Faszination Hochsitz

Dass es auf einem Hochsitz überhaupt nicht langweilig ist, erlebte Theo Wolters. Er begleitete Willi Merten jr. bei der Fuchsjagd.

von Theo Wolters

, 15.07.2007, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

 Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Alles ist ruhig, als wir durch nasses Gras zu einem Hochsitz in Vinnum gehen. Der Hegering hat sich zur Ansitzjagd auf den Fuchs verabredet. Ich begleite Willi Merten Junior. Und der Jäger hatte mir nicht zu viel versprochen, es sollte ein einmaliges Erlebnis für mich werden.  Auf dem Weg treffen wir zwei Spätheimkehrer, doch sonst schläft Vinnum noch. Oben auf dem Hochsitz angekommen, lädt Willi Merten sein Gewehr, ich bereite meine Kamera vor. Denn auch ich möchte viele gute "Schüsse" machen. Für 5.18 Uhr ist der Sonnenaufgang angekündigt. Und tatsächlich, pünktlich streichen die ersten Sonnenstrahlen durch den Wald hinter uns.

Schöner Ausblick

Vor uns liegt ein noch nicht abgeerntetes Kornfeld und eine Wiese. Weit können wir blicken, sehen sogar ganz klein erscheinende Schiffe in großer Entfernung auf dem Kanal.

In Richtung des Hofs Niewind beobachten wir Pferde, die immer in Bewegung sind. "Die haben zurzeit enorme Probleme mit Bremsen", klärt mich der Fachmann auf. Weit entfernt röhrt ein Motorrad, wenig später ein PKW. Doch sonst ist es still rund um unseren Hochsitz. Von Wild aber nichts zu sehen. Ein Bussard zieht seine Kreise über uns auf der Suche nach Beute. Doch wenig später ist er nicht mehr zu sehen, hat sich wohl einen anderen Platz gesucht. Wildtauben stören mit ihrem Gurren etwas die angenehme Ruhe.

Hase und Bock

Plötzlich entdecke ich im Wald hinter uns einen Rehbock. Elegant springt er durchs Unterholz. Stolz bin ich in diesem Moment, denn der Profi-Jäger hat ihn nicht gesehen. Als er sich umblickt, ist der Bock schon weg. "Der kommt sicher jetzt gleich auf die Wiese." Doch dies tat er nicht - obwohl auf ihn nicht geschossen worden wäre. Es ist halt Fuchsjagd. In weiter Ferne hören wie das Quieken von Schweinen, die verladen werden. Schemenhaft können wir den LKW sehen. Gegen 6.30 Uhr hören wir auch die ersten Traktoren. Bei dem guten Wetter wartet ein arbeitsreiches Wochenende auf die Landwirte.

Erwachen der Natur

Doch was ist mit dem Wild, was ist mit den Füchsen, wegen der wir doch hier sind? Plötzlich raschelt es im Kornfeld. "Ein Fuchs ist das nicht", so Willi Merten. Er erkennt die Tiere schon am Geräusch. Ein Hase macht wohl seinen Morgenspaziergang. Wenig später hoppelt er auch über die Wiese und verschwindet im Wald. So habe ich doch noch ein weiteres Tier gesehen, wenn uns ein Fuchs auch verwehrt blieb. Es war aber ein besonderer Morgen, den ich erleben durfte. Wie toll es ist, das Erwachen der Natur zu erleben. "Wenn ich auf dem Hochsitz bin, kann ich richtig abschalten", so Willi Merten. Ich kann ihn nun gut verstehen.

 

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