Rolle rückwärts: Schüler dürfen Mundschutz-Masken im Unterricht ablegen

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Erst hieß es: Mundschutz-Pflicht. Gleich am ersten Schultag wurde diese Regel aber gelockert an der Wolfhelmschule in Olfen. Deshalb ist die Schülersprecherin Jule Schepers jetzt erleichert.

Olfen

, 23.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem ersten Schultag nach der Corona-bedingten Schließung hatte der Schulleiter der Wolfhelmschule in Olfen, Dr. Jerome Biehle, angekündigt, für alle Schüler, Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter, eine Mundschutz-Pflicht einzuführen. Im Unterricht selber durften die Schüler den Mundschutz am Donnerstag (23.4.) dann aber doch ablegen. Das hatte einen einfachen Grund.

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„Ursprünglich hatten wir das so geplant, dass die Schüler den Mundschutz auch während des Unterrichts zu tragen haben. Ich habe mich dann aber nochmal hinterfragt, ob die Notwendigkeit zwingend gegeben ist und mich dann doch dagegen entschieden“, sagt Schulleiter Biehle im Gespräch mit dieser Redaktion.

Schüler haben sich vorbildlich an Regel gehalten

Das geschah auch aus dem Grund, „weil sich die Schüler wirklich vorbildlich an die Regel gehalten haben“, so Biehle. Fast jeder Schüler hatte laut dem Schulleiter einen Mundschutz dabei. „Für die wenigen, die keinen mit hatten, konnten wir welche bereitstellen.“

Aktuell ist nur ein Eingang der Schule geöffnet. „Da kommen mit unseren beiden Abschluss-Jahrgängen, den Lehrern und dem Verwaltungspersonal knapp 250 Menschen durch. Auf den Gängen und Toiletten gilt daher weiterhin die Mundschutz-Pflicht. Im Unterricht ist es den Schülern aber freigestellt, da ich gesehen habe, dass die Abstände sehr gut eingehalten werden“, erklärt Biehle.

Abstandsregel beachtet - Mundschutz-Regel gelockert

Am Donnerstag ist Biehle in jede Klasse gegangen und hat sich von dem Einhalten der Abstandsregel überzeugt. „Als ich gesehen habe, wie gut das klappt, habe ich eine Durchsage gemacht und den Schülern mitgeteilt, dass sie die Masken während des Unterrichts abnehmen dürfen“, so Biehle. Zudem werden sämtliche Räume alle 45 Minuten stoßgelüftet.

Am Anfang saßen die Schüler noch mit Mundschutz-Masken im Unterricht. Diese durften sie aber schnell wieder ablegen.

Am Anfang saßen die Schüler noch mit Mundschutz-Masken im Unterricht. Diese durften sie aber schnell wieder ablegen. © Wolfhelmschule

Das freiwillige Angebot des Präsenz-Unterrichts für die Schüler der Q2, die in diesem Jahr ihr Abitur schreiben, sei laut Biehle „sehr gut“ angenommen worden: „76 Prozent der Q2-Schüler sind zur Schule gekommen.“

Regel-Lockerung war für Schüler „beruhigend“

Wie auch Jule Schepers, die zum Team der Schülersprecher der Wolfhelmschule gehört. Die 19-Jährige macht in diesem Jahr ihr Abitur. Sie sei erleichtert gewesen, als es hieß, dass sie und ihre Mitschüler die Masken während des Unterrichts ablegen dürfen. „Das war für alle sehr beruhigend. Zumal es doch sehr anstrengend ist, zu reden, während man die Maske trägt. Es wird sehr warm darunter“, sagt sie.

Generell habe sie sich aber sehr gefreut, dass die Schule nun wieder geöffnet hat. So ging es wohl auch vielen ihrer Mitschüler. „Ich habe mit einigen gesprochen und die meisten haben gesagt, dass sie es gut finden, wieder zur Schule gehen zu können. Man fühlt sich mit Hinblick auf die Abitur-Prüfungen einfach sicherer - jetzt, wo man nach langer Zeit mal wieder einen Lehrer gesehen hat.“

Ablenkung zu Hause größer als in der Schule

Und weiter: „Es war für viele sicherlich nicht ganz einfach, sich zu Hause zu konzentrieren. Da wird man häufig abgelenkt. Die meisten haben daher das Angebot jetzt dankend angenommen.“

Sie könne sich jedoch vorstellen, dass in den nächsten Tagen und Wochen weniger ihrer Mitschüler zur Schule gehen. „Es war schön, all die Mitschüler jetzt mal wiederzusehen, auch wenn man den Abstand einhalten muss. Wir haben in der Schule viel Methodik gemacht, während man sich zu Hause beim Lernen vermehrt auf die Inhalte konzentriert. Wenn demnächst viele merken, dass sie das auch von zu Hause aus gut hinkriegen, werden sicherlich weniger Q2-Schüler den Unterricht besuchen“, so Jule Schepers Einschätzung.

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