Bruno „Günna“ Knust kommt auf Einladung des KuK nach Olfen

rnKunst- und Kulturverein

Das 30-jährige Bestehen feiert der Kunst- und Kulturverein Olfen mit einer besonderen Veranstaltungsreihe. Er kann dabei befreundete Künstler begrüßen und eine Premiere feiern.

Olfen

, 28.01.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Günna ist Kult. Günna ist das personifizierte Ruhrgebiet, „ja, nee“. Oder „Mach fettich“. Viele Sprüche von Bruno Knust – alias Günna – sind legendär. Der Kabarettist mit eigenem Theater im Dortmunder Süden absolviert am Mittwoch, 30. Oktober ein „Auswärtsspiel“. Im Leohaus in Olfen. Auf Einladung des Kunst- und Kulturvereins (KuK). „Darauf freue ich mich ganz besonders drauf“, sagt Vorstandsmitglied Ulrich Haas. Knust sei noch nie beim KuK aufgetreten. Das soll sich ändern. Vielleicht wird Knust sogar zum „Wiederholungstäter“ wie viele andere auch in den vergangenen Jahren.

Frantz Wittkamp kommt

Frantz Wittkamp aus Lüdinghausen gehört beispielsweise zu den gern gesehenen Künstlern in Olfen. Auch er gestaltet die ab Mitte September laufenden Jubiläumswochen mit. Der offizielle Gründungstag des Olfener Kunst- und Kultvereins ist der 20. September 1989. Seinerzeit hatten gut 40 Menschen den Verein aus der Taufe gehoben. Bis heute sind davon 15 aktiv, andere sind weggezogen oder gestorben. Aktuell hat der Verein 175 Mitglieder – aus Olfen und zahlreichen anderen Städten und Gemeinden der Umgebung. Und er hat den Platz, verschiedenste Veranstaltungen anbieten zu können.

150 Quadratmeter in bester Lage an der Neustraße, Ecke Südwall, mit vielfältigen Möglichkeiten. Besser geht es kaum für den KuK. Das finden auch die Verantwortlichen des Vereins, die sich noch gut daran erinnern können, wie es vor der Zeit mit eigenen Räumlichkeiten war. Von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort ist der Kunst- und Kulturverein gezogen. Perfekt passte es selten.

60 Termine im Jahr

„Wir hatten rund zehn Veranstaltungen im Jahr“, sagt Franz Frye im Rückblick auf die Anfänge des KuK. Und das blieb auch etliche Jahre so. Bis zum Jahr 2002. Mit eigenen Räumlichkeiten und neuen Möglichkeiten stieg die Zahl schnell deutlich an. Zunächst auf 20 bis 30 im Jahr. Mittlerweile sind es um die 60 Termine mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen. Lesungen, Vorspiele, Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr. „Wir sind kein Mainstream-Verein, wir wollen alle Facetten bedienen“, sagt Ulrich Haas.

Mittlerweile lädt der Kunst- und Kulturverein zu rund 60 Terminen im Jahr ein. Dabei kann der KuK insgesamt rund 2500 bis 2800 Besucher begrüßen. Nicht mitgezählt sind die Menschen, die sonntags zwischen 11 und 13 Uhr ins Olfonium kommen, um sich die aktuellen Ausstellungen anzuschauen, sich mit Aktiven des Vereins auszutauschen oder Anregungen zu geben. Neben Traditionellem hat Außergewöhnliches im KuK Platz.

Dichtes Netzwerk aus Kontakten

„Das KuK-Ohr hört immer mit und das KuK-Auge sieht immer mit“, sagt Sabine Hennes und gibt damit einen Hinweis, wie der Verein die Vielfalt praktisch umsetzt.

Ob beim Urlaub auf den Kanarischen Inseln, bei der Ausstellung im Ruhrgebiet oder beim Konzert in Köln: Wenn KuK-Mitglieder unterwegs sind, nutzen sie alle sich bietenden Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit Künstlern. Längst ist so ein dichtes Netzwerk aus Kontakten entstanden. Und diese Kontakte geben ihre Erfahrungen an andere Künstler weiter. „Wir bekommen so viele Anfragen von Künstlern, dass wir drei Veranstaltungen in der Woche anbieten könnten“, sagt Frye. Das kann der Verein aber nicht stemmen. Nicht organisatorisch, nicht finanziell.

Bruno „Günna“ Knust kommt auf Einladung des KuK nach Olfen

Ulrich Haas (v.l.), Irmgard Bartelt, Sabine Hennes engagieren sich seit vielen Jahren im Vorstand des KuK. © Thomas Aschwer

Das bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass der Verein nur lokal Akzente setzt. Er ist so gut aufgestellt, dass er seit Jahren eine Tanzgala mit Profi-Band aus Köln auf die Beine stellen kann. „Die Leute kommen dafür aus einem Umkreis von 30 bis 40 Kilometern rund um Olfen“, sagt Frye. Noch längere Anfahrten nehmen Teilnehmer der Tango-Veranstaltung in Kauf.

Dass sich der Verein so entwickeln konnte, ist am Ende auch ein Verdienst der Stadt Olfen. Sie übernimmt fast zur Hälfte die Miete für das Olfonium. Zudem erhält der Verein aus der Kulturförderung Zuschüsse. Allerdings ist auch beim KuK nicht alles „rosarot“. Beim Gespräch müssen die Vorstandsmitglieder Irmgard Bartelt, Sabine Hennes, Franz Frye und Ulrich Haas einräumen, dass sich auch der Kunst- und Kulturverein schwertut, jüngere Mitglieder zu gewinnen.

Mit den Künstlern in Kontakt

„Jüngere engagieren sich eher bei Projekten, statt in Vereine einzutreten“, sagt Ulrich Haas. Er hat eine weitere große Veränderung festgestellt: „Mit 30 wurden früher viele Eltern, mit 40 haben sie Aufgaben in Vereinen übernommen.“ Das habe sich heute häufig um zehn Jahre nach hinten verschoben. Gerade vor diesen Hintergründen ist der Verein sehr dankbar für die Treue der Mitglieder.

Im Gegenzug dürfen sie mit den Besuchern besondere Momente bei Veranstaltungen erleben. Während es bei Theateraufführungen oder Konzerten in großen Häusern in der Regel keinen direkten Kontakt mit den Künstlern gibt, kommen im Olfonium an der Neustraße Künstler und Besucher oft ins Gespräch. „Die Künstler bleiben nach dem Auftritt gerne“, sagt Franz Frye.

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