Jäger und Waffensammler: Darum bekommen Waffenbesitzer regelmäßig Besuch von der Polizei

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Die Zahl der Waffenbesitzer im Kreis Coesfeld ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Müssen sich die Bürger deshalb Sorgen machen vor Verhältnissen wie in den USA?

Olfen, Nordkirchen

, 07.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei im Kreis Coesfeld muss passen. Sie kann nicht sagen, wie viele registrierte Waffen es im Kreis gibt. Vor rund vier Jahren stand eine Schätzung von rund 19.000 Waffen im Raum bei rund 3400 Jägern, Sportschützen und Waffensammlern. Aktuell gibt es nach Auskunft der Polizei 3618 Waffenbesitzer - zumeist Jäger.

Für die Bezirksbeamten der Polizei bedeutet diese Entwicklung zunehmend mehr Arbeit. Seit der letzten Gesetzesverschärfung 2009 haben sie im Kreis eine weitere Aufgabe - die Kontrolle der Waffenbesitzer. Während andere Kreise diese Aufgabe zentral organisiert haben, setzt die hiesige Polizei auf eine dezentrale Lösung.

„Bei 23 Behörden haben wir so eine höhere Kontrolldichte und nicht eine zehnjährige Pause bis zur nächsten Kontrolle“, sagt Polizei-Pressesprecher Rolf Werenbeck-Ueding. Werenbeck-Ueding. Besonders schnell bekämen Waffenbesitzer nach Auffälligkeiten Besuch.

„Immer mal wieder“ nimmt Polizei die Waffe weg

Das gelte nicht „nur“ für die nicht ordnungsgemäße Aufbewahrung der Waffen, sondern wenn die Besitzer beispielsweise unter Alkohol bei Schlägereien oder beim Thema häusliche Gewalt auffällig werden. „Bei eklatanten Verstößen handelt die Polizei konsequent“, so Werenbeck-Ueding. „Es passiert immer mal wieder, dass wir Waffenbesitzern die Waffe wegnehmen.“

Der Gesetzgeber habe, so die Polizei, weitere Sicherungsmaßnahmen eingeführt, um den Missbrauch möglichst zu verhindern. So dürfe die Waffe beispielsweise erst bei der Jagd geladen und „muss noch vor Ort wieder entladen werden.“

Auch für die Aufbewahrung gelten klare Vorgaben. So dürfen Waffen und Munition nicht gemeinsam in einem Schrank liegen.

Wie schätzt der Landesjagdverband die Situation ein?

Die meisten Waffenbesitzer im Kreis Coesfeld sind eindeutig Jäger. Wie schätzt der Landesjagdverband die Situation ein. Dazu Fragen an Andreas Schneider, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Wie groß ist das Interesse an der Ausbildung zum Jäger?

Sehr groß. Die jetzt anlaufenden Jungjägerkurse in den Kreisjägerschaften und Hegeringen Nordrhein-Westfalens sind dem Vernehmen nach gut ausgelastet bis ausgebucht. Auch im Bundestrend verzeichnen wir einen steigenden Trend.

Welche Vorgaben gibt es für das Schießtraining?

Grundsätzlich fordern die ethisch und gesetzlich verankerten Grundsätze des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit von jedem Jäger, das Wild so zu erlegen, dass ihm vermeidbare Schmerzen und Leiden erspart bleiben. Daneben ist der sichere Umgang mit der Waffe wichtige Grundvoraussetzung.
Regelmäßiges Schießen auf Schießständen dient der Übung und Förderung der Schießfertigkeit und der sicheren Waffenhandhabung. Zu diesem Zweck werden in NRW zahlreiche jagdliche Schießstände unterhalten.

Wie oft müssen Jägerinnen und Jäger an den Schießstand?

Wer in NRW an einer Bewegungsjagd auf Schalenwild teilnimmt, muss gemäß Landesjagdgesetz NRW zuvor einen Schießübungsnachweis erbracht haben, der nicht älter als 12 Monate ist.

Haben sich die Regeln in den vergangenen Jahren geändert?

Das Landesjagdgesetz wurde im Frühjahr 2019 geändert. Dabei wurde auch der jetzige Schießübungsnachweis eingeführt. Davor gab es einen Schießleistungsnachweis.
Der Landesjagdverband fordert aber weiterhin von der Politik, einen bundeseinheitlichen Schießnachweis einzuführen, unabhängig davon, ob es sich um einen Übungs- oder Leistungsnachweis handelt. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Waffenaufbewahrung wurden zuletzt im Jahr 2017 aktualisiert und verschärft.

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