Ab Februar: 150 neue Flüchtlinge nach Olfen

Fragen und Antworten

Ab Februar rechnet die Stadt Olfen mit der Zuweisung von 150 neuen Flüchtlingen. Vertreter der Stadt, von Vereinen und des ökumenischen Arbeitskreises Asyl berieten am Montagabend im Bürgerhaus über die Situation und die Unterstützung der Flüchtlingsarbeit in Olfen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

OLFEN

, 13.12.2016, 16:13 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ab Februar: 150 neue Flüchtlinge nach Olfen

Die Stadt Olfen mietet dieses Gebäude am Rewe-Markt zur Unterbringung von Flüchtlingen an.

Bürgermeister Wilhelm Sendermann, Stefanie Beneting, Leiterin des Fachbereichs Arbeit, Soziales und Integration, sowie die Integrationsbeauftragte Mary Marcellus stellten am Montagabend die Situation vor und sprachen mit den Vertretern über mögliche Unterstützung bei der Flüchtlingsarbeit. 

Wie viele Flüchtlinge leben zurzeit in Olfen?

In den Unterkünften sind 79 Personen untergebracht. Wie Stefanie Benting erläuterte, hätten 20 von ihnen bereits einen positiven Bescheid ihres Asylantrages. Sie sind in folgenden Unterkünften untergebracht (in Klammern die Anzahl der dort insgesamt zur Verfügung stehenden Plätze).

  • Kirchstraße 1: 18 Menschen (30)
  • Kirchstraße 3: 4 Menschen (4)
  • Westwall 4: 15 Menschen (26)
  • Neustraße 7: 8 Menschen (8)
  • Marktstraße 8: 0 Menschen (16)
  • Oststraße 24: 25 Menschen (44) 

Zudem sind neun Personen in privaten Wohnungen untergebracht. Insgesamt stehen zurzeit 128 Plätze zur Verfügung. Wilhelm Sendermann erläuterte, nach dem Brand in der Unterkunft Marktstraße 8 würde das Haus nun saniert. In einigen Wochen stehen die Plätze wieder zur Verfügung.

Sind weitere Unterkünfte geplant?

Am Vinnumer Landweg hat der Bau einer Unterkunft für 118 Personen begonnen. Mitte des Jahres soll die Unterkunft zur Verfügung stehen. Geschaffen werden Bereiche für acht oder zwölf Personen. Jeder Bereich verfügt über eine sanitäre Einrichtung und eine Küche. Wie Stefanie Benting erklärte, sei es wichtig, dass sich die Flüchtlinge selbst versorgen können. In den Bereichen für zwölf Personen ist ein zweites WC vorgesehen. Stefanie Benting betonte, Ziel sei es, Wohnungen auf dem freien Markt zu finden. Über fünf Wohnungen könne die Stadt verfügen. Benting: „Voraussetzung ist eine Anerkennung oder Bleibeperspektive, die Teilnahme an einem Deutsch- oder Integrationskurs und Hinweise zur Integrationsbereitschaft.“

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Mit wie vielen Zuweisungen rechnet die Stadt? Wann werden die ersten Menschen nach Olfen kommen?

Die Stadt geht von 150 Personen aus. Wie Stefanie Benting erklärte, handele es sich aber nicht nur um Asylbewerber. Die Bezirksregierung habe mitgeteilt, dass die Stadt Olfen mit 20 Personen aus Landeseinrichtungen rechnen müsse, die bereits eine Anerkennung haben. Wie Stefanie Benting auf Anfrage der Redaktion erklärte, würden in der zweiten und dritten Kalenderwoche des nächsten Jahres jeweils fünf Menschen nach Olfen kommen. Mit der Zuweisung von Flüchtlingen rechnet die Stadt ab Mitte Februar. Wöchentlich würden dann 20 Personen nach Olfen kommen.

Wie sollen die Flüchtlinge betreut werden?

Wilhelm Sendermann betonte, man müsse die Flüchtlingsarbeit neu ausrichten. Er sei froh, im Rathaus eine Mannschaft zu haben, die sich um das Thema kümmere. „Wir werden in diesem Jahr auch noch einen Hausmeister einstellen, der sich um die Unterkünfte kümmert.“ Ziel müsse sein, die Integration in den Vordergrund zu stellen. „Wir haben uns auf die neuen Zuweisungen vorbereiten können. In der Verwaltung sind wir gut aufgestellt“, so der Bürgermeister. Doch ohne den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen könne man es nicht schaffen.

Wie sieht die ehrenamtliche Arbeit aus?

Der ökumenische Arbeitskreis ist seit einigen Jahren aktiv. Er begleitet zum Beispiel Flüchtlinge bei Arztbesuchen, hilft ihnen bei der Ausfüllung von Anträgen. Wie Heiner Dieckmann vom Arbeitskreis erklärte, würde sich der Arbeitskreis über weitere Helfer freuen. Zum Beispiel werden Leute gesucht, die einigen Flüchtlingen Einzel-Sprachunterricht erteilen.

Welche Vereine sind in der Arbeit aktiv oder möchten unterstützen?

Die Arbeit wird vom DRK unterstützt. Die Frauen der Kleiderkammer im Marienheim können sich vorstellen, den Arbeitskreis zu unterstützen. Am Montag bot auch der Verein Miteinander in Olfen Unterstützung an. Dieser kann sich vorstellen, die Neugeborenenbesuche auf Flüchtlingsfamilien auszuweiten.  Die Kolpingsfamilie hat in den vergangenen Monaten viele Fahrräder für die Flüchtlinge besorgt. Nun wartet eine große Aufgabe auf die Kolpingsfamilie, wenn im nächsten Jahr rund 150 Personen mit Fahrrädern versorgt werden sollen. Der SuS Olfen unterstützt ebenfalls schon die Arbeit, indem Flüchtlinge bei ihm Sport treiben können. Die Flüchtlingsarbeit möchte nun auch das Jugendzentrum unterstützen. Gern würde es zu den Öffnungszeiten Jugendliche und junge Erwachsene begrüßen.

Wie werden die vielen Angebote koordiniert?

Die Stadtverwaltung koordiniert die Flüchtlingsarbeit. Wie Stefanie Benting erklärte, wolle man sich in einigen Wochen ein weiteres Mal mit den Vereinen und Organisationen zusammensetzen. Ein enger und regelmäßiger Austausch sei wichtig.

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