Delegation reist zur Schuleröffnung in den Senegal

Nach Olfener Dahlmann benannt

Im Senegal wurde die erste barrierefreie Schule in ganz Westafrika eröffnet. Sie trägt den Namen des Olfener Theo Dahlmann und des ehemaligen Kreisbrandmeister Franz-Josef Frye, die den Bau der Schule in Thiés dank de Vereins "Hilfe für Senegal" ermöglichten.

OLFEN

, 15.10.2016, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Delegation reist zur Schuleröffnung in den Senegal

Lukas Groß (l.), mit dem Baunternehmer und Mitgliedern vor der Schule mit dem Namensschild.

„Das Projekt ist auch mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung entstanden, doch großen Anteil hat die großzügige Spende von Theo Dahlmann“, sagt Gudula Gotzes, Vorsitzende des Vereins "Hilfe für Senegal", in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Die Schule werde deshalb auch nach Theo Dahlmann und Franz-Josef Frye benannt. Der ehemalige Kreisbrandmeister Franz-Josef Frye gründete den Verein im Jahre 1990. Er starb im März 2014.

Vertreter des Vereins nahmen an der feierlichen Einweihung teil und sind nun nach Lüdinghausen zurückgekehrt. „Die Offiziellen haben sich insbesondere bei Theo Dahlmann für sein Engagement bedankt,“ erklärte Lukas Groß, Projektkoordinator des Vereins in einem Gespräch mit der Redaktion. Der Gouverneur habe in seiner Rede betont, den Wert des Engagements von Theo Dahlmann könne man nicht beziffern. Es sei wichtig und schön zu sehen, dass jemand sich so für Menschen, die in weiter Entfernung leben, einsetze.

Delegation des Vereins besuchte die Eröffnung im Senegal

Die Delegation des Vereins bestand aus 14 Personen, unter ihnen auch Mitglieder der Familie Frye. Wie Lukas Gorß erklärte, habe man vor der Eröffnung nicht mehr viel unternehmen müssen. Lukas Groß: „Glücklicherweise mussten wir bezüglich der Schule nicht mehr viel tun. Der Bauunternehmer und die anderen Verantwortlichen haben viele unserer Wünsche umgesetzt, so dass wir durchaus zufrieden mit den Arbeiten sein konnten.“

Man habe die Zeit schließlich nochmals dafür genutzt, um weitere Optimierungen vorzunehmen und vor allem das Personal und die ersten Schüler zu sensibilisieren. Groß: „Ganz besonders schön war ein inklusiver Schultag, den wir gemeinsam mit zahlreichen Behindertenorganisationen organisiert haben. Hierbei sollten die Schüler spielerisch erfahren und lernen, wie es ist mit einer Behinderung zu leben. Wir hoffen, dass wir dadurch die leider vorhandenen Berührungsängste etwas nehmen konnten.

Auch weitere Projekte unterstützt

Die Baukosten betragen 340 000 Euro. Wie Lukas Groß erklärte, werde man aber natürlich noch weitere Kosten in der nahen Zukunft haben. Groß: „Insbesondere müssen die Lehrer ausgebildet werden und wir müssen zusehen, dass unsere bisher vorgesehenen Maßnahmen weiter optimiert werden.“ So müssten insbesondere die Leitsysteme für Schüler mit visuellen Beeinträchtigungen noch einmal überarbeitet werden. „Wir sind noch nicht ganz zufrieden mit der bisherigen Materialwahl, so dass auch hier noch weitere Kosten anfallen werden.“

Wie die Vorsitzende Gudula Gotzes erklärte, wären weitere Projekte ohne die Unterstützung von Theo Dahlmann nicht möglich gewesen. So konnte im Jahr 2013 eine Krankenstation und im vergangenen Jahr eine Impfstation errichtet werden. Gudula Gotzes: „Dort werden jede Woche 100 Bürger geimpft.“

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Die jetzt fertiggestellte Schule wurde in Thiès, der zweitgrößten Stadt Senegals erbaut. Es ist eine behindertengerechte Schule - die erste in Westafrika. „Bildung ist die Grundlage für Entwicklung und kann die entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, gesellschaftliche Prozesse anzustoßen. Wir verstehen dieses Projekt also nicht rein bildungspolitisch, sondern vielmehr als ein besonders praxisnahes menschenrechtliches Konzept“, so die Vorsitzende.

Die Schule, die mit Handwerkern vor Ort errichtet wurde, verfügt über 13 Klassenräume und ist für 600 Kinder ausgelegt. Die Kapazitätsgrenze ist bereits erreicht. Alle Klassen sind über Betonwege und gut zugängliche Rampen erreichbar. Zudem wurde in der Schule das erste Leitsystem für Menschen mit visuellen Beeinträchtigungen im Senegal eingebaut.

Menschen mit Behinderungen eine Perspektive geben

Lukas Groß, Projektkoordinator des Projekts, ein Neffe des verstorbenen Franz-Josef Frye, erklärte: „Es ist unser Ziel, Menschen mit Behinderungen eine Perspektive zu geben und einen gesellschaftlichen Wandel zu begleiten, der notwendig ist, damit Menschen mit Behinderungen langfristig die Möglichkeit bekommen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Um dies zu erreichen, habe der Verein verschiedene Konzepte erarbeitet, die sicherstellen, dass Kinder mit Behinderungen am Unterricht teilnehmen können. Groß: „Wir haben zunächst die bauliche Grundlage geschaffen und zeigen, dass Inklusion auch mit lokal verfügbaren und finanziell begrenzten Mitteln möglich ist.

Der Verein "Hilfe für Senegal"
  • Der Verein Hilfe für Senegal ist seit 26 Jahren im Senegal tätig und führt unterschiedliche Projekte in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung durch.
  • Der Verein, zunächst von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr gegründet, wird ausschließlich durch ehrenamtliche Mitglieder betrieben.
  • Im Senegal gibt es drei hauptamtliche Mitglieder. Der Verein betreibt in Kooperation mit der senegalesischen Regierung drei Krankenstationen, in denen monatlich über 3000 Patienten versorgt werden.
  • Zudem hat der Verein die erste Schule für gehörlose Kinder außerhalb der Hauptstadt Dakar finanziert.
  • Weitere Projekte sind eine Rollstuhlwerkstatt, ein Optikergeschäft, jährlich stattfindende Ernährungsprojekte für über 100 Personen, die Unterstützung von über 16 Schulen und die Verwaltung von über 450 Schulpatenschaften.

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