ist ein kleiner Empfang geplant. Die langjährige Vorsitzende der Olfener Frauenhilfe, Hildegard Richter, wird in diesem Gottesdienst für ihre Arbeit geehrt. Anschließend übergibt sie ihr Amt an Gabriele Schütz.

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