Die Fakten zur neuen Olfener Flüchtlingsunterkunft

Fragen und Antworten

Die Notunterkunft für Flüchtlinge in Vinnum wird zum 31. Dezember geschlossen. Dann bekommt die Stadt Olfen als Kommune wieder geflüchtete Menschen zugewiesen. Doch wie viele? Und wo sollen sie wohnen? Die Pläne präsentierte der Bürgermeister am Montagabend - wir beantworten hier die wichtigsten Fragen.

OLFEN

, 09.08.2016, 18:32 Uhr / Lesedauer: 3 min

Was war das am Montag für eine Veranstaltung? Bürgermeister Wilhelm Sendermann präsentierte bei der Bürgerversammlung in der Stadthalle die Pläne für eine neue Flüchtlingsunterkunft.

Warum ist eine neue Unterkunft notwendig? Zum 31. Dezember schließt die Notunterkunft in Vinnum. Eine Kommune mit einer solchen Einrichtung bekommt keine "regulären" Flüchtlinge zugewiesen. Das ändert sich also zum 1. Januar. „Wir müssen im kommenden Jahr mit der Zuweisung von 150 Menschen rechnen“, so Bürgermeister Wilhelm Sendermann. 

Gab es keine Alternativen? Was ist mit den bestehenden Unterkünften? In den bestehenden Einrichtungen stünde diese Anzahl an Plätzen nicht zur Verfügung. Der Bürgermeister erklärt: „Wir möchten uns auf die Zuweisungen einstellen und weiterhin keine Sporthallen belegen.“ Daher hat man sich also für einen Neubau entschieden.

Was für eine Unterkunft ist geplant? Sie soll aus zwei Gebäuden bestehen, die jeweils 60 Menschen beherbergen können. „Wir möchten zwei zweigeschossige Gebäude bauen. Zwischen ihnen stellen wir uns einen Platz vor“, so der Bürgermeister. Im Erd- und Obergeschoss sind jeweils drei unterschiedlich große Wohneinheiten mit eigenem Eingang vorgesehen. Sie bieten Platz für sieben bis zwölf Personen. Sendermann: „Die Einheiten im Obergeschoss werden über einen Laubengang erreicht.“ Wie der Bürgermeister erklärte, sei es wichtig, dass die Menschen sich selbst versorgen können. Eine Vollverpflegung wie in Vinnum solle es nicht geben. Daher wird jede Einheit eine eigene Küchenzeile sowie einen Sanitärbereich haben.

 

Die Außenansicht (oben): Die oberen Wohnung werden über eine Treppe und einen Laubengang erreicht. Wie das Obergeschoss dann räumlich aufgeteilt ist, zeigt das Schaubild unten.

 

Und wo soll die Unterkunft gebaut werden? Die Fläche befindet sich am Vinnumer Landweg, rund 150 Meter nach dem neuen Kreisverkehr auf der linken Seite. Sendermann: „Wir haben eine mündliche Zusage des Eigentümers, dass er die Fläche an die Stadt verkauft.“ Die rund 3000 Quadratmeter gehören zur Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Olfen-Ost.

Wie sieht der Zeitplan aus? Wilhelm Sendermann hat im Vorfeld die Fraktionen bereits informiert. Im September wolle man die politischen Beschlüsse fassen. Dann werde man den Bauantrag, der bereits vorbereitet wird, einreichen. Im November/Dezember wolle man mit dem Bau beginnen. Man rechne mit einer Bauzeit von einem halben Jahr. Die Wohnungen können also Mitte des nächsten Jahres zur Verfügung stehen.

Aber kommen die neuen Flüchtlinge nicht ab Januar? Da die Stadt Olfen bereits ab Januar mit Zuweisungen rechnen muss, führt Bürgermeister Wilhelm Sendermann Gespräche mit dem Land. „Wir können uns vorstellen, einen Teil der Notunterkunft in Vinnum vorübergehend zu nutzen, bis die Plätze zur Verfügung stehen.“

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Wie sieht der langfristige Plan aus was den Wohnraum angeht? Der Bürgermeister betonte, man müsse auch Wohnungen zur Verfügung stellen. „Unser Ziel ist es, Flüchtlingen die anerkannt sind, oder eine Bleibeperspektive haben und einen Deutsch- oder Integrationskurs besuchen, eine Wohnung anzubieten“. Die Stadt möchte 2017 10 bis 15 Wohnungen zur Verfügung haben. Sechs von ihnen sollen im Baugebiet Ächterheide entstehen. Dort sollen in mehreren Gebäuden insgesamt 60 Wohnungen entstehen. Unter ihnen werden Eigentumswohnungen, aber auch Wohnungen im sozialen Wohnungsbau sein. „Wir sind mit Olfenern im Gespräch, die eine freie Wohnung zur Verfügung stellen können“, so der Bürgermeister. Er sei optimistisch, bald die ersten Mietverträge abschließen zu können.

Mit welchen Bau-Kosten ist jetzt beim aktuellen Projekt zu rechnen? Die Kosten für beide Gebäude belaufen sich auf zusammen rund 1,2 Millionen Euro.

Was ist der besondere Clou an dem Bau? Die beiden Gebäude werden so gebaut, dass sie, wenn sie für Flüchtlinge nicht mehr benötigt werden, für Handwerksbetriebe hergerichtet werden können. So wird die Zwischendecke nur eingehängt, kann später entfernt werden. 

Wie bewertet der Arbeitskreis Asyl die Pläne für einen Neubau? "Wir sehen es sehr positiv", so Heiner Dieckmann. Die Unterkunft befinde sich zwar nicht im Ortskern, aber doch stadtnah. "Auch die Bauweise finden wir gut", sagt der Sprecher. So sei es von Vorteil, wenn es zu jeder Wohneinheit einen eigenen Eingang gibt - und auch die Idee eines Platzes zwischen den Gebäuden findet Dieckmann gut.

Aber droht nicht vielleicht ein Ghetto, wenn so viele Flüchtlinge in einem Gebäudekomplex wohnen? "Nein, diese Gefahr sehen wir überhaupt nicht", berichtet Dieckmann. "Dies wird an diesem Standort nicht geschehen."

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