Bauern-Protest in Olfen: Junge Landwirte wollen für ihre Zukunft kämpfen

rnDemonstration in Olfen

Mit über 50 Schleppern wollten Bauern in Olfen und Selm gegen immer weitere Verordnungen protestieren. Dabei sorgten sie für reichlich Aufruhr auf den Straßen - ohne den Verkehr lahmzulegen.

Olfen, Selm

, 18.12.2019, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich hab im Traum nicht damit gerechnet“, sagte der Borker Patrick Wilke am Mittwochnachmittag, 18. Dezember. Viele Landwirte waren dem Aufruf der Gruppe „Land schafft Verbindung“ gefolgt und kamen zum Kreisverkehr an der Selmer Straße in Olfen.

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Über 50 Schlepper standen nach einer guten halben Stunde am Straßenrand. Gekommen waren sie unter anderem aus Olfen, Selm und Seppenrade. Etwa eineinhalb Stunden nach ihrem Protest in Olfen machten sich die Landwirte dann auch noch auf den Weg nach Selm.

In den Niederlanden und in Teilen Deutschlands wurde schon im Vorfeld zu Demonstrationen für Mittwoch aufgerufen.

Bauern legen den Verkehr auf der Selmer Straße bewusst nicht lahm

Erst am Dienstag habe er sich entschieden, mitzumachen, sagte Wilke. Über WhatsApp rief er auch andere zu einer Teilnahme an dem Protest auf. In kurzer Zeit verbreitete sich die Nachricht noch mal weiter. Mit der Resonanz habe er allerdings nicht gerechnet, gestand er.

Er habe eher mit vielleicht 15 bis 20 Teilnehmern gerechnet. „Das zeigt die Solidarität der Branche“, freute sich Wilke. Wichtig werde es auch in Zukunft sein, alle Landwirte zu mobilisieren. „Das hat heute schon ganz gut geklappt.“

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Landwirte-Demo

Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.
18.12.2019
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Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer
Nicht einmal 24 Stunden Vorlaufzeit hatten die Organisatoren für die erste größere Demonstration der Landwirte in Olfen. Die Resonanz überraschte die Verantwortlichen. Mehr als 60 Schlepperfahrer kamen, um so auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen sind noch nicht geplant - jedoch denkbar.© Thomas Aschwer

Den Verkehr wollten die Landwirte allerdings nicht lahmlegen. Vielmehr gehe es erst mal darum, ein Zeichen zu setzen. „Um zu zeigen, dass wir dazu imstande wären.“

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Auch Carsten Sasse (29) aus Seppenrade war dem spontanen Aufruf gefolgt. Der Landwirt, der auch schon bei Protesten in Münster und Berlin dabei war, machte mit, „weil ich selbst von einem Bauernhof komme, dessen Existenz bedroht ist“.

Landwirte fühlen sich von neuen Düngeverordnungen benachteiligt

Wenn die Düngeverordnung so wie sie aktuell geplant ist durchgesetzt werde, sei das für viele Höfe existenzbedrohend. Nachdem die EU Deutschland aufgrund zu hoher Nitratkonzentrationen im Grundwasser, verursacht auch durch Gülle-Düngung, verklagt hatte, sollen nun neue Regeln her, die die Nutzung von Gülle reduzieren.

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„Das ist aber nur eine von vielen Verordnungen, die die Landwirtschaft betreffen“, merkte Carsten Sasse an. Es störe ihn und viele andere Landwirte, dass Deutschland ohnehin schon die strengsten Kontrollen und höchsten Standards habe und Landwirte „noch mehr Steine in den Weg gelegt bekommen“.

Die Beschlüsse der Regierung seien „eine riesige Gefahr für Höfe“, sagte Patrick Wilke.

Von den Beschlüssen würden große Betriebe profitieren, während kleine darunter leiden müssten. „Die Höfekultur stirbt leider aus.“ Mit den Demonstrationen in Olfen und in anderen Städten bundesweit wollen die Landwirte der jungen Bewegung „Land schafft Verbindung“ „ein Zeichen setzen und den Druck aufrechthalten“.

„Es geht hier um unsere Zukunft“

Ein weiterer seiner Mitstreiter, der allerdings nicht namentlich genannt werden wollte, wollte vor allem eines erreichen: Aufmerksamkeit erzeugen. Um dann „einen fairen Dialog mit der Politik“ herstellen zu können. Denn den „gibt es aktuell noch nicht“, sagte der 25-jährige Selmer.

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Beim großen Protest in Münster am 22, Oktober sei er bereits dabei gewesen. Damals habe er das Gefühl gehabt, dass es dort „90 Prozent positive Rückmeldung“ von den Menschen am Straßenrand gab - „von der Politik null“. Viele Verordnungen, die Landwirte betreffen, „sind existenzbedrohend“, kritisierte er.

Dass am Mittwochnachmittag besonders viele junge Landwirte an dem kurzfristig organisieren Protest teilnahmen, hatte für Carsten Sasse einen eindeutigen Grund: „Es geht hier vor allem um unsere Zukunft.“ Daher sei er auch nicht von dem hohen Anteil an jungen Protestlern überrascht gewesen.

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