Das sind die Aufgaben der Wasserschutzpolizei

Dattelner Meer

Die Beamten der Wasserschutzpolizei (WSP) haben eine hervorragende Aussicht auf das Dattelner Meer. Sie müssen diesen Verkehrsraum überwachen. Unter ihrem geschulten Blick schippern die Berufsschifffahrt, ebenso wie Freizeitkapitäne, Ruderer und Paddler vorbei.

SÜDKIRCHEN/OLFEN

von Heidi Tripp

, 22.03.2016, 05:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa 160 Kilometer Kanal müssen die 24 Mitglieder der Dattelner Wachmannschaft kontrollieren (des Rhein-Herne-, des Wesel-Datteln-, des Datteln-Hamm- und des Dortmund-Ems-Kanals). „Wir führen anlassunabhängige Kontrollen durch. Jedes Schiff sollte mindestens vierteljährlich und öfter kontrolliert werden“, informiert Rainer Wißmann, der Polizeioberkommissar ist und aus Südkirchen stammt. Er ist im Innendienst tätig und leitet die Verwaltung der Wache.

Über seinen Schreibtisch laufen unter anderem die Statistiken der standardisierten Schiffskontrollen, hier übernimmt er die Auswertungen. Bei den Überprüfungen werden beispielsweise der bauliche Zustand, die Patente der Schiffsführer, Genehmigungen für den Transport und auch die Einhaltung der Sozialvorschriften überprüft. Ebenfalls werden unter anderem Bußgeldbescheide durch die WSP persönlich an Bord gebracht, da die Schiffer die meiste Zeit auf dem Wasser verbringen.

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„Eines der größten Probleme der Schifffahrt ist, das überall versucht wird, Zeit herauszuschlagen. Jede Minute ist bares Geld für die Schiffer. Beispielsweise bedeutet weniger Personal oder eine weniger qualifizierte Besatzung eine Ersparnis“, erläutert der Polizeihauptkommissar Theodor Jankord, der aus Olfen stammt. Auch beim Entladen gibt es unerlaubte Tricks, wie das Öffnen der Flammendurchschlagssicherung. Dies bewirkt, dass sich die Tanks schneller befüllen lassen, da die Luft rascher entweichen kann. Überladene Schiffe sind ebenfalls keine Seltenheit. In diesem Fall wird das Schiff mit Tauen befestigt und der überschüssige Teil der Ladung entnommen.

Nach einem Probejahr kam die Ausbildung zum Wasserschutzpolizisten

„Die Schiffer versuchen, sich Vorteile zu verschaffen. Kommen sie damit durch, werden solche Fälle häufiger“, berichtet Jankord, der 2001 zur WSP gewechselt ist, da der Streifendienst in Waltrop eingestellt wurde. Nach einem allgemeinen Probejahr, stand für ihn fest, die erforderliche Ausbildung zum Wasserschutzpolizisten zu absolvieren. Zur Ausbildung gehört der Erwerb vieler Patente, wie zum Beispiel das Behördenpatent für Schiffführer, das Radarpatent und das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk.

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„Ich habe meine Entscheidung nicht bereut, denn so habe ich den Polizeidienst noch einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Es ist ein wesentlich interessanteres Arbeitsumfeld“, erklärt der Polizeihauptkommissar Jankord.

Für ihn war eines der außergewöhnlichsten Erlebnisse im Dienst: das Leerlaufen des Dortmund-Ems-Kanals im Jahr 2005. Ein Erlebnis, dass Rainer Wißmann wohl nie vergessen wird, war zu seiner Zeit bei der Duisburger WSP. Bereits bei seiner Anfahrt im Auto konnte er eine riesige Rauchsäule sehen, die über dem Hafen schwebte. Dort brannte lichterloh die sogenannte Schrottinsel. Zu seinen Aufgaben damals gehörte es, eine Schifffahrtssperre zu errichten. Rainer Wißmann entschied sich aus Interesse für die WSP, denn zu seinen Hobbys zählen Wassersportarten.

 

„Der Dienst ist sehr interessant. Besonders reizvoll war für mich die technische Seite des Berufs, und dass wir uns unsere Tätigkeitsfelder selbst suchen“, erläutert der Polizeioberkommissar Wißmann, dessen Kollegen ihn gern den am besten informierten Beamten Dattelns nennen, da auf seinem Schreibtisch die Fäden der Wachen Datteln, Dorsten, Dortmund und Hamm zusammen laufen.  

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