Darum macht Ludger Besse doch als Chef des Heimatvereins weiter

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Eigentlich wollte Ludger Besse nicht wieder für den Vorsitz des Heimatvereins Olfen kandidieren. Nun ist er doch weiter Chef des Vereins. Das soll aber nur eine Übergangslösung sein.

von Sarah Mecklenburg

Olfen

, 01.04.2019, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 2009, schon 10 Jahre lang, ist Ludger Besse der erste Vorsitzende des Olfener Heimatvereins. Eines der schönsten Ehrenämter in Olfen, wie er bereits mehrfach betonte. Trotzdem kündigte er schon im letzten Jahr an, dass er sich bei der diesjährigen Vorstandswahl nicht wieder als Kandidat aufstellen lassen möchte.

Der Grund: Er wird im Sommer dieses Jahres 75 Jahre alt und möchte seine Zeit künftig mehr mit seiner Familie und vor allem mit seinen Enkelkindern verbringen.

Mit Spannung erwartete Neuwahl

Daher stand bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am Sonntag, 31. März, neben den üblichen Regularien, auch die mit Spannung erwartete Neuwahl des Vorstands auf dem Programm. Schließlich gab es bisher keinen neuen Kandidaten für das Amt des ersten Vorsitzenden.

Was passieren würde, falls sich kein Freiwilliger finden sollte, konnte Ludger Besse im Vorhinein noch nicht beantworten. „Es hat sich bis jetzt noch niemand gemeldet, die Wahl wird für uns alle eine kleine Überraschung. Ich hoffe allerdings, dass es viele Freiwillige geben wird“, so Ludger Besse.

125 waren dabei

Rund 125 der insgesamt 650 Mitglieder des Heimatvereins erschienen zu der Jahreshauptversammlung, um bei der Wahl ihre Stimme abgeben zu können. Für einen besonders emotionalen Moment sorgte dabei Ludger Besse selbst mit seinem Jahresbericht, der sich mehr zu einer Abschiedsrede entwickelte.

Mit Tränen in den Augen erzählte er von dem Beginn seines Amtes, der für ihn damals völlig überraschend kam. Vergleicht seine Entwicklung mit einem Sprung ins Wasser, in dem man sich zuerst noch etwas unwohl fühlt, es dann aber immer mehr zu genießen lernt. Auch die Teilnehmer der Hauptversammlung waren sichtlich ergriffen.

Doch noch keine Abschiedsrede

Doch Ludger Besses Rede sollte nun doch nicht sein Abschied werden. Zwar gab es einige Vorschläge im Rahmen der Wahl, allerdings lehnten alle potenziellen Kandidaten aus verschiedenen Gründen ab.

Eine Lösung musste allerdings gefunden werden. Schnell stand eine Möglichkeit im Raum: eine sogenannte „Abkühlphase“, in der Ludger Besse sein Amt als Vorsitzender nun doch noch weiterführen soll. Bis zur nächsten Wahl im Frühjahr 2020 soll eine Lösung gefunden werden. Diese könnte in Zukunft in Form einer breiteren Spitze bestehen, also einem Zweier- oder Dreiergremium als Vorstand.

Kompromissbereit, aber nicht glücklich

Ludger Besse erklärte sich zu dem Kompromiss bereit. Glücklich war er über diesen Ausgang allerdings nicht: „Ich finde es sehr traurig, dass sich von unseren 650 Mitgliedern keiner dazu bereit erklärt, den Vorsitz weiterzuführen. Was ist das für ein Vereinsleben, wenn jeder gerne Angebote in Anspruch nimmt, aber niemand Verantwortung übernehmen oder sich an der Arbeit daran beteiligen möchte. Ich hoffe, dass wir in einem Jahr zu einem besseren Ergebnis kommen, sonst besteht die Gefahr, dass hier an meiner Stelle bald ein gerichtlich bestimmter Notvorstand steht.“

Für ein weiteres Jahr wolle er sich auf keinen Fall überreden lassen, egal wie viel Lob ihm dann entgegengebracht wird. Unterstützt wird Ludger Besse im kommenden Jahr neben den anderen Vorstandsmitgliedern, auch von seinem neuen Stellvertreter Theo Watermeier.

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