Giftiger Müll soll bald abtransportiert werden

Woolit

Mehrmals schon war angekündigt worden, dass die 3000 Tonnen Woolit, die bei der Ziegelei Hüning in Vinnum lagern, abtransportiert werden - nun könnte es aber bald wirklich so weit sein. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts zur Kostenübernahme ist Montagnachmittag gefallen.

OLFEN

von Von Malte Woesmann

, 22.10.2012, 13:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noch immer lagert Woolit auf dem Gelände der Ziegelei Hüning.

Noch immer lagert Woolit auf dem Gelände der Ziegelei Hüning.

 „Wir rechnen mit einer Entscheidung noch in dieser Woche“, berichtete Gabriele Fischer, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Gießen. In Tiefenbach in Hessen hat die Firma Woolrec ihren Sitz, von hier stammt das in Vinnum gelagerte Material.

Da die Faserkonzentration in dem Material, das bei der Ziegelherstellung verwendet wird, zu hoch ist, war es als Sondermüll eingestuft worden. Bereits vor Monaten war der Firma Woolrec auferlegt worden, das Material auf eigene Kosten zu entsorgen. „Dagegen hat Woolrec in zwei Instanzen geklagt, beide Male aber verloren“, so Fischer weiter.  Die Bezirksregierung hatte daher einen Kostenbescheid in Höhe von 180.000 Euro für die Entsorgung in Vinnum erlassen. Vergangenen Freitag hätte dieser vollzogen werden sollen. In letzter Minute hatte Woolrec hiergegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht in Kassel eingelegt.

Im Eilverfahren wird das Gericht laut Gabriele Fischer entscheiden. „Das Gericht hatte uns gebeten, bis Montag den Bescheid nicht zu vollstrecken“, so Fischer. Sie gehe daher davon aus, so in Kürze eine Entscheidung des Gerichts vorliegen zu haben. „Wenn wir dann Klarheit haben, werden wir eine Spedition beauftragen, das Material abzutransportieren. Das kann innerhalb weniger Werktage geschehen“, blickt die Pressesprecherin voraus. Keinerlei Auswirkungen auf den geplanten Abtransport in Vinnum dürfte ein weiteres Verfahren gegen Woolrec haben. So ist es dem Geschäftsführer und Betriebsleiter untersagt worden, das Unternehmen zu führen. Bis weitere Pflanzen- und Bodenproben aus der Umgebung des Werkes ausgewertet sind, muss der Betrieb zudem geschlossen sein.  

Bei der Ziegelei Hüning wusste man von den neuen Entwicklungen und einem möglichen Abfuhrtermin noch nichts. „Wir erfahren davon auch immer nur aus der Zeitung“, so Geschäftsführer Dominic Jung auf Anfrage. 

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