Corona wirft Gesundheitsämter bei Schuluntersuchungen zurück

rnSchuleingangsuntersuchung

Vor der Schule kommt die Schuleingangsuntersuchung. Doch durch Corona hinken viele Gesundheitsämter hinterher - auch der Kreis Coesfeld. Dabei fallen durch Corona auch Defizite auf.

Olfen

, 03.08.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bevor sie in die Schule kommen, müssen Kinder auf ihre Schulfähigkeit untersucht werden. Doch durch die aktuelle Coronapandemie mussten die Gesundheitsämter Pause machen. Das hieß erst einmal: Keine Schuleingangsuntersuchungen. So war es auch im Kreis Coesfeld.

„Uns hat die Corona-Pause natürlich stark zurückgeworfen“, erklärt Celine Klostermann. Sie ist eine der fünf Ärztinnen, die vom Kreis Coesfeld die Schuleingangsuntersuchungen machen. Jetzt während der Coronapandemie waren sie unter anderem auch viel in die Corona-Ermittlungen involviert. Doch obwohl das Gesundheitsamt viel Zeit bei den Schuluntersuchungen verloren habe - genau so stark haben sie auch wieder aufgeholt.

Bis Anfang September alle Kinder untersucht

Die ganzen Sommerferien haben die Ärztinnen die kommenden i-Männchen untersucht. Bis zur ersten Schulwoche am 13. August werden dadurch dann alle Olfener Kinder - bis auf einen Nachzügler im September - untersucht sein. Bis Anfang September ist das dann auch für die Kinder aus den anderen Kreisstädten der Fall.

Andere Kreise hatten sich dazu entschlossen, nicht mehr alle Schulkinder auf ihre Schulfähigkeit zu untersuchen. Doch der Kreis Coesfeld geht einen anderen Weg. „Uns ist wichtig, dass wir alle Kinder untersucht haben, damit alle auch den gleichen Anspruch haben“, erklärt Klostermann.

Denn bei der Schuleingangsuntersuchung soll herausgefunden werden, ob Kinder „schulreif“ sind und ob sie noch spezielle Förderung oder Unterstützung brauchen. So werden zum Beispiel die Sinneswahrnehmungen getestet - also das Hören und Sehen - aber auch der Stand der Entwicklung der Kinder oder ihre Fähigkeiten in Bezug auf Zahlenverständnis oder Malen wird überprüft.

Reger Austausch mit Eltern und Kitas

Wenn bei Kindern dann Auffälligkeiten zum Vorschein kommen schauen die Ärztinnen, wo es Therapiebedarf gibt und wie man diesen umsetzen kann. Ganz selten komme es vor, dass die Kinder zurückgestellt werden. Doch dass jetzt unter den Olfener Kindern noch welche sind, die nicht als „schulreif“ gelten, ist sehr unwahrscheinlich, erklärt Celine Klostermann.

„Wir sind natürlich mit den Eltern und Kitas im regen Austausch“. Alle Kinder, bei denen die Kitas Schwächen vermuteten, wurden bereits vorgezogen. „Von den jetzigen Kindern erwarten wir keine großen Defizite mehr“, so Klostermann. Denn die hätten sich schließlich sonst vorher schon gemeldet. Außerdem können viele Therapien oder beispielsweise eine Brille auch noch während der ersten Schulzeit umgesetzt werden.

Zusätzlich zu den allgemeinen Untersuchungen wird bei der Schuleingangsuntersuchung ab diesem Jahr auch geschaut, ob die Kinder gegen Masern geimpft sind. Denn der Masernschutz ist ab diesem Jahr bei der Einschulung Pflicht. „Aber die Mehrheit der Kinder hat den geforderten zweifachen Masernschutz schon“, erklärt Klostermann.

Emotionale und soziale Entwicklung leidet unter Corona

Trotzdem ist der Ärztin bei den angehenden Schulkindern in diesem Jahr eine Sache ganz besonders aufgefallen: die soziale und emotionale Entwicklung. Denn die vielen Corona-Ausfälle merke man bei den Kindern sofort. „Das ist klar, die Kinder brauchen ihre sozialen Kontakte im Kindergarten für ihre Entwicklung“, erklärt Klostermann. Denn im Kindergarten werden die Kinder viel gefördert und lernen viel.

Konkret könnte man diese Corona-bedingten Defizite zum Beispiel an der Konzentrationsfähigkeit der Kinder erkennen. „Man merkt einfach: Die Kinder waren durch Corona sehr eingeschränkt, hatten wenig gleichaltrige Kontakte und haben darunter eben sehr gelitten“, erklärt Celine Klostermann.