Die Geschichte des Olfener Marktplatzes

Mit Vorher-Nachher-Bild

Mit dem Marktplatz hat Olfen einen Treffpunkt und Veranstaltungsort direkt im Stadtkern. Dass es diesen großen Platz so gibt, geht allerdings auf ein schlimmes Ereignis zurück - wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt. In unserem Vorher-Nachher-Bild sehen Sie, wie sich der Markt im Laufe der Zeit verändert hat.

OLFEN

, 14.06.2016 / Lesedauer: 3 min

Unser Vorher-Nachher-Bild:

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Als „großer Brand von Olfen“ ist die Katastrophe vom 31. August 1857 in die Geschichte der Stadt eingegangen. Die Flammen zerstörten 142 Häuser – auch die rund um den damaligen Marktplatz. Aber die Katastrophe bringt Olfen auch einen neuen Schub.

Beim Wiederaufbau werden Straßen begradigt und der große dreieckige Markplatz angelegt. „Der war damals für die Größe der Stadt eigentlich zu groß“, sagt Johannes Leushacke vom Heimatverein, der die historischen Postkarten gesammelt hat und über die Entwicklungen der Stadtgeschichte nachgeforscht hat.

Bis in die 30er stand Germania auf dem Platz

Seitdem hat der Marktplatz mehrfach sein Gesicht verändert – ging sozusagen mit der Mode. So stand auf ursprünglich auf zentraler Stelle an dem Platz ein Kriegerdenkmal. Die Germania, die Frau mit Fahne und Schwert als Personifikation des deutsches Reiches, war in den 1870ern aufgestellt worden. 1936 wurde das Denkmal abgerissen. Die Nationalsozialisten hielten es für nicht mehr zeitgemäß, so Leushacke.

Ganz anders die Mode in den 1950er- und 60er-Jahren. Da sollte das Ortsbild schöner werden. 1961 bekam Olfen wie andere Städte in der Umgebung auch eine Persiluhr auf den Marktplatz. Sie sollte auch Bus- und Bahnfahrpläne beinhalten. Parken durften die Olfener damals auch direkt auf dem Marktplatz, wie eine zweite Postkarte aus der Zeit zeigt. „In den 50ern und 60ern hat man in Olfen sehr viel Platz für Autos eingeräumt“, sagt Johannes Leushacke.

Kein Platz für einen Wochenmarkt

Das änderte sich wenige Jahrzehnte später. 1985 gab es neue Pläne für die Umgestaltung des Marktplatzes. Wegen der breiten Straßen, teils großen Blumenbeeten und der parkenden Autos gab es beispielsweise für einen Wochenmarkt keinen Platz gegeben, erzählt Leushacke. 4 Millionen Euro wurden investiert. 1988 gab es ein Stadtfest, bei dem die Neuerungen gezeigt wurden. Seit 1989 fand dann der Wochenmarkt statt. 

In den 1990ern verschwand dann das Hotel Niermann vom Marktplatz. Dort geht es heute in die Marktpassage. Eines der ältesten erhaltenen Gebäude ist das Haus am Anfang der Funnenkampstraße. Auch das Gelbe Haus steht bereits seit den 1930ern an der Stelle

Nur zwei Jahre her ist der bislang letzte Umbau des Markplatzes. Jetzt gibt es dort ein Wasserspiel, Platz für die Gastronomie, freies W-Lan. Der Marktplatz ist wieder mit auf den Stand der Mode gebracht worden.

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