Befragung liefert 1312 Vorschläge, die Olfen attraktiver machen sollen

rnBefragung der Stadt

Was erwarten Menschen zwischen 16 und 35 Jahren von ihrer Stadt? Was läuft, was nicht? Dazu hat die Stadt Olfen mehrere Befragungen gestartet. Die Ergebnisse sollen nun in die Politik einfließen.

Olfen

, 01.11.2020, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie zufrieden sind junge Olfenerinnen und Olfener mit ihrer Stadt? Was fehlt? Viele Fragen zum Leben in Olfen, zu den speziellen Bedürfnissen von Jugend und Familie und zu Klima und Umwelt stellte die Stadt Olfen ihren Bürger.innen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren online. Die erste Befragung zum Thema Leben in Olfen und Zufriedenheit ist bereits abgelaufen und auch schon analysiert. Fünf Gewinner.innen freuten sich bei der Preisverleihung über ein Ipad. Die zweite Befragung befasste sich mit den speziellen Bedürfnissen von Jugend und Familie. Wieder wurden aus allen Teilnehmenden fünf Gewinner gezogen, die sich in der vergangenen Woche bei einer Preisverleihunh über ein Iphone freuen konnten.

Mit der Beteiligung von 480 Personen war Dr. Stephanie Geise sehr zufrieden. Die Kommunikationswissenschaftlerin forscht unter anderem zur Förderung Politischer Partizipation junger Bürger und Bürgerinnen im lokalen Raum. „Insgesamt konnten wir mit unserer Befragung ein Fünftel der Olfener jungen Bevölkerung erreichen. Das ist eine super Ausschöpfungsquote“, sagt sie. Nimmt man die Beteiligung der 1. Befragung hinzu, so haben sich insgesamt rund 800 Personen zu den Fragen geäußert.

1312 Vorschläge, die wohnen in Olfen attraktiver machen sollen

Das Ergebnis der ersten Befragung zeigte, dass der überwiegende Teil der Befragten grundsätzlich mit ihrem Wohnort sehr zufrieden sind. Als sehr unzufrieden zeigten sie sich allerdings im Angebot fürs Shopping und bei den Ausbildungsmöglichkeiten. Insgesamt kamen 1312 Vorschläge zusammen. Diese wurden inzwischen sortiert und gelistet. An erster Stelle der Top Fünf der Verbesserungen zum Leben in Olfen steht der Ausbau des Glasfasernetzes, gefolgt von der Forderung nach mehr Gastronomie für junge Leute in der Innenstadt und mehr Grün.

Die Einkaufsmöglichkeiten sollen für die Jugend attraktiver gestaltet, die Busanbindungen erhöht und mehr Mülleimer aufgestellt werden. Außerdem soll für sichere Verkehrswege gesorgt werden.

Mehr Austausch und weitere Befragungen

„Es zeigte sich, dass viele den Wunsch nach sozialem Austausch und nach gemeinsamen Treffpunkten hatten“, erläuterte Geise. An erster Stelle der Verbesserungsvorschläge zum Austausch und zur Information der Bürger.innen steht der Wunsch nach weiteren Befragungen zu aktuellen Themen und ihren Wünschen, einem Stadtfest oder Nachbarschaftsfest, an dem sich alle beteiligen können, einer Olfen-App, Treffpunkte für Jugendliche und „junge“ Summer Specials.

Angst vor Klimawandel und Armut im Alter

Ebenso wurde eine „Jobmesse“ vorgeschlagen, bei der Unternehmen, StartUps und potentielle Bewerber.innen zusammenkommen. Bei den Vorschlägen, die Kinder, Jugendliche und Familien betreffen, steht der Wunsch nach Treffpunkten, ohne jemanden zu stören, an erster Stelle. Zum Thema Wohnen gaben 70 Prozent an, in den nächsten fünf Jahren in Olfen wohnen zu bleiben. Dabei wünschen sich die meisten ein freistehendes Einfamilienhaus.

Vielen Befragten fehlt eine Möglichkeit, sich mit Sorgen und Wünschen direkt an die Ratsmitglieder zu wenden. Zu den großen Sorgen und Ängsten der Befragten zählen der Klimawandel, der die Lebensbedingungen negativ beeinträchtige, der wachsende Unterschied zwischen arm und reich sowie bei Verarmung im Alter.

Ergebnisse sollen in politische Arbeit einfließen

„Junge Olfener Bürger sind gesellschaftlich besorgt“, folgerte Geise. Bürgermeister Wilhelm Sendermann und die Verwaltung wollen nun versuchen, die Ergebnisse in der Stadtentwicklung einfließen zu lassen. Soweit das möglich ist. „Wir nehmen dieses Projekt sehr ernst. Es gibt gute Ansätze und Ideen. Einige Dinge haben wir schon verwirklicht oder es gibt sie bereits. Hier müssen wir noch mehr in die Öffentlichkeit gehen. Wir suchen aber weiterhin Wege, junge Menschen zu erreichen für ein Mitwirken an zukünftigen Planungen.“

Die Befragung wurde von Dr. Stephanie Geise vom Institut für Kommunikationswissenschaften Münster der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster zusammen mit Studierenden entwickelt. Pauline Fehrmann vom Bereich Bauen, Planung und Umwelt der Stadt Olfen begleitet vor Ort das Projekt.

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