Glasfaser in Olfen: Außergewöhnliche Maschine versorgt Außenbereich mit schnellem Internet

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Seit Mitte Oktober werden auch Olfens Außenbereiche mit schnellerem Internet versorgt. Dabei hilft vor allem eine außergewöhnliche Maschine, die es so in Deutschland nur sehr selten gibt.

Olfen

, 24.10.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Prinzip ist es ein Radlader mit Baggerarm hinten dran“, sagt Joscha Biermann von dem Unternehmen Oebotec, über die riesige Maschine, die aktuell durch Olfens Außenbereiche pflügt. Was die Maschine so besonders macht, erklärt der Oebotec-Geschäftsführer.

Von der einen Seite sieht die Maschine aus wie ein Bagger, auf der anderen Seite ist ein Pflug angebracht. In der Baggerschaufel ist die Kabeltrommel mit den Glasfaserkabeln befestigt.

Kabel können bis zu 1,5 Meter tief verlegt werden

Von dort aus wird das Kabel über ein Rollensystem bis zum Pflug geführt. „Das spart den Schritt, die Kabel auszutrommeln“, also von der Kabeltrommel abzurollen, sagt Biermann. Die verlegten Kabel sind aber eigentlich nur Rohre, in die die Glasfasern später reinkommen sollen.

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„Die Rohre, die wir legen, sind komplett leer“, erklärt er. Die Glasfaser „wird später mit Druckluft eingeblasen“. Aber erst mal müssen die leeren Rohre in die Erde.

Glasfaser in Olfen: Außergewöhnliche Maschine versorgt Außenbereich mit schnellem Internet

Mit einem Pflug können die Glasfaserkabel bis zu 1,5 Meter tief im Boden verlegt werden. © Pascal Albert

Der Pflug kann bis zu 1,5 Meter tief pflügen und verlegt das zuvor über das Rollensystem angebrachte Kabel. „Das Rohr wird durch den Pflug in den Boden geführt“, erklärt Biermann.

Von der finnischen Maschine gibt es nur wenige in Deutschland

20 Zentimeter über die Glasfaserkabel komme dann noch ein Trassenwarnband, welches auf das darunterliegende Kabel hinweise. „Wenn einer noch was im Boden machen will, sieht er dann, dass da Glasfaser liegt“, sagt Olfenkom-Geschäftsführer Manfred Casper.

Glasfaser in Olfen: Außergewöhnliche Maschine versorgt Außenbereich mit schnellem Internet

20 Zentimeter über die Glasfaserkabel kommt ein Trassenwarnband, das bei späteren Arbeiten darauf hinweisen soll, dass dort Glasfaser verlegt wurde. © Pascal Albert

Auch er ist begeistert von dem Pflug, den er zuvor noch gar nicht kannte: „Für mich war das Gerät auch neu.“ Seit zehn Jahren verlege sein Unternehmen schon Glasfaseranschlüsse, „aber gepflügt haben wir noch nie“.

Die Maschine, die nun von Oebotec dafür verwendet wird, ist aber ohnehin in Deutschland noch nicht so bekannt. Denn im ganzen Land gebe es nur zwei, sagt Joscha Biermann. Hergestellt wird der „Radlader mit Baggerarm hinten dran“ in Finnland, von der Firma Lännen.

Ein Bagger schließt die Spur, die der Pflug hinterlässt

Im Olfener Außenbereich wird aber nur bis zwei Meter vor den einzelnen Höfen gepflügt. Näher wolle er dem Hof mit der Maschine nicht kommen, sagt Casper. Denn auf den Höfen seien oft „alle möglichen Kabel und Rohre“. Und da diese oft schon länger dort liegen, sei oft nicht mehr ganz klar, wo genau sie unter der Erde liegen.

Glasfaser in Olfen: Außergewöhnliche Maschine versorgt Außenbereich mit schnellem Internet

Damit von den Arbeiten später nichts mehr zu sehen ist, fährt ein Bagger über die Spur, die der Pflug beim Verlegen der Kabel hinterlassen hat. © Pascal Albert

Wenn die Rohre verlegt sind, ist von den vorherigen Arbeiten nicht mehr viel zu sehen. Denn die Spur, die der Pflug durch die Erde zieht, „wird von einem Bagger geschlossen“, erzählt Joscha Biermann. Alternativ könne aber am Baggerarm, wo meist der Pflug befestigt ist, auch eine Walze angebracht werden.

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