Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann (CDU) - ein Jäger aus Leidenschaft

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Der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann ist neuer Vorsitzender der Jägerstiftung „Natur und Mensch“. Welche Ziele er dabei verfolgt, hat er im Interview erläutert.

Olfen, Nordkirchen

, 14.11.2019, 21:40 Uhr / Lesedauer: 3 min

Marc Henrichmann (43), direkt gewählter Bundestagsabgeordneter und damit auch Ansprechpartner für die Bürger in Nordkirchen, Olfen und Ascheberg, besitzt bereits seit 1996 einen Jagdschein. Jetzt setzt er sich auch als Vorsitzender der Stiftung „Natur und Mensch“ für die Interessen der Jäger ein.

Haben Sie bereits vorher in der Stiftung mitgearbeitet?

Von 2014 bis 2017 war ich neben meiner Anwaltstätigkeit ehrenamtlich als Geschäftsführer der Jägerstiftung tätig. In dieser Zeit zog die Geschäftsstelle der Stiftung aus Sinzig am Rhein in meine Heimatgemeinde Havixbeck um. Da ich aufgrund meiner politischen Aktivitäten diesen Posten nicht mehr adäquat bekleiden konnte, wechselte ich im Jahr 2017 in den Vorstand der Stiftung. Seit Anfang dieses Jahres haben wir mit Marco Leinz wieder einen hauptamtlichen Geschäftsführer, der von Havixbeck aus das Tagesgeschäft der Stiftung leitet.


Warum haben Sie neben ihrer Arbeit als Bundestagsabgeordneter zusätzlich diese Aufgabe übernommen?

Ich bin Jäger aus Leidenschaft und mir liegt die Jägerstiftung sehr am Herzen, da ich davon überzeugt bin, dass wir neben den Verbänden eine unabhängige und starke Stimme, die sich für eine zukunftsfähige und waidgerechte Jagd einsetzt, brauchen (...).

Welche Ziele verfolgt die Stiftung – geht es vor allem um das Thema Jagd oder auch andere Ansätze?

Grundsätzich setzt sich die Jägerstiftung für den Erhalt und den Schutz der heimischen Natur und unserer Wildtiere ein. Wir wollen ein Bewusstsein für die vielfältigen Aufgaben der Jäger schaffen (Natur-, Umwelt-, Tierschutz sowie Landschaftspflege) und darüber hinaus wollen wir Kinder und Jugendliche zurück in die Natur bringen und ein pädagogisches Bewusstsein für einen gesunden, der heutigen Zeit angepassten Umwelt- und Tierschutz wecken. Zudem kämpft die Jägerstiftung seit Jahren erfolgreich für die Akzeptanz der Jagd in der Öffentlichkeit - mit jagdbezogenen Forschungsprojekten oder schulpädagogischen Projekten wie dem Lernort-Natur-Koffer und dem Waldrucksack (...).

Wie engagiert sich die Stiftung konkret für Natur und Menschen?

Die Jägerstiftung natur+mensch schärft das Bewusstsein für den Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie für die Landschaftspflege. Wir bieten verschiedene schulische Projekte an, die nach den Grundprinzipien „Erleben - Verstehen - Handeln“ den Schutz der Naturlandschaften, die Pflege der Artenvielfalt und den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften fördern. Die Jägerstiftung natur+mensch setzt sich darüber hinaus für eine Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Natur in ihrer Artenvielfalt ein.
In diesem Zusammenhang schreibt die Jägerstiftung den Wettbewerb um den Förderpreis Wildtierfreundliche Landwirtschaft aus. Auch begleiten und subventionieren wir einzelne Projekte, wie beispielsweise das Anlegen von Hecken- und Blühstreifen um landwirtschaftlich genutzte Flächen herum. Dies hilft zum einen den Bestand an Niederwild zu erhöhen und zum anderen trägt es dazu bei, dass auch Insekten, die wichtig als Bestäuber, aber auch als Nahrung für Vögel und Kleinsäuger sind, weiterhin Habitate finden.

Welche Angebote unterbreitet die Stiftung für Kindergärten und Schulen?

Die Jägerstiftung natur+mensch bietet zwei naturpädagogische Projekte an: Mit dem Lernort Natur-Koffer hat die Jägerstiftung eine Materialsammlung zusammengestellt, mit der Exkursionen in die Natur vor- und nachbereitet werden können. Neben didaktischem Material für den Schulunterricht enthält der Themenkoffer auch Hilfsmittel wie beispielsweise Becherlupen und ein hochwertiges Fernglas für einen Entdeckungsgang in Wald, Feld und Flur.
Marco Leinz, unser Geschäftsführer, hat sich zum zertifizierten Waldpädagogen ausbilden lassen, um diese Schulungen, explizit auf den Lernort-Natur-Koffer abgestimmt, durchführen zu können. Mit dem Projekt „Waldrucksack“ dehnt die Jägerstiftung natur+mensch ihre naturschutzpädagogische Arbeit, die sich mit dem Lernort Natur-Koffer-Projekt (LNK) auf Kinder im Kindergarten und in der Grundschule konzentriert, auf Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I aus.

Welche Möglichkeiten gibt es für Bürger im Kreis Coesfeld, sich konkret über die Jagd zu informieren?

Ansprechpartner für die Bürger sind beispielsweise die Kreisjägerschaften der Landesjagdverbände. Hier wäre das die Kreisjägerschaft Coesfeld. Die Geschäftsstelle der Jägerstiftung steht aber auch jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung und ist bei der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner behilflich.

Sind auch Veranstaltungen der Stiftung in der Region geplant?

Bis zum Jahresende sind keine Veranstaltungen mehr geplant. Ende Januar wird die Jägerstiftung wieder mit einem Stand auf der Messe Jagd&Hund in Dortmund vertreten sein. Interessierte können uns dort gerne besuchen.

Bereits vor einigen Jahren hatte die Stiftung beklagt, dass die Jagd in weiten Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen wird. Was hat sich seitdem getan?

Gemessen an der Zahl der Jagdscheininhaber ist die Jagd heute so populär wie noch nie zuvor. Auch wird die Jagd weiblicher. Aber es ist richtig, dass auch heute noch weite Teile der politischen Parteien und auch Umwelt- und Tierschutzorganisationen der Jagd kritisch oder gar ablehnend gegenüberstehen. Hier müssen und werden wir dringend mit klaren Standpunkten gegenhalten und faktenbasiert und kompetent informieren. Unser Ziel hierbei ist: Information und Aufklärung zum Erhalt der Jagd (...).

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