Dieter Krämer gibt immer Gas: Der Olfener Karneval aus Sicht des Ehren-Präsidenten

rnKarneval in Olfen

Dieter Krämer ist Kitt-Ehrenpräsident - und natürlich Karnevalsnarr. „Ich muss doch Gas geben“, sagt er. Der Karnevalsverein sei eine große Familie.

von Maria Niermann

Olfen

, 24.02.2020, 11:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer ihn im Karneval beobachtet, sieht immer wieder seine große Freude, seine Begeisterung für das bunte Treiben in Olfen. Der Kitt-Ehrenpräsident Dieter Krämer hat richtig viel Spaß, wenn in Olfen Karneval gefeiert wird. „Klar, trag ich meine Freude nach außen. Ich muss doch Gas geben. Wie sollen denn ansonsten die anderen Gas geben?“ Es freue ihn, wenn diese Begeisterung, diese Freude, überspringe. „Die Gäste, die Feiernden müssen doch sehen, dass sie hier bei uns in Olfen herzlich willkommen sind.“

Und dann fällt immer wieder das Wort Familie: „Der Kitt ist einfach eine große Familie. Einer hilft dem anderen – wie in einer Familie.“ Die Freude am Karneval werde innerhalb der Familien weitergegeben, so Krämer.

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„In Olfen feiern doch schon die kleinen Kinder, es geht bei den Jugendlichen weiter, die Eltern und Großeltern – alle machen mit.“ Die Kinder seien wichtig. Denen müssten Karnevalisten auf Augenhöhe begegnen. „Ich muss wissen, wofür die Kinder sich gerade interessieren, muss ihre Themen, ihre Figuren kennen und das dann beim Kontakt mit den Kindern ansprechen. Dann kriegst Du ihre Ohren, dann erreichst Du sie“, so Krämer.

Kinder bringen auch Erwachsene zum Verein

Und diese Kinder ziehen dann wiederum ihre Eltern in den Karneval. Das sei insbesondere bei der Arbeit mit Olfens Neubürgern wichtig. „Wenn die Kinder dieser Neu-Olfener unbedingt Karneval feiern möchten, unbedingt ein Kostüm benötigen, unbedingt ins Zelt wollen – dann bekommen plötzlich deren Eltern auch Spaß am Karneval.“

Auch der Kitt-Ehrenpräsident habe seine Vorstandsarbeit ohne seine Familien, Ehefrau, die Söhne und deren Familien, und ohne die Kitt-Familie, niemals leisten können. „Wenn der Präsident während einer Veranstaltung Blumensträuße und Orden verteilt, und Tische und Bänke gestellt werden müssen, dann hat all das die Kitt-Familie vorbereitet. Das kann eine einzige Person nicht leisten.“ Genauso benötigt er auch die Unterstützung durch seine Familie zuhause. „Die sorgt doch dafür, dass das Leben zuhause weiterläuft, und gleichzeitig immer all die Dinge parat liegen und stehen, die der Präsident benötigt.“

Besucher kommen teilweise seit Jahrzehnten

Der 66-jährige Ehrenpräsident kann auf eine mehr als 50-jährige Kitt-Erfahrung zurückblicken. Sicherlich habe es viele Veränderungen gegeben, vom Straßenkarneval zum Zeltkarneval, von einem nahezu frauenlosen Verein hin zu einem großen Frauenanteil, von Motivwagen mit politischen Themen hin zu Wagen, die einfach Spaß ausdrücken. „Aber alle Veränderungen haben an der Beliebtheit unserer Karnevals nichts geändert: Wir machen einen guten Umzug mit einem guten Publikum, es geht sachlich und ruhig zu am Nelkendienstag in Olfen.“

Er erlebe immer wieder, dass Besucher seit Jahrzehnten nach Olfen kommen. „Und die machen sich dann Sorgen, wenn ein für sie wichtiger Mensch im Umzug fehlt. Das stelle man sich vor: Dann fragen die Zuschauer: Wo ist dieser nette Einzelgänger, der fehlt, der ist doch wohl nicht krank?“

Und das macht den Olfener Karneval aus, das macht ihn besonders.

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So wurde Dieter Krämer zum Ehrenpräsidenten:
Dieter Krämer ist heute Ehren-Präsident der KG Kitt in Olfen. Und auch er gehört zu jenen, die schon als Kind Karneval gefeiert haben: Als Zehnjähriger wurde er Kinderprinz, mit 15 Jahren baute er seinen ersten Karnevalswagen, er wurde Johann, war Jubiläumsprinz im 150. Jahr der KG KITT und wurde 1988 schließlich ihr Präsident.
25 Jahre später, gab er den Job ab an seinen damaligen Vize Matthias Kortenbusch weiter. Seither ist er Ehrenpräsident. „Das heißt jetzt für mich und meine Familie und den Kitt: Ich kann Termine wahrnehmen - muss aber nicht. Ich kann auch stattdessen zur Geburtstagsfeier meiner Enkelin gehen. Das kann ein Präsident nicht.“ Während seiner Präsidenten-Jahren hätten private Termine immer hinten anstehen müssen.
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