Fundgrube am Olfener Wertstoffhof abgeschafft - Deshalb darf man nichts mehr mitnehmen

rnWertstoffhof Olfen

Das Thema hat Brisanz: Seit der Eröffnung des neuen Recyclinghofes im vergangenen Jahr gibt es keine Fundgrube mehr. Die neue Regelung hat einige Fallstricke.

Olfen

, 23.05.2019, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein großer Stahlcontainer steht im hinteren Bereich des Wertstoffhofes im Gewerbegebiet. Eher spärlich gefüllt mit Lampen, Kleinmöbeln, Haushaltsgeräten und sogar einem Rollator. Viele Dinge, die der ein oder andere Olfener gut gebrauchen könnte. So wie es früher möglich war. Auf dem alten Recyclinghof gab es eine gut frequentierte „Fundgrube“. Geben ist auf dem Wertstoffhof Olfen erwünscht, Nehmen aber nicht mehr erlaubt Hier konnten Menschen nicht mehr benötigte und gut erhaltene Dinge abgeben. Und wer Bedarf hatte, konnte Dinge unkompliziert mitnehmen.

Restmüll in der Fundgrube bereitete große Probleme

Bei einem Ortstermin am Mittwoch, 22. Mai, auf dem Olfener Wertstoffhof begründete Matthias Bücker von den Wirtschaftsbetrieben Kreis Coesfeld (WBC) die Abschaffung des unkomplizierten Warenaustausches. „Immer wieder haben Bürger Restmüll in die Fundgrube gestellt, den Remondis dann entsorgen musste.“ Zudem sei eine Reihe von Fällen bekannt geworden, in denen sich Menschen Dinge aus der Fundgrube mitgenommen hätten, um sie anschließend im Internet zu verkaufen, so WBC-Geschäftsführer Stefan Bölte. Nach längerer Suche hätten die Wirtschaftsbetriebe einen Partner für ein gemeinnütziges Projekt gefunden.

Die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung (A&QUA) sammelt auf verschiedenen Recyclinghöfen gut erhaltene Dinge, um sie im eigenen Sozialkaufhaus in Nottuln in der Hagenstraße 8 „für kleines Geld“ zu verkaufen. So können Menschen mit sehr geringem Einkommen beispielsweise einen CD-Player für drei oder vier Euro kaufen. Die Nachfrage nach derartigen „Schnäppchen“ ist so groß, dass sich Bewohner aus dem Südkreis eine ähnliche Einrichtung vor Ort wünschen.

Bürgermeister sieht legitimes Interesse der Bürger vor Ort

Während Wirtschaftsbetriebe und Aqua die neue Regelung beim Ortstermin lobten, sah Bürgermeister Wilhelm Sendermann Nachteile der Neuregelung. „Schade“ würden es viele Olfener finden, dass der unkomplizierte Warenaustausch am Wertstoffhof nicht mehr möglich sei. Sendermann sprach am Mittwoch von einem „legitimen Interesse der Bürger“, nicht mehr benötigte kleine Dinge kostenlos vom Recyclinghof mitzunehmen.

Doch die Umstellung hat zweifelsfrei zwei Vorteile. In der Vergangenheit gab es auf Wertstoffhöfen immer wieder Diskussionen über nicht mehr benötigtes Essgeschirr. Wenn schon viel in der Fundgrube stand, sollten es die Bürger auf dem Bauschutt-Container entsorgen - und auch bezahlen. Jetzt steht fest, dass - bei Bedarf im Sozialkaufhaus - Geschirr in der Spendenbox gesammelt wird. Wenn Aqua dafür keinen Bedarf hat, kann es auf dem Bauschuttcontainer landen. Und zwar kostenfrei. Und während früher aus rechtlichen Gründen keine Elektro-Kleingeräte in die Fundgrube gelegt werden durften, nimmt Aqua jetzt intakte Geräte entgegen.

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