Frieden ist für Olfener Kinder, wenn plötzlich der Schulbesuch zum „Luxus“ wird

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Die liebevoll gestalteten Zettel vermitteln eine klare Botschaft: Das Thema Frieden ist vielen Olfener Kindern wichtig. Mehr noch, sie wissen eigentlich Selbstverständliches zu schätzen.

Olfen

, 19.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob Saudi Arabien, Kamerun oder Israel: Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht, verlieren Hab und Gut - und „stranden“ in einer unbekannten Stadt. Etwa in Olfen. Der Arbeitskreis Asyl hat deshalb im Vorfeld der Woche der Interkulturellen Woche Menschen gefragt, was für sie Frieden ist.

Mehr als 200 Zettel sind beim Arbeitskreis gelandet und haben die Mitglieder sehr berührt und zugleich überrascht. Das ganze große Thema ist bei vielen Antworten der Zusammenhalt der Familie - unabhängig davon, ob es sich um langjährig in Olfen wohnende Menschen oder um Neubürger handelt.

Frieden ist für Kinder auch der Besuch der Schule

Menschen verschiedenster Religionen und kulturellem Hintergrund rücken Dinge in den Mittelpunkt, die im Alltag kaum zur Sprache kommen oder als selbstverständlich gelten. „Frieden ist für mich, wenn Kinder zur Schule gehen dürfen“, schreibt Josy, 9 Jahre. Die gleichaltrige Emma ergänzt: „Frieden ist für mich, dass Kinder in Freiheit leben und nicht arbeiten müssen.“

In verschiedenen Gesprächen hat Anna Buttaci vom Arbeitskreis Asyl erfahren, dass sich Erwachsene eher schwer getan haben, den Satz „Frieden ist für mich“ relativ kurz und knapp fortzuführen. Sie hatte eine ähnliche Aktion bei einem Kindergarten in Münster gesehen und war beeindruckt von den Antworten.

Um möglichst viele Menschen zur Teilnahme zu motivieren, hatte der Arbeitskreis nur um Vorname, Alter und Land gebeten.

Ohne Angst durch die Straßen laufen

Eine offensichtlich gute Entscheidung. Ohne öffentlich identifizierbar zu sein, wurden Jung und Alt oft sehr konkret. Positiv wie negativ. Der 68-jährige Willi schreibt beispielsweise, dass für ihn Frieden eine „Utopie“ sei. Für die 25-jährige Johanna ist Frieden, „ohne Angst durch die Straßen zu laufen“.

Am Dienstag, 17. September, haben Mitglieder des Arbeitskreises alle Rückläufer im früheren Haus Hagen am Marktplatz aufgehängt. „Wir hoffen natürlich, dass möglichst viele Menschen sich die Antworten ansehen“, sagt Anna Buttaci.

Aktionswoche beginnt am Freitag mit einem Weltkindertag

Die Ausstellung im Geschäft soll die Menschen einstimmen auf die Woche der Interkulturellen Begegnung. Zum Auftakt gibt es eine Veranstaltung mitten in der Stadt. Am Freitag, 20. September feiern ab 10 Uhr Olfener Kinder auf dem Marktplatz den Weltkindertag.

Am Sonntag, 22. September laden die Organisatoren in die katholische Pfarrkirche St. Vitus ein. Hier beginnt um 18 Uhr ein „afrikanisch gestalteter Gottesdienst“. Daran schließt sich ein Begegnungsabend im Pfarrheim Haus Katharina an. Ein weiterer Höhepunkt der Aktionswoche ist die Lesung mit Firas Alshater, der am Sonntag, 29. September um 17 Uhr in der Wolfhelmschule über seine Flucht aus Syrien spricht.

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