Olfens Außenbereiche könnten im kommenden Jahr Glasfaserinternet bekommen. Bei der Infoveranstaltung am Donnerstag ging es um Details - und mögliche Kosten.

von Maria Niermann

Olfen

, 24.09.2018, 11:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es nach den Wünschen der Initiatoren geht, dann werden im Frühsommer 2019 die ersten Breitbandanschlüsse in Olfens Außenbereichen ein schnelles Surfen im Internet ermöglichen. Auf diesen Zeitraum legte sich Klemens Brömmel am Donnerstag fest. Gemeinsam mit Manfred Casper ist er Geschäftsführer von Olfenkom und GFN (Glasfasernetz Olfen). Diese beiden Unternehmen sollen den Glasfaserausbau in Olfens Außenbezirken vorantreiben.

Bevor diese Unternehmen aber an die Arbeit gehen können, muss es genügend Interessenten geben. „Wenn bis zum 15. Oktober 250 unterschriebene Verträge bei uns eingegangen sind, beginnen wir mit der Arbeit“, so Brömmel. Und er ist sehr optimistisch, dass es dazu kommen wird. Insgesamt 340 Haushalte kommen in den Außenbereichen infrage .Bernhard Brüse, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins appellierte: „Wer jetzt nicht mitmacht, kann später gar nicht, bzw nur sehr schwer und mit sehr hohen Kosten und extremem Aufwand ans Glasfasernetz angeschlossen werden.“

„Heft in die Hand nehmen“

Rund 200 Interessierte waren am Donnerstag in die Olfener Stadthalle gekommen, um sich noch einmal über den Glasfaserausbau in Olfens Außenbezirken zu informieren. Der Landwirtschaftliche Ortsverein mit seinem Vorsitzenden Bernhard Brüse hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Seit fast zwei Jahren arbeiten er und sein Glasfaser-Team daran, auch die Außenbereiche mit schnellem Internet zu versorgen. „Deutschland hat die Entwicklung ein wenig verschlafen“, meinte Jochen Wilms, Breitbandkoordinator des Kreises Coesfeld.

Das Land habe zu lange auf Kupferkabel gesetzt und den Glasfaserausbau versäumt. „Es liegt nun an den Außenbereichen, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen“. Zugegebenermaßen gehöre Olfen nicht zu den ersten Gemeinden, die sich darum bemühen, meinte Wilms. Aber dieses Abwarten habe durchaus Vorteile. „Die Olfener profitieren nun von den Erfahrungen anderer Gemeinden. Sie können den Bewohnern der Außenbezirke gute Angebote mit vielen Vorzügen anbieten.“

Die Besucher der Informationsveranstaltung zeigten sich bereits gut informiert. Die Fragen gingen daher häufig ins Detail: Wie viele Geräte können an einen Einzelanschluss angeschlossen werden? Wie viele Telefonnummern habe ich? Was passiert nach Ablauf der zweijährigen Vertragslaufzeit? Gibt es einen Bereitschaftsdienst und kann ich meine bisherige Telefonnummer mitnehmen?


Leitungen verlegt ein Tiefbauunternehmen

Worin der Ortsverein einen großen Vorteil seines Angebotes sieht, ist die Tatsache, dass eine Tiefbaufirma das Verlegen der Leitungen übernehmen wird. In anderen Gemeinden war diese Arbeit von Bewohnern der Außenbereiche in Eigenleistung übernommen worden. In Olfen wird das Unternehmen Oebotec aus Billerbeck die Kabel bis an die Haus- bzw. Hofumzäunung verlegen, die Tiefbauarbeiten auf dem eigenen Grundstück müssen vom Eigentümer übernommen werden. Die benötigten Materialien wie Leerrohre, Verbinder oder Glasfaser für das eigene Grundstück werden von der Olfenkom/GFN gestellt. Für den Preis von 24,50 Euro pro Meter übernimmt die Oebotec auch die Arbeiten auf den Grundstücken der Vertragspartner. Joscha Biermann und Michael Timpel von Oebotec stellten am Donnerstag ihre Arbeiten vor.

Die Stadt Olfen versteht sich als Partner des Ausbaus und wird den Ortsverein unterstützen. „Wir tragen das mit“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Sicherlich an die Adresse der Unentschlossenen ging sein Hinweis: „Irgendwann muss man sich dazu entscheiden, nicht nur an die eigenen Bedürfnisse zu denken, sondern auch an die der folgenden Generationen.“

Olfener Unternehmen: Die Gesellschaften GFN Glasfasernetz Olfen GmbH als Netzbetreiber und die Olfenkom GmbH als Dienstleister haben vom Olfener Ortsverein den Zuschlag für den Glasfaserausbau in den Außenbereichen bekommen. Die Arbeiten waren ausgeschrieben worden. Zum Schluss waren noch die Muenet aus Rosendahl und die Olfener Unternehmen im Rennen, schlussendlich bekamen die Olfener den Zuschlag. Die Stadt Olfen ist an diesen Unternehmen mit 51 Prozent beteiligt, Manfred Casper mit 49 Prozent.
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