An der Lippebrücke wird noch länger gebaut

Frühjahr 2016

Der Dortmund-Ems-Kanal bleibt in Höhe Vinnum für weitere Monate ein Nadelöhr. Die für den Herbst geplante Freigabe des zweiten Brücken-Trogs über die Lippe verzögert sich mindestens bis Frühjahr 2016. Wir haben uns vor Ort umgesehen, um die Gründe für die erneute Verschiebung zu erfahren.

OLFEN

, 13.11.2015, 04:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der Lippebrücke wird noch länger gebaut

Buchstäblich in die Röhre geschaut haben die Ingenieure in den vergangenen Monaten. Der Setzungsprozess dauerte viel länger als geplant.

Diplom-Ingenieur Jörg Mähder vom Wasserstraßen-Neubauamt blickt auf Pläne an der Wand. „Aktuell sind wir dabei, die rund 30 Meter langen Anschluss-Stellen zwischen Brückentrog und Kanal herzustellen.“ Eine aufwendige Sache, wie sich später bei der Baustellenbesichtigung zeigt. 

Zunächst musste ein Damm abgetragen werden, danach folgt in Etappen der Aufbau. Eine dicke Tonschicht verhindert, dass zu viel Wasser versickert. Darüber folgt ein Vlies und dann dicke Wasserbausteine. Damit beginnen die Probleme.

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Lippebrückenbau in Olfen

Der Dortmund-Ems-Kanal bleibt in Höhe Vinnum für weitere Monate ein Nadelöhr. Die für den Herbst geplante Freigabe des zweiten Brücken-Trogs über die Lippe verzögert sich mindestens bis Frühjahr 2016. Wir haben uns vor Ort umgesehen, um die Gründe für die erneute Verschiebung zu erfahren.
12.11.2015
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Zwei Tröge führen über die Lippe.© Foto: Thomas Aschwer
Buchstäblich in die Röhre geschaut haben die Ingenieure in den vergangenen Monaten. Der Setzungsprozess dauerte viel länger als geplant.© Foto: Thomas Aschwer
Ingenieur Jörg Mähder blickt in den Bereich zwischen Brücke und Brücke - ausgekleidet mit einem Vlies. Darüber kommen spezielle Steine.© Foto: Thomas Aschwer
Eine stabile Spundwand verhindert, dass der Bereich zwischen Brückentrog und Anschlussbereich geflutet wird.© Foto: Thomas Aschwer
Die Lippebrücke über den Dortmund-Ems-Kanal bleibt ein Nadelöhr. Die Freigabe der zweiten Trogs verzögert sich um mehrere Monate.© Foto: Thomas Aschwer
Aus dem mehr als vier Meter tiefen Lock kommt der Bagger alleine nicht mehr heraus. Dafür muss nach Abschluss der Arbeiten ein Autokran her.© Foto: Thomas Aschwer
Zusätzlich gesichert werden die Spundwände durch dicke Eisenträger.© Foto: Thomas Aschwerr
Eine dicke Tonschicht soll verhindern, dass später zwischen Brücke und Anschluss-Stück ungewollt Wasser austritt.© Foto: Thomas Aschwer
Tief unten im "Lock" steht ein Bagger, um das Anschluss-Stück zwischen Kanalbett und Brücke vorzubereiten.© Foto: Thomas Aschwer
Der eingebrachte Ton muss aufwendig verdichtet werden.© Foto: Thomas Aschwer
Ingenieur Jörg Mähder wartet auf die Steine aus der Eifel.© Foto: Thomas Aschwer
Erst Ton, dann Vlies, dann Steine, so lautet die Reihefolge beim Kanalbau.© Foto: Thomas Aschwer
Diese Steine müssen flächendeckend aufgeschüttet werden.© Foto: Thomas Aschwer
Die Spundwände verschwinden nach Abschluss der Arbeiten im nächsten Frühjahr wieder.© Foto: Thomas Aschwer
Die Spundwände verschwinden nach Abschluss der Arbeiten im nächsten Frühjahr wieder.© Foto: Thomas Aschwer
An der Kanalbaustelle gibt es noch viel zu tun.© Foto: Thomas Aschwer
Blick von der neuen Kanalbrücke auf die darunter fließende Lippe.© Foto: Thomas Aschwer
An der Kanalbaustelle gibt es noch viel zu tun.© Foto: Thomas Aschwer
Noch nicht freigegeben ist der Weg unter der Kanalbrücke für die Landwirtschaft.© Foto: Thomas Aschwer
Der zweite Brückentrog ist noch nicht fertig. Einige Restarbeiten sind erst nach dem Winter möglich.© Foto: Thomas Aschwer
Panoramafoto von der Kanalbaustelle.© Foto: Thomas Aschwer
Panoramafoto von der Kanalbaustelle© Foto: Thomas Aschwer
Panoramafoto von der Kanalbaustelle© Foto: Thomas Aschwer
Panoramafoto von der Kanalbaustelle© Foto: Thomas Aschwer
Panoramafoto von der Kanalbaustelle© Foto: Thomas Aschwer
Baustelle Vorrangstrecke© Foto: Theo Wolters
Baustelle Vorrangstrecke© Foto: Theo Wolters
Baustelle Vorrangstrecke© Foto: Theo Wolters
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„Diese Steine kommen aus der Eifel und sollen eigentlich mit dem Schiff zur Baustelle transportiert werden“, sagt Jörg Mähder, um direkt zu ergänzen: „Geht aber gerade nicht, weil der Rhein zu wenig Wasser führt.“ Nicht das erste Mal, dass „höhere Gewalt“ den Baustellenplan durcheinander wirbelt.

