Große Fenster und nur eine Tür - Fahrer lernen den neuen Bürgerbus kennen

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Der Olfener Bürgerbus war bis vor Kurzem ein Mercedes Sprinter. Jetzt hat der Bürgerbusverein ein neues Modell bekommen. Und die Fahrer müssen mit manchen Unterschieden klarkommen.

Olfen

, 23.02.2019, 10:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Bürgerbus ist zwar nur zwei Zentimeter länger und einen Zentimeter breiter als das Vorgängermodell, aber: „Man hat das Gefühl, als ob der Neue riesig wäre“, sagt Jutta Werdermann.

Die 61-Jährige ist eine der 36 Fahrerinnen und Fahrer des Olfener Bürgerbusses. Und sie lernt gerade gemeinsam mit ihrem Mann Volkmar, wie man ihn richtig bedient.

Dachfenster schließt sich automatisch

Jürgen Schulte vom Bürgerbusverein hat allen Fahrern gezeigt, welche Besonderheiten der umgebaute VW Bulli hat, der dem Bürgerbusverein seit Januar dieses Jahres gehört. „Wir haben hier nur noch eine Tür, und die wird ganz anders bedient“, erklärt der 76-Jährige zum Beispiel. Schließlich müssen die Fahrer nicht nur die Türöffner betätigen, sondern auch die Notentriegelung von außen und innen beherrschen.

Ein elektrisches Dachfenster bietet gegenüber dem alten Dachfenster, das von Hand bedient wurde, einen großen Vorteil: „Früher konnte man nach Feierabend schon mal vergessen, dass das Fenster noch offen war“, erinnert sich Schulte. „Und wenn es dann in der Nacht geregnet hat, hatte man den Salat.“ Das neue Fenster schließt sich automatisch, sobald der Schlüssel abgezogen wird. „Das find ich ja patent“, freut sich Jutta Werdermann.

„Die Schnauze ist ganz anders“

Eigentlich mag sie den neuen Bus nicht so richtig - optisch jedenfalls. „Hübsch ist er nicht, er ist so eckig“, sagt sie. „Ja, vorne die Schnauze ist ganz anders“, bestätigt auch Volkmar Werdermann. Beide sind an den Mercedes Sprinter gewöhnt.

Große Fenster und nur eine Tür - Fahrer lernen den neuen Bürgerbus kennen

Jürgen Schulte beweist: Er hat Vertrauen in das neue Kamerasystem. © Martina Niehaus

Trotzdem lassen sich die Werdermanns bereitwillig von Jürgen Schulte einweisen. Später kommt dann noch eine Busfahrerin dazu: Heike Walther. Ein neuer Luxus ist die Rückfahr-Kamera. „Früher durften wir gar nicht rückwärts fahren“, sagt Schulte. „Aber wenn wir jetzt auch in kleinen Straßen halten und wenden müssen, geht es natürlich gar nicht ohne den Rückwärtsgang.“

Große Fenster und nur eine Tür - Fahrer lernen den neuen Bürgerbus kennen

Die Kamera zeigt dem Fahrer, was hinter dem Fahrzeug passiert. © Martina Niehaus

Für Rollstuhlfahrer gibt es auch eine Rampe, die man ausklappen kann. Auch dafür müssen die Fahrer die richtigen Handgriffe beherrschen. „Ohne Bordstein ist es aber schwierig hinaufzukommen, da ist die Rampe schon sehr steil“, sagt Volkmar Werdermann. Immerhin hat der neue Niederflurbus anstatt drei Stufen nur noch die eine.

Große Fenster und nur eine Tür - Fahrer lernen den neuen Bürgerbus kennen

Jürgen Schulte zeigt Jutta Werdermann, wie man die Rampe für Rollstuhlfahrer ausklappt. © Martina Niehaus

Einweihung des neuen Bürgerbusses am 30. März

Die erste Fahrt des neuen Bürgerbusses startet am 11. März. Offiziell eingeweiht wird der erste Niederflurbus im Kreis Coesfeld dann am 30. März. „Auf das Fest freuen wir uns schon“, sagt Jürgen Schulte.

Hilfe im Büro gesucht
  • Der Bürgerbusverein sucht noch Leute, die Lust dazu haben, im Büro mitzuarbeiten.
  • Hier sind vor allem Computerkenntnisse gefragt. „Wir zeigen jedem, wie es geht“, sagt Jürgen Schulte.
  • Einmal in der Woche sollte man sich einige Stunden Zeit nehmen. Im Leohaus befindet sich ein Büro, aber man könne auch viel von zu Hause erledigen, sagt Schulte.
  • Insgesamt 9 Bürokräfte teilen sich die Arbeit auf. Am wichtigsten ist es Schulte, dass die Helfer Spaß an der Sache haben.
  • Wer Interesse hat, kann sich unter Tel (02595) 389 389 beim Bürgerbusverein melden.
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