Die Notunterkunft Vinnum schließt zum Jahresende

Stichtag 31. Dezember

Nun ist es amtlich: Die Notunterkunft für Flüchtlinge in Olfen-Vinnum wird zum 31. Dezember geschlossen. Das teilte die Bezirksregierung Bürgermeister Wilhelm Sendermann mit. Als Folge muss die Stadt wieder mit der Zuweisung weiterer Flüchtlinge rechnen. Dafür gibt es einen Plan: neue Unterkünfte zu bauen.

OLFEN

, 01.08.2016, 21:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Notunterkunft Vinnum schließt zum Jahresende

Blick auf den Eingang der Notunterkunft, die neben dem Ziegelwerk errichtet worden ist.

„Die Bezirksregierung bedankt sich für die gute Zusammenarbeit“, so Wilhelm Sendermann am Montagabend auf Anfrage unserer Redaktion. Den Dank könne er nur weitergeben. „Es war eine gute Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung dem DRK und den vielen ehrenamtlichen Helfern wie dem ökumenischen Arbeitskreis Asyl.“

In einem Gespräch am Montag teilte Bürgermeister Wilhelm Sendermann die Entscheidung zur Schließung den Fraktionsvorsitzenden mit. Die Zeltstadt in Vinnum besteht seit September des vergangenes Jahres und bietet Platz für bis zu 300 Menschen. Zurzeit leben dort rund 200 Personen.

150 Zuweisungen im ersten Halbjahr

Die Plätze einer Notaufnahmeeinrichtung des Landes werden auf die Zuweisungsquote einer Kommune angerechnet. So hat Olfen seit der Aufnahme des Betriebes der Landeseinrichtung keine kommunalen Zuweisungen mehr erhalten. „Wir müssen nun im ersten Halbjahr 2017 mit Zuweisungen von rund 150 Personen rechnen“, erklärte der Bürgermeister in einem Gespräch am Montag.

In den jetzigen Unterkünften gibt es insgesamt 139 Plätze, 84 sind zurzeit belegt. Fünf Personen leben bereits in eigenen Wohnungen. Die Stadt muss so in den nächsten Monaten weitere Plätze schaffen. Wilhelm Sendermann teilte den Fraktionsvorsitzenden mit, die Stadt beabsichtige Unterkünfte zu bauen.

Standortfrage für neue Unterkunft soll geklärt werden

Sendermann: „Unser Konzept dafür ist die Selbstversorgung, weil uns das für die Menschen wichtig ist“, so der Bürgermeister nach der Sitzung mit den Fraktionsvorsitzenden. Die Standortfrage werde zurzeit geklärt. Ihm sei eine menschenwürdige Unterkunft für die neuen Mitbürger sehr wichtig.

Damit die Olfener Bürger über die aktuelle Lage informiert werden, lädt die Stadtverwaltung Olfen zu einer Bürgerversammlung für Montag, 8. August, um 19 Uhr in die Stadthalle ein. Sendermann: „Ich hoffe, dann auch etwas über den Standort sagen zu können.

 

 

Zahlen und Fakten zu Flüchtlingen in Olfen

  • Unterkünfte: Kirchstraße 1 (30 Plätze/21 belegt), Kirchstraße 3 (15/9), Westwall 4 (26/18), Neustraße 7 (8/5), Marktstraße 8 (16/12), Oststraße 24 (44/19). 84 von 139 Plätzen sind belegt, eigene Wohnung: 5.
  • Status: 63 Personen befinden sich im laufenden Asylverfahren, 15 Personen haben bereits die Anerkennung als Flüchtling erhalten und 11 Asylanträge wurden abgelehnt. In Olfen leben 9 Familien, deren Kinder die Schulen und Kindergärten besuchen. Überwiegend handelt es sich um Einzelpersonen.
  • Nationalitäten: Afghanistan (7), Ägypten (4), Albanien (8), Algerien (1), Bangladesch (5), China (2), Eritrea (8), Ghana (3), Guinea (4), Irak (8), Kosovo (5), Libanon (1), Marokko (2), Nigeria (4), Pakistan (3), Syrien (22), Unbekannt (2)
  • Altersstruktur: 0 bis 15 Jahre (13), 6 bis 16 Jahre (5), 17 bis 25 Jahre (20), 26 bis 49 Jahre (48), 50 Jahre und älter (3). In Olfen leben 9 Familien.
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