Feuer in Mülltonne greift in der Neujahrsnacht auf Olfener Wohnhaus über

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Mit lebensrettender Eigeninitiative haben Anwohner des Annette-Kolb-Weges in der Nacht zu Neujahr ein noch größeres Unglück verhindert. Die Feuerwehr war dennoch bis morgens im Einsatz.

Olfen

, 01.01.2019, 12:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 4.34 Uhr am Morgen des Neujahrstages war für rund 40 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Olfen die Nacht vorbei. Ein Mülltonnenbrand am Annette-Kolb-Weg, der auf ein Doppelhaus übergegriffen hatte, riss die Retter aus dem Schlaf. Und nicht nur sie.

„Als wir vor Ort eintrafen, hatten die Bewohner zum Glück schon alles im Griff“, sagt Markus Pöter aus dem Leitungsteam der Feuerwehr am Dienstagvormittag. Auch wenn er am Telefon noch müde klingt nach nur drei Stunden Schlaf, ist die Anerkennung in seiner Stimme zu hören. Hätten die Bewohner nicht so tatkräftig angepackt, sagt er, wäre der Start in das Jahr dramatischer ausgefallen als ohnehin schon. „Und außerdem war es ein glücklicher Umstand, dass es einen Gartenteich gab.“

Eimerkette

So stellte sich die Situation dar, als Pöter und seine Kollegen in der Sackgasse nordwestlich der Alten Fahrt eintrafen: Acht Menschen hatten eine Eimerkette gebildet zwischen Gartenteich und Hausfassade. Das Ehepaar, das eine Haushälfte bewohnt, ihr erwachsener Sohn und sechs Freunde reichten einen Wassereimer nach dem nächsten weiter und kippten den Inhalt auf die Brandstelle. Hätten sie immer wieder ins Haus laufen müssen, um Wasser zu holen, wäre der private Löschangriff nicht so schnell und erfolgreich verlaufen, ist Markus Pöter sicher.

Das war Glück im Unglück: Die Ehefrau war am frühen Morgen aufgewacht, um zur Toilette zu gehen. „Da wunderte ich mich, warm es so hell draußen ist“, sagt sie im Gespräch mit dieser Redaktion. Sie schaut aus dem Fenster und sieht die Bescherung: die brennende Tonne. Die Nachbarn, die die andere Haushälfte bewohnen, ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Gefahr.

Was genau die Mülltonnen in Brand setzte, kann die Polizei noch nicht sagen. Fest steht: Von den drei Tonnen, die vor der Hauswand standen, griffen die Flammen auf die Fassade über. Und die bot ihnen Nahrung. Ein Wärmeverbundsystem: außen Putz, dahinter eine Dämmschicht aus Polystyrolhartschaum. Verrußungen zeigen auch noch am Tag danach, wo die Flammen hochgeklettert sind. Genau das machte auch den Feuerwehrleuten Sorge. Das sichtbare Feuer hatten die Bewohner zwar erfolgreich gelöscht, aber gab es noch versteckte Brandnester hinter der Fassade oder gar im Dach? „Das zu kontrollieren, hat die meiste Zeit gedauert“, sagt der Einsatzleiter. Dabei haben sich er und seine Kameraden nicht auf den Augenschein verlassen.

Dunkle Verfärbungen durch die Hitze

„Wir haben die Wärmebildkamera eingesetzt und oben das Dach teilweise geöffnet“, so Pöter. Unter den Dachpfannen seien dunkle Verfärbungen zum Vorschein gekommen: Folgen der großen Hitzeentwicklung. Gebrannt habe es aber nicht. Gegen 6.30 Uhr hat die Feuerwehr den Einsatz beendet. Die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache dauern noch an. Dafür haben die Beamten die Brandstätte vorerst beschlagnahmt.

In einer ersten Fassung hatten wir geschrieben, Nachbarn hätten das Feuer gelöscht. Das war so nicht richtig.

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