Brandstiftung an der Aussichtsplattform: Kleiner Schaden, aber großer Ärger

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Noch keine Hinweise gibt es auf die Feuerteufel der Aussichtsplattform an der Steveraue. Die Feuerwehr teilt sich bei solchen kleineren Einsätzen mittlerweile auf.

Olfen

, 20.04.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vandalismus in Form von Brandstiftung an Orten der Freizeitgestaltung. Die Stadt Olfen ist da ein gebranntes Kind. Vom Dezember 2014 bis Januar vergangenen Jahres gab es die Brandserie, bei der der Schaukel-Esel an der Steveraue im Bereich Friedhof an gleicher Stelle vier Mal brannte. Am 9. April, haben Brandstifter wieder zugeschlagen. Bislang Unbekannte zündelten gegen 5.50 Uhr an der Aussichtsplattform in der Steveraue, Schützenstraße.

An der Aussichtsplattform an der Steveraue zündelten bislang Unbekannte rum.

An der Aussichtsplattform an der Steveraue zündelten bislang Unbekannte rum. © Wilco Ruhland

Als eine Polizeistreife und die Feuerwehr Olfen eintrafen, kokelten drei Balken der Plattform, hieß es in der betreffenden Polizeimeldung. Seitdem suchte die Polizei Zeugen. Bislang noch ohne Erfolg.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Lüdinghausen zu melden unter Tel. (02591) 7930.

„Das ist auch eine denkbar ungünstige Zeit für Zeugen“, sagt Kreispolizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding eine Woche später. Eher weniger Spaziergänger, Fahrradfahrer und Jogger sind um diese Zeit unterwegs. Die Hoffnung will er aber dennoch nicht aufgeben.

„Zum Glück wieder ausgegangen“

Von Außen ist nichts an der Plattform zu sehen. Auf der Plattform sind jedoch zwei eindeutig angekokelte Stellen auszumachen. „Zum Glück ist das Feuer wieder ausgegangen“, meint ein Passant eine Woche nach dem Vorfall. „Ich habe keine Ahnung, was die Leute sich dabei denken. Immer wieder passiert hier was. Deswegen wurden hier auch schon die Bänke weggemacht“, meint er.

Tatsächlich, bis zur nächsten Sitzbank ist es ein ganzes Stück. „Wenn man auf dem Fahrrad ist, ist das ja nicht so schlimm“, meint ein Fahrradfahrer scherzhaft, der extra angehalten ist, um den Blick auf Heckrinder, Esel und Störche zu genießen. Er empfindet die Situation an der Aussichtsplattform als nicht so dramatisch, wenn er auch für das Kokeln kein Verständnis hat. „Da sind ja auch erstaunlich wenig Graffitis dran.“ Allzu viele Schmierereien sind an der Plattform tatsächlich nicht. Zumindest wenn man das mit der Brücke Birkenallee, die in der Ferne auszumachen ist, vergleicht.

Bei dieser Form des Vandalismus ist die Stadt Olfen ein gebrandmarktes Kind.

Bei dieser Form des Vandalismus ist die Stadt Olfen ein gebrandmarktes Kind. © Wilco Ruhland

Um das Schaukel-Gerät am Friedhof ist es mittlerweile ruhig. Nach dem vierten Brand, kam kein neuer Esel, sondern eine schwerr entflammbare Schaukel-Kuh an seinen Platz. Eine neue Brandserie befürchtet die Stadtverwaltung nicht. „Nach der ausgesetzten Belohnung ist kein weiterer Vandalismus erfolgt“, sagt Astrid Diekerhoff von der Verwaltung. Dennoch: Eine Belohnung wurde nie ausgezahlt und es gibt bis heute auch keine Hinweise auf einen Täter, wie Diekerhoff auf Nachfrage erklärt.

Während die neue Skateranlage und auch schon die dazugehörige Baustelle videoüberwacht sind, soll die Überwachung an der Steveraue auch trotz des Falls an der Plattform nicht weiter ausgebaut werden.

Feuerwehr arbeitet mit zwei Alarmierungsgruppen

„Eine große Gefahr war das nicht“, meint Karsten Nieländer von der Freiwilligen Feuerwehr. „Nur der Ärger über den Schaden bleibt.“ Das Holz sei getränkt und deshalb nur schwer entflammbar. Deshalb ist der Schaden noch vergleichsweise klein. Die Feuerwehr spricht hier von einem „Kleineinsatz“, erklärt Nieländer.

Der Pressewart der Feuerwehr war selbst nicht vor Ort. „Wir haben mittlerweile zwei Alarmierungsgruppen, damit bei so etwas kleinem nicht immer 70 Leute aus dem Bett geklingelt werden“, erklärt er. Die Leitstelle könne meist ausmachen, ob es etwas großes wie ein Hausbrand oder ähnliches ist, oder eher kleiner, wie eine kurze Ölspur. Dann werden entsprechend nur eine, oder eben beide Gruppen alarmiert. „Da wir wachsen, sind mittlerweile bis zu 35 Leute in den Gruppen. Die wechseln sich monatlich für die Kleineinsätze ab“, erklärt Nieländer.

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