Darum sind die Olfener Bezirksbeamten aktuell nicht in Olfen im Einsatz

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Die beiden Bezirksbeamten Gerd Olschewski und Berthold Olbrich sind seit Wochen nicht mehr in Olfen im Einsatz. Die Behörde spricht von einer vorübergehenden Personalmaßnahme.

Olfen, Vinnum

, 06.03.2019, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Groß war die Freude im Herbst 2014, als Landrat Konrad Püning, Polizeidirektor Jürgen Brandt und Bürgermeister Josef Himmelmann Gerd Olschewski persönlich in sein neues Amt als Bezirksbeamter in Olfen einführten. „Ich freue mich sehr darüber, ab sofort in meiner Heimatstadt Dienst verrichten zu können“, sagte damals Polizeihauptkommissar Olschewski. Er löste seinerzeit Rolf Baumann ab, der zuvor ein Jahr lang als Bezirksbeamter in Olfen tätig war und im Herbst 2014 wieder zur Polizeiwache Lüdinghausen wechselte.

Seit wenigen Wochen ist der Olfener Rolf Baumann wieder als Bezirksbeamter in der Steverstadt tätig. Geplant war das so nicht. „Es hat Personalmaßnahmen gegeben, weil die beiden Kollegen langzeiterkrankt sind“, sagt auf unsere Anfrage Polizei-Pressesprecher Rolf Werenbeck-Ueding. Nicht bestätigen will er Informationen dieser Redaktion, dass die beiden Polizisten nicht auf ihre Plätze in der Steverstadt zurückkehren und andere Aufgaben in der Behörde übernehmen werden.

Statt zwei Bezirksbeamten ist nur ein Polizist im Einsatz

So oder so hat sich grundsätzlich die polizeiliche Versorgung der Steverstadt geändert. Statt bislang zwei Beamte im Bezirksdienst ist jetzt mit Rolf Baumann nur ein einziger Kollege vor Ort. „Das entspricht aber den Vorgaben der Landesregierung“, sagt Pressesprecher Werenbeck-Ueding. Diese Vorgabe sehe einen Bezirksbeamten für jeweils 10.000 Einwohner vor. Olfen sei also in der Vergangenheit also „überbesetzt gewesen“. Das gelte aktuell allerdings auch für die Gemeinde Ascheberg mit ebenfalls zwei Bezirksbeamten. Rechnerisch würden Olfen 1,25 und Ascheberg 1,5 Stellen zustehen. Der Pressesprecher geht davon aus, dass auch in Olfen wieder „auf Dauer beide Stellen besetzt werden“.

Ob Berthold Olbrich nach Olfen zurückkehrt, scheint zumindest fraglich zu sein. Er wird in diesem Jahr 61 Jahre alt und geht damit planmäßig in den Ruhestand. Früher seien die Beamten im Wechseldienst mit 60 Jahren in den Ruhestand gegangen, sagt auf Anfrage Rolf Werenbeck-Ueding. Mitte der 2000er Jahre sei das Renteneintrittsalter um ein Jahr erhöht worden. Seitdem gilt auch für die Polizeibeamten, die nicht im Wechseldienst -also im Schichtdienst- tätig sind, ein Renteneintrittsalter von 62 Jahren.

  • Der Bezirksdienst im Wachbereich Lüdinghausen besteht aus insgesamt neun Beamten.
  • Dabei sind zwei Beamten in Lüdinghausen im Einsatz. Ebenfalls jeweils zwei Beamte bilden jeweils den Bezirksdienst in Ascheberg, Senden und Olfen.
  • In Nordkirchen besteht der Bezirksdienst hingegen nur aus einem Beamten.
  • Außerhalb der Dienstzeiten der Bezirksbeamten ist die Wache in Lüdinghausen zuständig.

Wechsel nach Olfen war ein „lang gehegter Wunsch“

Bei der Polizei ist Berthold Olbrich übrigens bereits seit 1976. Nach der Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Bork war er zwei Jahre in Bonn tätig gewesen. Olbrich verfügt aber auch über Auslandserfahrung. Für insgesamt zwei Jahre war er für die EU im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina im Einsatz. „Ein Abenteuer“ sei zu Wendezeiten auch der Einsatz im brandenburgischen Strausberg gewesen. Dort war er zwei Mal je ein halbes Jahr. Aufgrund des Rotationssystems bei der hiesigen Polizei wechselte der Lüdinghauser vor rund fünf Jahren nach Olfen.

Während Olbrich seinerzeit gerne in seiner Heimatstadt geblieben wäre, ging für Gerd Olschweski mit dem Wechsel nach Olfen ein „lang gehegter Wunsch in Erfüllung“, wie er zur Amtseinführung sagte. Als eine seiner wichtigsten Aufgabe sah er immer die Beobachtung und Kontrolle des Schülerverkehrs an. Bei einem Bericht unserer Redaktion im vergangenen Jahr über die Situation an der Grundschule zeigte sich das gute Miteinander von Schülerinnen und Schüler und dem Polizeibeamten. Viele Kinder klatschen Gerd Olschewski beim morgendlichen Treffen ab.

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