Gefahr durch Eichenprozessionsspinner noch immer da: Das plant der Kreis Coesfeld für 2020

rnEichenprozessionsspinner

Obwohl sie längst weg sind, ist die Gefahr durch Eichenprozessionsspinner noch immer präsent. Zur Bekämpfung im kommenden Jahr setzt der Kreis Coesfeld vor allem auf ein nachtaktives Tier.

Olfen

, 03.11.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen Mai und Juli ist die Gefahr besonders groß. Denn dann verlieren Eichenprozessionsspinner viele Brennhaare, die sowohl für Menschen als auch Tiere äußerst unangenehme und schmerzhafte Folgen haben können. Doch auch im Herbst hat die Gefahr, die von den kleinen Haaren ausgeht, immer noch nicht abgenommen.

Die Nester der Eichenprozessionsspinner können auch nach Monaten und teilweise sogar Jahren noch schädlich sein. Denn in diesen Nestern befinden sich zahlreiche Haare der Raupen, die mit Widerhaken versehen sind. Durch den Wind werden diese dann weiter verteilt.

„Vorsicht! Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner“

Dadurch sind Menschen und vor allem auch Hunde, die oft neugierig an den am Boden liegenden Nestern schnüffeln, nun im Herbst wieder häufiger von Juckreiz oder Ausschlägen betroffen. In Olfen gab es allerdings noch keine Probleme.

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Zumindest „sind der Stadt Olfen keine Fälle bekannt, wo heruntergefallene Nester Probleme bereitet hätten“, teilt Astrid Diekerhoff von der Stadt Olfen mit. Zum Beispiel an der Kökelsumer Straße stehen aber noch immer Schilder

„Vorsicht! Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner“, steht dort in roter Schrift geschrieben. Die Schilder wurden allerdings nicht durch die Stadt Olfen aufgestellt, teilt Astrid Diekerhoff mit.

2018 wurden 50 Warn-Schilder aufgestellt

„Es gibt unterschiedliche Akteure, die die Schilder aufstellen“, erklärt Christoph Steinhoff vom Kreis Coesfeld, der für die Schilder an der Kökelsumer Straße zuständig ist.

In diesem Jahr wurden allerdings keine Schilder aufgestellt. Alle, die bereits stehen, sind aus dem Jahr 2018. „Da haben wir 50 Schilder aufgestellt“, sagt Steinhoff. Eingesammelt werden sie im Herbst oder Winter aber nicht wieder.

Jedoch nicht aus Faulheit, betont er. „Das hat damit zu tun, dass mit dem Verpuppen der Raupen die Gefahr nicht weg ist.“ Auch er weist noch mal auf die Gefahr der Nester hin. Daher würden die Schilder „vorsichtshalber“ stehen bleiben.

Viele Nester sind nur schwer zu entdecken

Gezielt nach den Nestern werde zwar nicht gesucht. Doch die, die bei anderen Kontrollen entdeckt werden, würden auch entfernt werden. Die meisten Nester seien allerdings bereits vom Baum gefallen, überwuchert, kaputt getreten oder schlichtweg vom Winde verweht. Daher sei es teilweise schwer, die Nester überhaupt noch zu entdecken.

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Für das kommende Jahr soll es „eine möglichst kreisweit einheitliche Vorgehensweise“ gegen die Eichenprozessionsspinner geben, sagt Astrid Diekerhoff von der Stadt Olfen. Ein solches Vorgehen solle im Winterhalbjahr abgestimmt werden.

Keine chemische Prophylaxe in Olfen

Die geplante Zusammenarbeit des Kreises und der einzelnen Kommunen bestätigt auch Christoph Steinhoff. Es werde „ein ganzes Maßnahmenpaket“ geben. Geplant sei zuerst, sich mit den Kommunen auszutauschen. Dann könne jede Stadt und jede Gemeinde „seinen Sachstand präsentieren“ und seine Erfahrungen mit den anderen teilen.

In Olfen werde es auf jeden Fall keine chemische Prophylaxe geben, erklärt Klemens Brömmel, zuständig für den Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt in Olfen. Statt Eichen mit irgendwelchen Wirkstoffen zu besprühen, werde aktuell über eine „natürliche Bekämpfung“ nachgedacht.

Fledermäuse sollen die Falter-Population verringern

Vielleicht sollen nämlich Nistkästen für Meisen installiert werden. Die Vögel gehören zu den wenigen Fressfeinden der Raupenart und könnten helfen, die Anzahl der Eichenprozessionsspinner zu verringern.

Im gesamten Kreis Coesfeld „wollen wir die Räuberpopulation stärken“, erklärt Christoph Steinhoff. Dazu gehören jedoch nicht nur Meisen, sondern auch Fledermäuse. Denn die fressen die ausgewachsenen Falter und könnten so auf lange Sicht für eine geringere Population sorgen.

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