Entschluss: Olfen bekommt Skatepark am Friedhof

Diskussion mit Bürgern

Es bleibt dabei: Der neue Skatepark in Olfen wird auf der Fläche neben dem Friedhof gebaut. Der Rat stimmte am Dienstagabend in geheimer Abstimmung mit 15 Stimmen für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Standort. Hier erfahren Sie die Meinung des Bürgermeister Wilhelm Sendermann zu dem Thema.

OLFEN

, 11.07.2017, 21:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Entschluss: Olfen bekommt Skatepark am Friedhof

Rund 40 Bürger haben die Diskussion um den Standort des Skateparks verfolgt.

Sechs Ratsmitglieder stimmten dagegen, zwei enthielten sich - und 15 stimmten dafür. Die geheime Abstimmung über den Olfener Skatepark war von der CDU beantragt worden - dieser soll nun auf der Fläche neben dem Friedhof gebaut werden.

„Wir sind schon enttäuscht“, so Hans Oswald Mattern, einer der Sprecher der Bürgergemeinschaft ProFriedhofsruhe nach der Ratssitzung. Man wolle nun in Ruhe überlegen, wie man weiter vorgehe.

Verlässlichkeit gegenüber den jungen Menschen

Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Wilhelm Sendermann seine Ansicht zu dem Thema erläutert. Er betonte, es müsse nun eine Entscheidung getroffen werden. „Man kann nicht mit jungen Menschen zweieinhalb Jahre für die Realisierung eines Projektes unterstützende Gespräche führen und entsprechende Beschlüsse herbeiführen und dann am Ende, wenn es Gegenwind gibt, sagen, das wird mir jetzt unbequem und ich lasse das Projekt fallen.“

Für ihn sei Verlässlichkeit gegenüber den jungen Menschen ein höheres Gut. In Richtung derjenigen, die mit dem Standort an der Tennisanlage ihre Probleme haben, sagte der Bürgermeister, die Probleme habe er auch gehabt. „Für mich kam dieser Standort so lange nicht infrage, bis Anfang Mai die Hinweise der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinden vorlagen, dass man keine Bedenken gegen diesen Standort habe.“

Wilhelm Sendermann betonte, es entstehe ein neuer Treffpunkt für die örtliche Jugendarbeit. „Ich sage auch zu, mit Sicherheitsdienst und Videoüberwachung dafür zu sorgen, dass es sich nicht anders entwickelt. Und glaubt man wirklich, dass diejenigen, die Randale suchen, dann diesen kontrollierten Standort in Beschlag nehmen, wenn sie andere unkontrollierte und unbeobachtete Stellen in Olfen finden?“ In Richtung der Bürgergemeinschaft ProFriedhofsruhe sagte der Bürgermeister, er habe großen Respekt für das Engagement in diesem Diskussionsprozess.

Nach den Diskussionen müsse eine Entscheidung getroffen werden

Sendermann: „Solche Diskussionsprozesse sind vielleicht anstrengend, aber ein Ort wie Olfen muss diese aushalten.“ Er finde, jetzt müsse nach den Diskussionen allerdings auch eine Entscheidung getroffen werden, die hoffentlich akzeptiert werde. „Ich jedenfalls werde alles dafür tun, dass die geäußerten Befürchtungen zu der neuen Skateranlage nicht eintreten, egal wo sie hinkommt.“ Die Sitzgruppe könne man etwas um die Ecke versetzen, sodass ausreichender Abstand zur Skateranlage für die Beobachtung der Tiere geschaffen werden könne. „Für die Überwachung schlage ich die Beauftragung des Sicherheitsdienstes und den Einsatz von Videoüberwachung vor“, so der Bürgermeister.

Klaus Düllmann erklärte für die CDU, es gebe sicherlich keinen perfekten Standort für den Skatepark. Die CDU habe sich nach Sachargumenten wie Erreichbarkeit und Zufahrt für den Standort am Friedhof entschieden. Auch Klaus Düllmann würdigte den Einsatz der Bürgergemeinschaft. Er betonte aber, man solle den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehr zutrauen. Die Fläche sei groß genug, man könne aber überlegen, die Anlage etwas ruhiger und kleiner zu gestalten.

UWG schlägt Standort am oder im Naturbad vor

Für die UWG betonte Monika Linau, es werde nun Zeit, das Versprechen an die Jugendlichen einzulösen. „Wir mussten feststellen, dass viele Bürger gegen den Standort sind“, so Monika Linau. Über diesen Widerstand wolle man sich nicht hinwegsetzen. So schlage die UWG einen Standort am, oder im Naturbad vor.

Für die SPD betonte Markus Vieting, man habe zu diesem Thema eine intensive Diskussion erlebt. „Das finde ich gut.“ Auch er betonte, man stehe bei den Jugendlichen im Wort. Und der Skatepark sollte nah an der Innenstadt sein. So sei die SPD-Fraktion nach Abwägung aller Argumente auch für den Standort am Friedhof. Udo Szuty erklärte für die FDP, man sei gegen den Standort am Friedhof. Es könne nicht sein, dass man die Gegenstimmen aus dem Bereich Alte Fahrt höher bewerte, als die vielen Unterschriften gegen den Friedhof.

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