Industriegebiet New-Park nicht ohne B474n?

Stadt Olfen involviert

Der Bau der B474n beschäftigt noch immer die Gerichte. Die Stadt Olfen schaut aus mehreren Gründen ganz genau hin. Es geht um Verkehrsbelastungen insbesondere in Vinnum. Es geht aber auch um den New-Park - und damit um viele neue Arbeitsplätze direkt vor der Haustür.

OLFEN

, 21.01.2015, 14:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf einer interaktiven Karte haben wir für Sie schematisch den Verlauf der geplanten Bundesstraße dargestellt.

So lesen Sie die Karte:

  • Die rote Linie zeichnet schematisch den Verlauf der geplanten B474n nach
  • Die gelben Symbole markieren, wo entlang der B474n Ab- und Auffahrmöglichkeiten eingerichtet werden sollen.

Die geplante Bundesstraße B474n auf einer größeren Karte anzeigen.

Bis zu 3000 Jobs könnten nach Einschätzung von Dr. Petra Bergmann in einem ersten Bauabschnitt des sogenannten New-Parks auf Dattelner Stadtgebiet entstehen. Sie ist Geschäftsführerin der New-Park Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Zur Zeit ist sie intensiv mit der Klärung zentraler Fragen beschäftigt. „Der Klärungsprozess am Oberverwaltungsgericht wird voraussichtlich in einem halben bis einem Jahr abgeschlossen sein“, sagt Petra Bergmann. Für die Realisierung des Industrieprojektes sei dies nicht zeitschädlich. „Der Satzungsbeschluss fällt frühestens 2016.“

Zweistelliger Millionenbetrag

Noch in diesem Frühjahr erwartet die Geschäftsführerin hingegen eine Entscheidung über das mehr als 500 Hektar große Areal - das sind über 700 Fußballfelder. Aktuell gehört die Fläche noch dem Energiekonzern RWE. Der will sie für einen zweistelligen Millionenbetrag verkaufen.

Potenzielle Käufer sind nach Aussage von Petra Bergmann die Planungs- und Entwicklungsgesellschaft New-Park oder der Kreis Recklinghausen. „Er hat dafür Mittel im Haushalt eingeplant.“ Auch der Verkauf der Fläche hat bereits für viele Schlagzeilen gesorgt, nachdem die Landesregierung eine Landesbürgschaft für das Projekt abgelehnt hatte.

Vinnum wäre ohne B474n "extrem" belastet

Wie wichtig die Stadt Olfen den New-Park einschätzt, wird bereits dadurch deutlich, dass sie Anteile in Höhe von 3 Prozent an der Entwicklungsgesellschaft erworben hat. Das große Plus aus der Sicht des Beigeordneten Wilhelm Sendermann seien die vielen neuen Arbeitsplätze, die in Olfens unmittelbarer Nachbarschaft entstehen würden. „Deshalb machen wir mit." Ein weiterer Vorteil sei, dass Olfen über das Projekt besser an das Autobahnnetz angebunden werde.

Deutlich sieht Sendermann aber auch die Gefahr zusätzlicher Verkehrsbelastung. "Vor allem Vinnum wäre extrem betroffen, wenn der New-Park ohne die B474n realisiert würde. Dabei geht es Sendermann vor allem um den ersten Teil (Dattelner Abschnitt) der neuen Straße. Aus Sicht Olfens wäre es allerdings hinnehmbar, wenn der Waltroper Teil der B474n erst zu einem späteren Zeitpunkt realisiert würde.

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Bereits jetzt zeigt sich, dass Klagen für diesen Abschnitt absehbar sind. Der Landesbetrieb Straßen NRW erwartet deshalb keinen Baustart vor 2020. Eine Fertigstellung wäre dann 2023 zu erwarten. Verbunden sind diese Zahlen mit vielen Unwägbarkeiten. Es ist eher zu erwarten, dass die Themen B474n und New-Park noch einige Legislaturperioden die Olfener Politiker beschäftigen wird.

Die Fläche des geplanten New-Parks
Erworben hatte ursprünglich die VEW die Fläche, um Kraftwerke zu bauen. In den 1970er-Jahren sollten auf der Fläche zwei Atomkraft- und sechs Kohlekraftwerke entstehen. In den 90er-Jahren wurden die Kraftwerkspläne zu den Akten gelegt, die Idee eines New-Parks entstand. Große Hoffnungen hatten sich die Verantwortlichen gemacht, den Autobauer BMW hier anzusiedeln. Jetzt ist geplant, die Fläche zum Standort für neue Industrie in NRW zu machen.

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