Bürgerwindpark Olfen kommt - Flächen geändert

Windkraft

Auf dem ehemaligen Munitionsdepot in Olfen wird es keine Windräder geben. Das entschied der Bauausschuss am Donnerstag. Doch noch dieses Jahr will die Stadt die Planungen für einen Bürgerwindpark an der Grenze zu Haltern abschließen. Auf unserer Karte sehen sie, um welche Gebiete es sich handelt.

OLFEN

, 29.04.2016, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgerwindpark Olfen kommt - Flächen geändert

Drei Windräder stehen schon im Bereich Rechede - demnächst soll in Olfens Nord-Westen ein Bürgerwindpark dazu kommen.

Der Bauausschuss entschied sich Donnerstagabend auf Anraten der Stadtverwaltung gegen die Ausweisung des Munitionsdepots als Windvorrangzone im Flächennutzungsplan. Zunächst hatte die Verwaltung den Ausschussmitgliedern eine mehr als 30-seitige Stellungnahme vorgelegt. Darin kamen die sogenannten „Träger öffentlicher Belange“ zu Wort: Der Kreis Coesfeld, die Bezirksregierung, Nachbarstädte, Naturschutzorganisationen, die Partei Die Grünen, Gas-, Wasser- und Stromversorger und die Bundeswehr äußerten sich.

Neben Abstandsfragen zu Wohngebieten spielte in vielen Argumentationen der Natur- und Artenschutz eine große Rolle. Der gab am Ende auch den Ausschlag dazu, dass die Verwaltung zu dem neuen Vorschlag kam: Das Munitionsdepot wird keine Rolle mehr spielen, die nördlichen Teilflächen sollen hingegen als Windkonzentrationszone behalten werden.

Grünes Licht für Bürgerwindpark

Damit wolle die Stadt zweierlei erreichen: Zum einen aufzeigen, wo in Zukunft Windräder gebaut werden könnten, zum anderen aber auch, wo keine Windenergieanlagen mehr genehmigt werden können.

Die zweite Fläche im Nordosten von Olfen ist der Standort dreier Windräder in Rechede (lilane Markierung). Und die erste? Die Äcker an der Stadtgrenze zu Haltern werden zum Bürgerwindpark der Stadt Olfen (orangene Markierung). Das erfuhr unsere Redaktion am Freitag auf Anfrage von Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Die beiden Flächen haben wir auf dieser Karte eingezeichnet:

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Die Stadt will unabhängig von Investoren selbst drei Windkraftanlagen bauen und in die Investitionen ihre Bürger einbeziehen. Teile des Windparks sollen womöglich auch stiftungsfinanziert sein, sodass Bürger auch mit kleineren Beträgen von diesem Projekt profitieren. Die Verwaltung hat dazu demnächst eine Sondersitzung des Stadtrates anberaumt. Ziel sei, so Sendermann, noch dieses Jahr planungsrechtlich Klarheit zu haben. 2017 könnte – Stand jetzt – schon gebaut werden.

Seltene Vögel: Uhu und Ziegenmelker

In einem Planungsprozess, der nun schon mehrere Jahre andauert, hatte die Verwaltung in Zusammenarbeit mit Experten nach dem Ausschussverfahren mit sogenannten „Tabuzonen“ ein für Windkraft mögliches Gebiet ermittelt, zu dem auch das Munitionsdepot zählte. Diese Zone, zu der auch nördlich davon gelegenen landwirtschaftlich genutzten Ländereien gehören, war nach bisheriger Auffassung der Experten und der Verwaltung die einzige sinnvolle, wenn man Mindestabstände zum Beispiel zu Bebauung einhält.

Auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots spielten vor allem artenschutzrechtliche Faktoren eine Rolle: Der seltene Uhu sei zwar nicht mehr hier, anders sei das aber bei der Vogelart mit dem Namen Ziegenmelker. Es sei zwar zu erwarten, dass sich hier in den nächsten Jahren Wald entwickelt, der dem Ziegenmelker wieder die Lebensgrundlage entziehen würde, aber bis dahin sei eine Entscheidung gegen Windkraftanlagen sinnvoll.

Am 12. Mai soll der Haupt- und Finanzausschuss einen Beschluss zur Offenlegung des Flächennutzungsplans in 11. Fassung mit der kleinen Windvorrangzone fassen. Der Ausschuss folgte dem Verwaltungsvorschlag einstimmig.

Stichwort: Vorranggebiet
Der aktuelle Flächennutzungsplan entspricht laut Stadtverwaltung nicht mehr aktueller Rechtsprechung. Er ist zwar noch gültig, könnte aber zum Beispiel von Windanlagen-Bauherren angezweifelt werden.
Eine Stadt sollte eine Vorrangzone in substanzieller Größe ausweisen. Das hat zur Folge, dass an anderen Stellen im Stadtgebiet dann keine Windkraftanlagen mehr genehmigt werden können. So wird es in Olfen kommen.

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