Christusgemeinde in Olfen will erstmals FSJler beschäftigen

rnEvangelische Kirchengemeinde

Die evangelische Christus-Kirchengemeinde Olfen stellt sich in ihrer Kinder- und Jugendarbeit neu auf. Sie schafft dabei eine Stelle, die gerade für junge Erwachsene sehr interessant ist.

Olfen

, 04.07.2020, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Abitur nach vielleicht nur acht Jahren in der Tasche - und dann? Eine (Welt-)Reise bietet sich in der Coronakrise eher nicht an. Also doch direkt zur Uni oder in die Ausbildung. Wer in seiner Berufsfindung noch nicht so weit ist, kann sich sozial engagieren, viele Kontakte knüpfen und die Persönlichkeitsentwicklung ein Stück weit vorantreiben.

„Kinder- und Jugendarbeit gehört zu den wesentlichen Aufgaben der evangelischen Christusgemeinde“, heißt es in einer Selbsteinschätzung. Als Belege führt die Olfener Gemeinde an, dass sie Träger für den offenen Treff Gaudium ist. Dazu gibt es Jugendarbeit in Konfirmandengruppen und verschiedene interkulturelle Projekte.

Für alle Angebote gilt, dass nach Einschätzung der pädagogischen Fachkraft Nicole Funke „Kinder und Jugendliche heute weniger gebunden sein wollen - wie bereits in der Schule und vielleicht schon beim Sportverein.“ Auf diesen gesellschaftlichen Wandel hat die Kirchengemeinde reagiert.

Kirchengemeinde setzt bei Jugendarbeit verstärkt auf Projekte

„Beim Konfirmandenunterricht setzen wir verstärkt auf Projekte“, sagt Gudrun Schlaphorst, die in der Gemeinde für die Kinder- und Jugendarbeit zuständig ist. Sie entwickelt zusammen mit den Konfirmanden ein Skulpturenprojekt. In die Umsetzung waren Mitglieder des Kuk Olfen eingebunden.

„Es war das erste Projekt, in der sich Kirche und Kultur begegnet sind“, sagt Pfarrer Thorsten Melchert. Die Begeisterung der Teilnehmer und die erfolgreiche Umsetzung ermutigen die Verantwortlichen in der Gemeinde, das nächste Projekt zu starten. „Unsere neueste Idee ist ein interkulturelles Jugendprojekt“, sagt Gudrun Schlaphorst.

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Ihr ist es ganz wichtig, dass im Vorfeld nichts festgezurrt ist. Auch der Projektansatz sei nicht in Stein gemeißelt. „Die Jugendlichen sollen das Projekt mitgestalten können.“ Gudrun Schlaphorst und den weiteren Verantwortlichen in der Gemeinde ist wichtig, dass die „Jugendlichen Spaß dabei haben.“

Jugendliche sollen Spaß haben und Kontakt halten

Aber es gibt auch ein übergeordnetes Ziel. In Zeiten einer größer werdenden Distanz gerade von Jugendlichen zur Amtskirche erhofft sich die Christusgemeinde eine gewisse „Bindung“ der jungen Menschen auch nach der Konfirmation. Um ihnen ein spannendes Programm bieten zu können, verstärkt die Gemeinde die Hauptamtlichkeit.

Aus dem „Ein-Frau-Betrieb“ (Nicole Funke) soll ein Duo werden. Dabei beschreitet die Christusgemeinde einen neuen Weg. Zum ersten Mal sucht sie einen FSJler - also eine junge Frau oder einen jungen Mann, der ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. „Er kann evangelisch, katholisch oder Mitglied einer anderen Religion sein“, sagt Pfarrer Thorsten Melchert.

Wichtig ist, dass er sich in das bereits vorhandene Angebot einfinden kann - die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Konfirmandenarbeit und als dritter Baustein die interkulturelle Jugendarbeit. Der Einsatzort ist in allen Fällen Olfen.

Einjährige Vollzeitstelle mit Wochenumfang von 39 Stunden

Es handelt sich um eine Vollzeitstelle mit einem Wochenumfang von 39 Stunden. Seine Tätigkeit aufnehmen kann die junge Frau oder der junge Mann am 1. August, 1. September oder 1. Oktober. Befristet ist die Stelle für ein Jahr. Sollte der FSJler beispielsweise erst am 1. Oktober beginnen und in 2021 einen Studienplatz bekommen, kann die FSJ-Zeit auch verkürzt werden.

Die neue Kraft in der Jugendarbeit erfährt „eine fachliche Anleitung und Unterstützung.“ Zur Seite stehen ihm ein Team engagierter Ehrenamtlicher sowie offene Gemeindemitglieder. Interessenten schicken ihre Bewerbung an Pfarrer Thorsten Melchert, Von-Vincke-Straße 21, 59399 Olfen. Informationen zu Stelle gibt Jugendreferentin Nicole Funke, Tel. (02595) 3869191.

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