Südlich der Kreuzung Vinnumer Straße/Markfelder Straße soll das Industrie- und Gewerbegebiet New Park entstehen. Der Zeitplan dafür wird konkreter. © Arndt Brede
Industrie- und Gewerbegebiet

Industrie- und Gewerbegebiet New Park: Zeitplan wird konkreter

Das geplante Industriegebiet New Park auf Dattelner Gebiet wird Auswirkungen auch auf Olfen und Vinnum haben. Wenn es denn kommt.

Andreas Täuber ist ein ruhiger Mann. Bedächtig wählt er seine Worte. Das dürfte nicht überraschen, ranken sich doch um das Industrie- und Gewerbegebiet New Park, das südlich der Markfelder Straße entstehen soll, viele Gerüchte. Und Andreas Täuber ist schließlich Geschäftsführer der New Park Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH und weiß, wie es ist, im Gegenwind zu stehen. Von „Das wird doch nie was“ bis „Wenn es kommt, wird es heftig“ reichten in den letzten Jahren Äußerungen im öffentlichen Raum, etwa bei Bürgerversammlungen.

Was ist denn aber nun der Sachstand in den Planungen für ein Areal, das derzeit noch überwiegend landwirtschaftlich auf gepachteten Flächen genutzt wird. Regt sich Widerstand? Kann es zu Klagen kommen?

Andreas Täuber stand jetzt dem Haupt- und Finanzausschuss Olfen Rede und Antwort. Und hatte durchaus Neuigkeiten zu bieten. „Die Öffentlichkeit ist vielleicht nicht immer so präzise über die Entwicklungen informiert“, sagt Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Welchen Stand hat das Bebauungsplanverfahren? Werden die Eigentümer die Flächen abgeben? Das seien Fragen, die er sehr häufig höre. Insofern gebe die Olfener Politik Andreas Täuber die Gelegenheit, aufzuklären.

Zunächst einmal skizzierte Täuber, worum es überhaupt geht. Die Planungen laufen schon so lange, dass der eine oder andere vergessen haben mag, von welchen Dimensionen und Zielen die Rede ist. Das Konzept zielt auf besonders nachhaltige, wachstumsstarke, zukunftssichere Branchen aus der Umweltwirtschaft (GreenTech) und der vernetzten digitalisierten Produktion. Durchzogen werde der Park – das sage auch schon die Bezeichnung Park – durch Grünflächen und Grüngürtel. „Um Klima, Umwelt und industrielle Ansiedlung miteinander in Einklang zu bringen.“

So soll es einmal auf dem Gelände an der Markfelder Straße aussehen: Industrie und Grün sollen sich abwechseln.
So soll es einmal auf dem Gelände an der Markfelder Straße aussehen: Industrie und Grün sollen sich abwechseln. © Ansicht Via Drupsteen Köln/Repro Brede © Ansicht Via Drupsteen Köln/Repro Brede

Die Größe: Rund 290 Hektar groß sei das Plangebiet, bei einer Gesamtfläche von 503 Hektar, sagt Täuber. Dabei entfallen auf vermarktbare Industriefläche 156 Hektar. Die verbleibenden Flächen seien Erschließungsflächen „und zu einem Großteil Grünflächen, die erhalten bleiben. Für Großindustrie seien 86 Hektar Fläche vorgesehen. Die Mindestgröße für eine Ansiedlung von industrielle Großvorhaben betrage zehn Hektar. Es gebe aber auch die Möglichkeit, sich auf kleineren Flächen anzusiedeln, wenn es sich beispielsweise um Start-Ups für Forschung und Entwicklung handele.

Ehemalige Rieselfelder

Die Eigentumsverhältnisse: Wesentliche Teile der Gesamtfläche gehören der Vestischen Grunderwerbs- und Vermögensgesellschaft Kreis Recklinghausen mbH (VGV), sagt Täuber. Die VGV habe vor sechs Jahren das Grundstück von der RWE Dortmund gekauft. „Es handelt sich um die ehemaligen Rieselfelder.“ Einige Flächen müssen aber noch erworben werden, so Täuber. Darunter seien auch Olfener Betroffene, ergänzt Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Die Bauabschnitte: Es gibt zwei Bauabschnitte, sagt der New-Park-Geschäftsführer. „Für den ersten Bauabschnitt erstellen wir gerade den Bebauungsplan. Der Abschnitt hat eine Größe von 60 Hektar.“ Der zweite Bauabschnitt habe eine Größe von 75 Hektar.

Der Verkehr: Warum es nicht einen einzigen Bauabschnitt gibt, erklärt Andreas Täuber so: „Ursächlich hängt das mit dem Verkehr zusammen. Im besten Fall werden 9000 Arbeitsplätze geschaffen“, berichtet der New-Park-Chef. Die Verkehrsbewältigung hänge mit dem Bau der Umgehungsstraße B474n zusammen. Mit dem ersten Abschnitt der Ortsumgehung Datteln B474n, der im Bau ist, könne man einen Verkehr bewältigen für 3000 Arbeitsplätze. „Daher kommt die Flächengröße von 60 Hektar für den ersten New-Park-Bauabschnitt zustande.“ Für die Ortsumgehung Waltrop, die auch für den New Park notwendig sei, habe das Planfeststellungsverfahren begonnen. Es gebe ein Verkehrsgutachten, das in ein Mobilitätskonzept münde. „Olfen, Datteln und Waltrop sind zwischen drei und fünf Kilometer entfernt. Das sind alles Strecken, die man wunderbar mit dem Fahrrad absolvieren kann“, sagt Täuber.

Wenn der Plan aufgeht: Erschließungsbeginn Ende 2022

Der Zeitplan: Die Grundstücke für den New Park seien noch nicht in der Vermarktung. „Wir steigen in die Vermarktung ein, wenn das Bauleitverfahren abgeschlossen ist und wir Baurecht haben.“ Er hoffe für Ende Oktober dieses Jahres mit dem Offenlagebeschluss des Bebauungsplans für den New Park. Mit dem Satzungsbeschluss rechne er für das Frühjahr 2022. Anschließend werde der Antrag auf Erschließung gestellt. „Ende 2022 soll dann Erschließungsbeginn sein“, berichtet Andreas Täuber. Dauer der Erschließung: ein Jahr.

Kann sich der Zeitplan noch verzögern? „Es kann sein, dass das Ganze noch einer höchstrichterlichen Überprüfung unterzogen wird“, sagt Wilhelm Sendermann. Und zwar durch das Oberverwaltungsgericht. „Die Frage ist: Gibt es Baurecht oder gibt es Klagen dagegen?“ Antworten darauf gebe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

www.newpark.de

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Redaktion Selm
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Arndt Brede