Coronakrise zwingt Gastronomie in die Knie - erste Olfener Betriebe planen Kurzarbeit

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Restaurants, Cafés und Gaststätten sind seit dem 23. März geschlossen, auf gutes Essen verzichten müssen die Olfener nicht. Wie klappt es in der Coronakrise mit dem Liefer- und Abholservice?

Olfen

, 28.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger ist groß. Wenn die heimische Gastronomie in der Coronakrise zu wenige Kunden hat, „haben wir nach der Krise kein tolles Restaurant mit Biergarten mehr“. Mit diesen Worten lobte in einer Mail an die Redaktion eine Olfenerin das Forsthaus an der Selmer Straße - direkt am Kanal.

So groß die Freude von Saskia Gentsch vom Landgasthof über das Urteil ist, beim Zuspruch für den Abholservice sieht sie noch Luft nach oben. Mit Angeboten will sie weitere Kunden gewinnen. Punkten möchte sie am Wochenende mit einem klassischen münsterländischen Nachtisch - Herrencreme.

Landgasthof „Zum Forsthaus“ setzt auf kleinere Karte und Angebote

„Er wird bei uns sehr gerne gegessen“, sagt Saskia Gentsch. Wer am Samstag und Sonntag ein Gericht zum Mitnehmen bestellt, muss für den Nachtisch einen Euro bezahlen. Vor der Krise waren es 3 Euro. „Auch Schnitzel sind aktuell im Angebot, sie kosten 11 Euro.“

Mit Angeboten wie diesen stemmt sich die Chefin des Familienunternehmens mit aller Kraft gegen die Krise im Gastronomiegewerbe. Ein weiterer Ansatz ist eine verkleinerte Karte. „Wir konzentrieren uns aktuell auf die Gerichte, die stark nachgefragt werden - also Schnitzel, Steaks und Nudeln.“ Geöffnet hat das Forsthaus montags und mittwochs bis freitags von 16.30 bis 20.30 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 19 Uhr.

Hotel & Restaurant Zum Steverstrand hat komplett geschlossen

Kein Ansatz für das Hotel & Restaurant Zum Steverstrand an der Lüdinghauser Straße 31. Der Betrieb hat aktuell komplett geschlossen. „Wir liefern auch nichts außer Haus“, sagt Inhaber Mensud Pilica. „Das lohnt sich nicht.“ Für das Personal hat der 53-Jährige Kurzarbeit angemeldet.

Pilica berichtet von „enorm vielen Absagen für März, April und auch schon für den Mai.“ Das gelte auch für das Restaurant und auch die zehn Hotelzimmer. Das ist für die Familie natürlich bitter. „Ich habe keine anderen Einnahmen.“ Doch habe er Verständnis für die Entscheidung der Kundschaft.

Restaurant Heidekrug bietet an fünf Tagen in der Woche Lieferservice

Einen Lieferservice bietet hingegen auch Familie Soprano an, die seit mehr als 20 Jahre das Restaurant Heidekrug an der Kökelsumer Straße 111 betreibt. Wie auch schon vor der Coronakrise sind Montag und Dienstag Ruhetag. Neu sind die Zeiten für anderen Tage.

Von mittwochs bis sonntags nimmt das Restaurant jeweils von 12 bis 21 Uhr unter Tel. (02595) 7903 Bestellungen an. „Getränke und Speisen liefern wir im Umkreis von 20 Kilometer, ab einem Bestellwert von 20 Euro ohne Mehrkosten“, heißt es auf der Internetseite des Restaurants.

Pizzeria Pinocchio bietet älteren Menschen besonderen Service

Die Pizzeria Pinocchio (Marktplatz 6, Tel. 02595/7688) ist an sieben Tagen in der Wochen für die Menschen in Olfen und den angrenzenden Orten da. Inhaberin Elvira Ganeva und ihr Team bieten dabei einen besonderen Service für „alle älteren Menschen. Für sie gibt es keinen Mindestbestellwert. Wir liefern die Gerichte in jedem Fall kostenlos.“

Für andere Personengruppen gibt es einen Mindestbestellwert von 15 Euro, um kostenlos beliefert zu werden. In jedem Fall gilt, persönliche Kontakte sollen vermieden werden. Das gilt übrigens auch für den Abholservice. Die Pizzeria stellt die Waren draußen auf den Tisch, die Kunden legen hier das Geld ab.

Ähnlich die Situation bei der Pizzeria Bella Roma am Nordwall (Tel. 02595/386841). In der Coronakrise gibt es grundsätzlich keinen Mindestbestellwert mehr für kostenlose Lieferungen. Die Kunden können ihr Essen aber auch selbst abholen - natürlich ohne persönlichen Kontakt. Die Pizzeria ist von 11 bis 23 Uhr für die Kunden da.

Buchungskalender bei Mutter Althoff - erst gut gefüllt, jetzt fast leer

Für die Situation bei Mutter Althoff in Vinnum gibt es nur eine Beschreibung - sehr schwierig. Noch vor wenigen Wochen sei der Buchungskalender richtig gut gefüllt worden. „Mit der Schließung der Schulen hagelte es Absagen - bis in den August hinein“, sagt Jürgen Menke.

Berufstätige mieten noch das ein oder andere Zimmer, das Restaurant ist aber seit knapp einer Woche geschlossen - und bleibt es zumindest bis zum 18. April. Weil der Außerhausservice kaum nachgefragt wurde, endet er am Sonntagabend. Ab April geht es für die Mitarbeiter voraussichtlich in die Kurzarbeit.

Zahlreiche Betriebe in Olfen sind komplett geschlossen

Ähnlich die Situation bei der Gastronomie „Leo´s“ im Leohaus. Wirtin Hedwig Brintrup hat die Restauration geschlossen. Ein Außerhaus-Service biete sich für Frühstück und Kuchen kaum an. Ihr Fazit: „Es ist sehr schwierig in unserem Gewerbe.“

Ein Urteil, dem sich auch andere Betriebe in Olfen anschließen können. Das Hotel und Restaurant „Zur Rauschenburg“ ist aktuell ebenfalls komplett geschlossen. Gleiches gilt für den gastronomischen Teil des Bauernhofcafes Schulze-Kökelsum.

Hier gibt es aber auch eine positive Nachricht. Der Bauernladen mit vielen regionalen Produkten ist weiter geöffnet - sieben Tage in der Woche jeweils von 10 bis 17 Uhr. In der nächste Woche (ab 30. März) gibt es auch den ersten frischen Spargel.

Schwer getroffen von der Coronakrise ist auch die Familie Tenkhoff. Das gerade erst umgebaute Café musste geschlossen werden. Der ohnehin nur saisonal betriebene Hofladen ist aktuell ebenfalls geschlossen. Im April soll die Spargelsaison beginnen. Doch hier gibt es das Problem, dass die Saisonarbeiter aus Osteuropa nicht einreisen dürfen.

Betriebe melden sich Olfener Betriebe, die einen Lieferservcie oder einen Außerhaus-Verkauf anbieten, können sich gerne in der Redaktion melden - am besten per Mail: lokalredaktion.selm@ruhrnachrichten.de
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