Nachdem Ende Juni der Trog geflutet war, mussten die Ingenieure viel länger als geplant auf ausgeglichene Temperaturen warten. Eine zwingende Voraussetzung für den Setzungsprozess.

Die Ingenieure benötigen ausgeglichene Temperaturverhältnisse

Der Brückentrog steht zunächst auf hydraulischen Pressen und liegt nur an den beiden äußeren Fundamenten auf. Bei der ersten Flutung muss der Trog nicht sofort die komplette Last tragen. Bei einer Wassertiefe von 45 Zentimetern folgt ein erster Stopp, ein zweiter bei einer Wassertiefe von zwei Metern. Danach folgt die Maximalbefüllung auf 4,40 Meter. Anschließend benötigen die Ingenieure sechs bis sieben Wochen ausgeglichene Temperaturverhältnisse.

Gedauert hat das in Vinnum allerdings fast doppelt so lange. Erst danach war die Messreihe komplett, der Setzungsprozess weit genug fortgeschritten, dass die Hydraulikpressen durch Lager ersetzt werden konnten. Die ursprünglich für den Spätherbst geplante Freigabe des Brückentroges für die Schifffahrt war damit nicht mehr zu halten.

„Im Winter haben wir genug zu tun“

Und jetzt steht der Winter vor der Tür. „Notwendige Korrosionsarbeiten sind bei der hohen Luftfeuchtigkeit nicht mehr möglich“, sagt Mähder. Der geflutete Trog wird deshalb wieder leer gepumpt – und bleibt es auch einige Zeit.

Der Ingenieur hat sich darauf eingestellt, dass es erst im Frühjahr 2016 „richtig weitergeht“. Dann stehen Beschichtungsarbeiten und die Fertigstellung der Eisfreihaltungsanlage an. „Aber wir haben auch in den nächsten Wochen genug zu tun.“ Aktuell wird das Kanalbett zwischen Brücke und Kanal hergestellt. Dazu kommen „diverse Nacharbeiten“. Mähder nennt die Betriebswege und Baustraßen, die rückgebaut werden müssen. 

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