Das sind die neuen Bufdis an der Wieschhofschule

Zurück in die Grundschule

Samara Warzybok und Lioba Walters sind die neuen Bundesfreiwilligendienstler an der Wieschhofschule. Zwei junge Frauen, die die Grundschule an der Kirchstraße für ein Schuljahr besuchen, Lehrkräfte und auch Schüler beim Lehren und Lernen unterstützen. Geht es nach Schulleiterin Petra Deuker, dürften es gerne mehr sein.

OLFEN

, 19.09.2016, 05:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das sind die neuen Bufdis an der Wieschhofschule

Lioba Walters und Samara Warzybok sind die neuen Bundesfreiwilligendienstler an der Wieschhofschule in Olfen.

Mit Samara Warzybok und Lioba Walters geht die Wieschhofschule in diesem Schuljahr in die fünfte Bufdi-Runde. Jedes Jahr kommen zwei neue Bundesfreiwilligendienstler – für die Schule eine Erleichterung. „Wir sind auf die Bufdis angewiesen“, sagte Schulleiterin Petra Deuker am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Jede helfende Hand ist wichtig, zumal der Förderbedarf viel größer ist als noch in den vergangenen Jahren.“

388 Schüler werden aktuell an der Grundschule unterrichtet, aufgeteilt sind sie auf 16 Klassen. Lehrkräfte gibt es 26, von denen 22 zum „Stammpersonal“ gehören, wie Deuker sagt. Die Lehrer ersetzen können die Bufdis nicht, aber: „Sie können die Arbeitssituation unterstützen“, sagt Deuker. „Dafür müssen sie nicht fachlich ausgebildet sein.“

Das ist der Bundesfreiwilligendienst
Eingeführt wurde der Bundesfreiwilligendienst 2011 als Ergänzung zu den bestehenden Diensten wie Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Für die, die ihn leisten, ist er in vielen Fällen eine Orientierung; für die, die ihn anbieten, oft viel mehr.

Fachlich ausgebildet sind Samara Warzybok und Lioba Walters nicht. Beide aber bringen viel mit – vor allem Erfahrung im Umgang mit Kindern.

Die neuen Bufdis: Vielleicht später auch Lehrerinnen

  • Lioba Walters ist 18 Jahre alt, hat ihr Abitur am Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen gemacht. Seit dem 1. August besetzt sie eine der zwei Bufdi-Stellen an der Wieschhofschule. „Ich überlege, auf Lehramt zu studieren“, sagt die junge Olfenerin. Das freiwillige Jahr in der Grundschule sei ein Orientierungsjahr, um zu schauen, wie ihr die Arbeit gefällt. Erfahrung im Umgang mit Kindern sammelt Lioba Walters aber auch fernab des Klassenraums. „Ich bin Messdienerleiterin und unterrichte Kinder im Schwimmen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion.
  • Samara Warzybok ist 20 Jahre alt und ist zum 1. September nachgerückt. Am Max-Born-Berufskolleg in Recklinghausen hat sie ihre Fachhochschulreife im Bereich Gestaltung gemacht, möchte mit dem Bundesfreiwilligendienst abwägen, ob ihr die Arbeit als Lehrerin Spaß macht. „Zusätzlich trainiere ich Fünf- bis Achtjährige im Volleyball“, sagt sie. Eine gute Voraussetzung.

Eingesetzt werden die beiden jungen Frauen nicht nur in der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS), sondern auch im Vormittagsbereich. „Sonst würden sie auch gar nicht auf ihre Stunden kommen“, sagt Deuker. 39 sind das pro Woche. „Das ist viel, bietet uns als Schule aber natürlich viele Möglichkeiten.“ Auf jeweils zwei Klassen werden die Bufdis aufgeteilt. „Mehr macht keinen Sinn“, sagt Deuker. „Aber wenn jede Klasse einen Bufdi hätte, wäre das toll – das sage ich ganz ehrlich.“

Beschäftigung weiterer Bufdis scheitert aus Kostengründen

Dass die Wieschhofschule in Zukunft mehr als nur zwei Bufdis bekommt, ist laut Stadt derzeit nicht abzusehen. 6000 Euro sind pro Stelle im Haushalt der Stadt Olfen für den Bundesfreiwilligendienst veranschlagt. Zwei zusätzliche Stellen sind erst im vergangenen Jahr an der Gesamtschule eingerichtet worden.

„Als Träger stehen wir natürlich voll dahinter“, sagte gestern Anne Westrup von der Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion. Trotzdem sei die Einrichtung von Stellen im Bundesfreiwilligendienst immer eine Kostenfrage für eine Kommune – und darum eine Entscheidung mit Augenmaß.

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