Großaufgebot der Polizei suchte in Datteln nach Tatwaffe

Mordfall Kandaouroff

43 Polizisten aus Recklinghausen und Bochum suchten am Mittwoch in Datteln-Klostern am Kanaluferweg die Waffe, mit der Klaus Kandaouroff am Abend des 29. Mai 2010 getötet wurde. Doch der Revolver bleibt verschollen.

OLFEN/DATTELN

von Von Elisabeth Schrief

, 24.02.2011, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der vergangenen Woche führte die Polizei Mladen P. zum Kanal. Allerdings war er ihnen keine Hilfe. Es sei in der Tatnacht stockfinster gewesen, er könne deshalb nicht sagen, wohin er die Waffe genau geschleudert habe. Die Suchaktion soll fortgesetzt werden. In der Vernehmung gab der Hullerner an, Munition und Revolver von seinem Komplizen Volker H. bekommen zu haben. Während Michael M. gegenüber der Polizei erklärte, er sei von einem Überfall mit ungeladener Waffe ausgegangen, sagte Mladen P. aus, alle drei hätten gewusst, dass er Munition eingelegt habe.

„Wir konnten aber nicht feststellen, dass die Täter den Tod von Klaus Kandaouroff billigend in Kauf nahmen“, betonte Achim Finkeldey, Leiter der Mordkommission. „Es war nur ein Raub geplant, die Täter hatten nicht  vor,  ihr Opfer sofort zu töten.“ Mladen P. habe versehentlich den Abzug des Revolvers betätigt. Ausgangspunkt des Ermittlungserfolges war ein Hinweis drei Wochen nach der Sendung Aktenzeichen XY. Ein Zeuge aus dem Umfeld eines Täters gab den entscheidenden Hinweis. Zu seiner Person äußerten sich weder Achim Finkeldey noch Staatsanwalt Dieter Justinsky: „Wir haben ihm absolute Vertraulichkeit zugesichert.“

Über die Medien verbreitete die Polizei Anfang Februar die Nachricht von der Verkleinerung der Mordkommission. In Wirklichkeit waren die Beamten zu diesem Zeitpunkt den Tätern längst auf den Fersen. Die Kripo wollte sie in Sicherheit wiegen. „Je länger ein Verbrechen zurückliegt, desto eher verdrängen die Täter das Geschehen, kehren in ihren Alltag zurück und verhalten sich wie normale Bürger“, nannte Staatsanwalt Dieter Justinsky eine Erfahrung. Auch Mladen P., Volker H. und Michael M. führten nach der Tat ihr Leben unauffällig weiter. Nur ein Täter hat sich gegenüber einem Angehörigen offenbart.

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