Werner Zempelin fotografierte in Olfen einen Eichelhäher mit einer Nuss im Schnabel. Die frisst der "Polizist des Waldes" aber nicht unbedingt sofort. © Werner Zempelin
Natur in Olfen

Auf der Futtersuche kommt der Eichelhäher auch in den Garten

Sie gehören zu den markantesten heimischen Vogelarten in unseren Wäldern: die Eichelhäher. Doch auch im Garten ist der Vogel mit der hübschen blauen Feder oft zu sehen. Gerade im Herbst.

Der Eichelhäher ist der farbenprächtigste unter den Rabenvögeln – und die alten Eichen in einem Olfener Garten haben einen dieser Vögel, der im Lateinischen Garrulus glandarius heißt, angelockt. Der macht seinem Namen auch alle Ehre, denn in seinem Schnabel hatte er eine Eichel. Unklar ist jedoch, ob er diese als „Snack to go“ verzehren oder sie rechtzeitig vor dem Wintereinbruch in Sicherheit bringen wollte.

Der Rabenvogel legt Wintervorrat an

Denn der Eichelhäher sammelt und versteckt Wintervorräte. Auch andere Nussfrüchte wie Esskastanien, Haselnüsse oder Bucheckern werden von ihm gern verspeist. Um den Vorrat anzulegen, kann der Eichelhäher mehrere Eicheln gleichzeitig im Kehlsack transportieren, außerdem trägt er gern noch eine zusätzliche im Schnabel in sein Winterversteck.

Markant und gut erkennbar ist der knapp taubengroße, prächtige Vogel dank seines schönen Gefieders – die blauen Arm- und Handdecken sind sein markantestes Merkmal. Eine dieser Federn im Wald zu finden, gilt übrigens als Glücksbringer.

Vogel-Stimmen-Imitator

Oft hört man den Eichelhäher mit seinem markanten, krächzenden Ruf auch, ohne ihn direkt zu sehen. Denn mit diesem Ruf warnt er andere Tiere vor Gefahren – und wird daher auch als „Polizist des Waldes“ bezeichnet. Doch er ist auch ein begnadeter Vogel-Stimmen-Imitator: Vor allem Spechte und Habichte macht er täuschend echt nach, berichtet der Naturschutzbund Nabu.

Neben Elster, Dohle und Saatkrähe erzeugt auch der Eichelhäher im Frühjahr Ärger bei den Menschen, wenn sich diese Krähenvögel über Singvogelnester hermachen. Doch Eier oder gar Jungvögeln verspeist der Eichelhäher eher selten. Tierische Nahrung nimmt er eher in Form von Insekten, Raupen und Kleintieren zu sich. Neben Nüssen frisst der Vogel auch Sämereien, Beeren und Obst – und stiehlt im Winter meist das größte Stück aus dem Futterhaus.

Das Jahr zu sehen

Gefährdet ist der Eichelhäher nicht, erklärt der Nabu. Und er bleibt auch das ganze Jahr über in unseren Gefilden und kann daher zu jeder Jahreszeit beobachtet werden. Er ist gerne in lockeren Grüppchen unterwegs, und nicht nur sein Gefieder ist markant. Auch sein Flug fällt sofort auf. Der wirkt nämlich etwas unbeholfen und träge. Dafür klettert der Eichelhäher aber geschickt im Geäst.