Glocken läuten am Donnerstag zu untypischer Zeit

Pfarrkirche St. Vitus

Feuer, Überfall, Sturmflut: Kam solches Unglück in alten Zeiten über die Menschen, dann läuteten zur Warnung die Kirchenglocken. Heutzutage ertönen sie nur noch, um die Gläubigen zum Gebet oder zum Gottesdienst zu rufen. Das trifft am Donnerstagnachmittag in Olfen nicht zu. Dennoch werden dort Glocken läuten.

OLFEN

06.01.2016, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Glocken der katholischen Pfarrkirche St. Vitus schlagen am Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr. Der Grund: Die Olfener Glocken sollen in ein bistumsweites Schallarchiv eingefügt werden.

Zu diesem Zweck kommt Martin Goebel am Donnerstag in die Vitusstadt. Er ist derzeit Pfarrer in Drensteinfurt und baut nach und nach ein digitales Klangarchiv aller Kirchenglocken im Bistum Münster auf.

Genaue Regeln fürs Geläut

Sobald Martin Goebel seine Technik ab 15 Uhr installiert hat, werden die Vitus-Glocken sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen erklingen. Die vier Glocken im Turm der Olfener Pfarrkirche haben die Schlagtöne Cis, Dis, Fis und Gis.

 

Normalerweise, erklärt St.-Vitus-Pfarrer Bernhard Lütkemöller, läuten sie auch in Olfen zu den Messen. Allerdings nicht immer gleich. „Das ist liturgisch geordnet“ erklärt Pfarrer Lütkemöller. Je feierlicher der Tag, desto feierlich sei auch das Geläut. In der Fastenzeit läuten zum Beispiel weniger Glocken als in der Osterz

eit. Hinzu kommt als Gebetsruf das Angelus-Läuten täglich um 6 Uhr morgens, um 12 Uhr mittags und um 18 Uhr abends. Dann erklingt allerdings immer nur eine Glocke.

Ein großes Hobby

Für Martin Goebel ist die Aufzeichnung der Glockenklänge ein großes Hobby. Wie gut er sich darauf versteht, hat er vor zwei Jahren beim Domjubiläum in Münster bewiesen. Zu diesem Anlass hat er eine CD mit dem Glockengeläut des St.-Paulus-Doms produziert.

Zu einer ganzen CD wird es vermutlich in Olfen nicht reichen. Pfarrer Lütkemöller kann sich allerdings vorstellen, dass die digitalen Tondateien der St.-Vitus-Glocken eventuell auf die Homepage der Kirchengemeinde gestellt werden. Im Internet könnte man dann den Klang der einzelnen Glocken aufrufen und abspielen.

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